Nov/093
Der bundesweite ‘Aktionstag Bildung’ in Tübingen

Der bundesweite Aktionstag Bildung bestand in Tübingen aus zwei sehr verschiedenen Parts: Die Großkundgebung und die daran anschließende spontane Demonstration durch Tübingen waren begleitet von deutlichen Worten und Sitzblockaden. Im Plenum dagegen wurde im Vergleich zu den vorherigen Tagen eher etwas ruhiger diskutiert.
Hier erstmal der Audiobeitrag zum Tag:
Bilder und der Bericht vom Aktionstag in Tübingen
Am heutigen bundesweiten Aktionstag Bildung sind auch in Tübingen wieder Aktionen gelaufen. Um 16 Uhr fand eine studentische Vollversammlung vor der Neuen Aula in Tübingen statt. Zwischen 800 und 1300 Anwesende (die Angaben variieren) hörten Redebeiträge und Solidarisierungen von verschiedenen Netzwerken und Organisationen, StudentInnen, SchülerInnen und DozentInnen.

"Bildungs-Schranke" an der Hölderlinstraße
Nov/090
StudentInnen-Proteste werden fortgesetzt

AktivistInnen bei der SWR3-Partynacht. Foto: tagblatt.de
Auch nach der Räumung des besetzten Kupferbaus am frühen Donnerstag Morgen gehen die StudentInnen-Proteste im Rahmen der europaweiten Uni-Besetzungen in Tübingen weiter. Am Donnerstag Nachmittag fand eine erfolgreiche Demo mit 500-900 TeilnehmerInnen statt (die Zahlen variieren). Schon dabei machten die prostestierenden StudentInnen in Sprechchören darauf aufmerksam, dass der Streit um bessere Bildung weiter geht. “Heute ist nicht aller Tage, wir komm’ wieder, keine Frage!“ Am Samstag nachmittag trafen sich mehr 100 AktivistInnen bei einem “Kaffeetrinken” im Clubhaus, bei dem nach Berichten der FSVV auch Medienvertreter anwesend waren. Danach ging es zu einer Kurz-Aktion bei der SWR3-Partynacht: Während rund 200 Partybesucher vor dem Kupferbau auf ihren Einlass warteten, plakatierten die AktivistInnen das “Partymotto Räumkommando” über das Banner der Partyveranstalter und liessen eine Reihe provisorisch verkleideter Polizeibeamte aufmarschieren. “Ich fordere Sie auf, sich hinzusetzen und auf Ihre Räumung zu warten”, forderte einer der DemonstrantInnen die BesucherInnen durch ein Megafon auf. Die Aktion kam bei den PartybesucherInnen gut an und dauerte etwa zehn Minuten an, worauf der Trupp von StudentInnen zur nächsten Party-Location der Großveranstaltung weiterzog.
Nov/096
Kupferbau von der Polizei geräumt und Demo

Mit großem Aufgebot räumte die Polizei am frühen Donnerstag morgen den Kupferbau. (Foto: elias)
In den frühen Morgenstunden des Donnerstag wurde der Tübinger Kupferbau von der Polizei geräumt. Die knapp 200 AktivistInnen, die noch während der Nacht die Besetzung aufrecht erhalten hatten, haben gegen kurz vor sieben Uhr die Räumlichkeiten friedlich verlassen. Es folgte eine kurze Spontandemo, die die Demonstrierenden über die Wilhelmstrasse durch den Alten Botanischen Garten in die Innenstadt bis zum Rathaus führte, wo sie sich dann friedlich auflöste. Auch der Rektor der Uni Tübingen war bei der Räumung anwesend, allerdings schlugen alle Versuche, noch einmal zu verhandeln, erwartungsgemäß fehl.
Damit ist die Besetzung der Uni Tübingen vorerst beendet. Die Proteste gingen jedoch am Nachmittag weiter. Von 13 bis 16 Uhr zog eine spontane Demo mit ca. 900 Teilnehmern durch die Innenstadt und an den Gymnasien vorbei, an deren Betreten sie allerdings von der Polizei gehindert wurden. Das Gebäude der Universitätsleitung war nach außen verriegelt und blieb ohne Antwort auf den Demonstrationszug. Unter den Demonstrierenden waren sowohl StudentInnen als auch GewerkschafterInnen und SchülerInnen anwesend.
Nov/090
Kupferbau-Räumungsandrohung besteht weiter

