Visionary
Die Universitätsstadt Tübingen wird mit einem Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Der “Energy Efficiency Visionary Award” der “Alliance to Save Energy” wird jedes Jahr in Florida verliehen. Die Stadt hatte sich mit drei verschiedenen Projekten für die Auszeichnung beworben. Boris Palmer wird nun am 28. März nach Orlando fliegen, den Preis entgegennehmen und einen Vortrag halten. “Dieser Preis zeigt, dass wir mit unseren Klimaschutzinitiativen in der Weltliga mitspielegen”, freute sich Tübingens Oberbürgermeister.
Projekte ausgezeichnet
Das Deutsche Unesco-Komitee zeichnete sieben Projekte im Kreis Tübingen aus. Eines davon ist das Tübinger Umweltzentrum. Vermittelt wird ein Wissen über globale Zusammenhänge, den Klimawandel oder globale Gerechtigkeit, sowie die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme. Das Umweltzentrum möchte mit den anderen Projekten im Kreis ein Netzwerk knüpfen. Das wären „Greening the University“, zwei Projekte beim Tübinger Regierungspräsidium, ein Projekt des Instituts für Friedenspädagogig, das Projekt „Endlich handeln!“ der Klimaschutz-GmbH, sowie das Projekt „Harvit“ einer Schülerfirma vom Rottenburger Paul-Klee-Gymnasium und die Rottenburger Hochschule für Forstwirtschaft mit zwei Studiengängen.
Neue Leiterin
Das Stadtmuseum Tübingen hat seit Januar eine neue Leiterin. Wiebke Ratzeburg heißt sie und sie möchte das Stadtmuseum in verschiedene Richtungen öffnen. Öffnung in die Gegenwart – historische Themen sollen auf aktuelle Phänomene Bezug nehmen. Öffnung auf bildungsferne Schichten – Ausstellungen sollen weniger akademisch sein. Öffnung auf Drittmittel – Ratzeburg möchte verstärkt zusätzliche Gelder einwerben. Und Öffnung auch auf Ausstellungs-Kooperationen – das Stadtmuseum könnte künftig nationale oder sogar internationale Kooperationen eingehen. Wiebke Ratzeburg hat Geschichte und Kunstgeschichte studiert. Zuletzt war sie an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin beschäftigt. Die ersten eigenen Akzente wird sie im Stadtmuseum Ende des Jahres mit zwei Ausstellungen setzen. Eine zu Ludwig Uhland und eine zu wilden Tieren in Tübingen.
Wer macht Geschichte?
So heißt eine aktuelle Ausstellung zum Umgang mit der Urgeschichte. Sie zeigt, wie Archäologen in Tübingen geforscht und gedacht haben. Wichtig ist der zeitgeschichtliche Kontext. Die Archäologie wurde immer wieder Opfer ideologischer Deutungen. Ein Tübinger Archäologe verfolgte in den Dreißigerjahren die Idee der völkischen Germanenlehre. Die Ausstellung zeigt, welche Kräfte Einfluss auf die wissenschaftliche Deutung der Geschichte haben. Heute ist Geschichte auch in den Massenmedien präsent. Dort gingen viele wichtige Informationen verloren, weil sie nicht unterhaltsam seien. Die Wissenschaft müsse den Dialog mit den Menschen suchen, sonst würde der Umgang mit der Vergangenheit immer oberflächlicher. 15 Studierende der Ur- und Frühgeschichte haben die Ausstellung mit dem Leiter des Pfahlbauten-Museums entwickelt. Sie ist immer Sonntags von 10-17 Uhr im Haspelturm auf Schloss Höhentübingen geöffnet.
Lern- und Dokumentationszentrum
Im Theodor-Haering-Haus in der Neckarhalde möchte ein Tübinger Verein ein Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsoziaslismus einrichten. Der Ehrenbürger Tübingens, der als völkischer Philosoph maßgeblich an der Durchsetzung des Nationalsozialismus an der Universität beteiligt war, ist für die Mitglieder des Vereins ein Beispiel für die lange vermiedene Auseinandersetzung der Stadt mit ihrer braunen Vergangenheit. Auch die Lage des Hauses vereinfache die geplante Zusammenarbeit mit Schulen. Mit verschiedenen Exkursionen und Vorträgen zum Thema wird der Verein auch 2012 seine Arbeit vorstellen und für sein Anliegen eintreten. Weitere Informationen gibt es unter http://www.nsdok-tuebingen.de .