Mit mehr als 600 StudentInnen war der Hörsaal 25 voll belegt.
Am gestrigen Mittwoch Abend fand im Kupferbau das bisher bestbesuchte Plenum der BesetzerInnen statt. Anwesend war neben mehr als 600 Studierenden auch der Rektor der Uni Tübingen, Bernd Engler, mit einem kleinen Gefolge. Was die Räumung angeht wurde aber kein Ergebnis erzielt. Der Rektor besteht weiterhin auf sein Hausrecht und somit sind die BesetzerInnen immer noch von einer Räumung durch die Polizei bedroht.
Bis zu 700 StudentInnen der Uni Tübingen hatten sich im Kupferbau eingefunden, um mit Engler über die drohende Räumung des besetzten Hörsaals 25 zu verhandeln. Zu Beginn des Plenums überbrachte zuerst ein Gast aus Wien Grüße von der ersten der besetzten Universitäten. Der Audimax in Wien ist bereits seit dem 20. Oktober besetzt. Es wurden die bisher besetzten Unis aufgezählt und man nahm über Skype (eine Konferenzanwendung für das Internet) Kontakt zum Plenum an der neu besetzten Uni Basel in der Schweiz auf. Die Sprachqualität liess zu wünschen übrig, was aber der Stimmung im Saal keinen Abbruch tat. Inhaltlich wurde im Plenum über gesetzliche Neuregelungen für Lehramtsstudierende gesprochen, für die anderen AK’s blieb aufgrund des dringlichen Themas “Räumung” keine Zeit. Einen Großteil der Plenums-Protokolle der letzten Woche können Interessierte aber auch online nachlesen.
Nov/090
Kurzinterview zur Räumungsandrohung
Nach dem Treffen der studentischen AktivistInnen im Kupferbau sprach das Lokalmagazin mit zwei der StudentInnen über die aktuelle Situation im Kupferbau und die Pläne der BesetzerInnen für den heutigen Abend…
Nov/090
Unsere Uni – Besetzung dauert an

Die StudentInnen halten weiter Treffen im besetzten Kupferbau ab
Die Besetzung des Hörsaals 25 im Tübinger Kupferbau dauert weiter an. Seit Donnerstag abend halten bis zu 200 Studenten den Hörsaal besetzt und halten dort Diskussionen über die deutsche Bildungspolitik ab. Außerdem bieten sie ein kulturelles Rahmenprogramm an den Abenden. Die StudentInnen verfolgen zwei zentrale Ziele: Sie wollen sich mit den studentischen AktivistInnen an den anderen Unis im deutschsprachigen Raum solidarisieren und genauso auch auf eigene Forderungen aufmerksam machen. In Tübingen ist das neben dem seit Jahren währenden Kampf gegen Studiengebühren auch der Protest gegen das neue Studiensystem mit Bachelor und Master und der Kampf gegen die Verwirklichung des neuen Tübinger Campus. Dessen Bau würden Gebäude zum Opfer fallen, die wichtig für die politische Studentenvertretung an der Uni Tübingen sind. Darüber hinaus kämpfen die Studierenden in Tübingen seit Jahren für die Wiedereinsetzung eines politischen Gremiums zur Studentenvertretung. Dem AStA wurden in den 60er Jahren die politischen Kompetenzen entzogen und er ist seitdem nur noch ein besseres Kulturveranstaltungskommitee. Das soll sich nach Forderungen der StudentInnen wieder ändern. In einem demokratischen Staat sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass auch die Studierenden eine politische Vertretung haben dürfen. Zu der Besetzung war es gekommen, nachdem auf einem von der Fachschaften-Vollversammlung einberufenen Plenum der Antrag gestellt wurde, sich politisch mit den protestierenden StudentInnen in Österreich und an anderen deutschen Unis zu solidarisieren.
Nov/090
Brennt Tübingen ?

Der Hörsaal 25 im Kupferbau
Schon seit dem 20. Oktober ist an der Universität Wien unter dem Motto „Unsere Uni!“ das Audimax von StudentInnen besetzt, die mit der Aktion auf Missstände beim österreichischen Bildungssystem aufmerksam machen wollen. An einer Großdemonstration zum „Aktionstag Freie Bildung“ in Wien nahmen mehr als 8000 Studierende teil. Die Prostwelle schwappte schnell auch auf andere Universitäten in Österreich und Deutschland über.Seit Tagen sind Groß-Hörsäle an Unis in Marburg, Heidelberg, Darmstadt und Freiburg besetzt.
Seit den Nachmittagsstunden des 5. November befindet sich nun auch der große Hörsaal 25 im Tübinger Kupferbau in StudentInnenhand. Mit der Besetzung des Hörsaals verfolgen die StudentInnen zwei zentrale Ziele: Sie wollen sich mit den studentischen AktivistInnen an den anderen Unis im deutschsprachigen Raum soldarisieren und genauso auch auf eigene Forderungen aufmerksam machen. In Tübingen ist das neben dem seit Jahren währenden Kampf gegen Studiengebühren auch der Protest gegen das neue Studiensystem mit Bachelor und Master und der Kampf gegen die Verwirklichung des neuen Tübinger Campus. Dessen Bau würden Gebäude zum Opfer fallen, die wichtig für die politische Studentenvertretung an der Uni Tübingen sind.