Neuer Studiengang
Ab dem Sommersemester 2012 wird an dem ‚Steinbeis Global Institute Tübingen‘ ein neuer Studiengang angeboten. Der Masterstudiengang ‚Global Technology Management‘ ist berufsbegleitend. Der Studiengang ist für Techniker sowie Nicht-Techniker geeignet. Diejenigen, die keine technische Ausbildung hatten lernen in dem zweijährigen Studiengang die wichtigsten Kompetenzen. Techniker und Ingenieure lernen hingegen, welche Methoden bei welchen Projekten angewandt werden müssen. Der Studiengang setzt sich aus Präsenzphasen, Selbstlernphasen und Projektarbeiten zusammen. Die Studenten haben in ihren Selbstlernphasen eine Online-Datenbank zur Verfügung. Die Projektarbeit wird von fachspezifischen Coaches betreut. Das Institut hofft auf eine internationale Zusammenarbeit mit anderen Universitäten.
Vorsicht Salz
Der BUND-Regionalverband hat feststellt, dass durch den plötzlichen Wintereinbruch der Einsatz von Streusalz angestiegen ist. Streusalz soll man aus umweltschonenden Gründen nur in Härtefällen einsetzen und lieber zu Alternativen wie Sand oder Splitt greifen. Denn das Streusalz reichert sich im Boden an und schädigt die Wurzeln vieler Bäume. Das Salz verschmutzt zudem das Grundwasser und ist auch für Tiere sehr schmerzlich. Man soll beim Kauf auf den ‚Blauen Engel‘ achten. Die Produkte mit dieser Warenauszeichnung sind streusalzfrei.
Rottenburg sucht Azubis
Der demographische Wandel schlägt sich auch auf die regionalen Arbeits- und Ausbildungsmärkte durch. Die Stadt Rottenburg startet daher eine breit angelegte Kampagne, um Auszubildende für die Stadtverwaltung zu gewinnen und zu halten. Es ginge darum, sich frühzeitig um gute Schulabgänger zu bemühen. Dabei ginge es nicht nur darum, die Ausbildungsplätze zu besetzen, sondern auch Mitarbeiter für die Zukunft zu gewinnen. Es wurde ein jährlicher Info-Tag eingerichtet und eine Kampagne mit Logo, Flyer und USB-Sticks mit allen relevanten Daten. Die Aktion scheint zu fruchten: Der Info-Tag war schnell ausgebucht und die 20 Teilnehmer von den vielfältigen Aufgaben in der Rottenburger Stadtverwaltung positiv überrascht.
Sozialarbeit an Schulen
Für das Jahr 2012 wurden die Stellen der Sozialarbeiterinnen an den berufsbildenden Schulen des Kreises aufgestockt. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistags hörte sich deshalb am Mittwoch an, was die vier Frauen täglich arbeiten. Johanna Brendel las aus ihren Arbeitsnotizen vor. Um zu illustrieren, was eigentlich eine Schulsozailarbeiterin macht, schilderte sie einen Vormittag an der Mathilde-Weber-Schule in Derendingen. Die Aufzählung der Aufgaben hier ist nicht annähernd vollständig. Sie hilft beim Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen. Sie spricht mit einer Schülerin, deren Noten nach der Trennung ihrer Eltern abhacken. Sie fädelt eine Mediation ein zwischen zwei 16-Jährigen, die sich heftig in die Haare bekommen haben. Für eine Klasse leiert sie das Herzklopfen-Projekt an, in dem es um gewaltfreie Teenager-Beziehungen geht. Es war eine lange Aufzählung an Aufgaben, der die Kreisräte aus dem Jugendhilfeausschuss auf ihrer Sitzung am Mittwoch sichtlich beeindruckte. Kreisrat Hans Auer räumte ein, dass seine anfängliche Skepsis bei Einführung der Schulsozialarbeit längst gewichen sei. Von seinen Kollegen gab es einige auf zusätzliche Informationen zielende Nachfragen. Kritik an der Schulsozialarbeit hatte indes niemand.
Endlösung in Rottenburg
Wie war das denn mit den Juden und den Nazis in Rottenburg? Über diese Frage sprach Paula Kienzle am Mittwochabend im Eugen-Bolz-Gymnasium. Der Rottenburger Gemeinderat wurde von der katholischen Zentrumspartei bis zu deren Auflösung im Sommer 1933 dominiert. Bürgermeister wurde 1933 Wilhelm Seeger, der zuvor als Mitglied der Zentrumspartei Bürgermeister von Isny war, dann in die NSDAP übertrat und sich auf Einflussnahme des Bischöflichen Ordinariats hin gegen Karl Müller, den Vorsitzenden der NSDAP-Gemeinderatsfraktion, durchsetzte.
Paarleben
Kinder gleichgeschlechtlicher Paare haben´s gut: ihre Eltern achten auf eine stabile Partnerschaft und die finanzielle Grundlage als Voraussetzung für die Kindererziehung. Sie leben in großen Wohnungen und sie teilen sich im Gegensatz zu den heterosexuellen Paaren die anfallenden Aufgaben gleichberechtigt. Das hat die Bamberger Soziologin Andrea Buschner in ihren Forschungen herausgefunden. Allerdings wies sie bei ihrem Vortrag im Frauenprojektehaus in der vergangenen Woche auch darauf hin, daß es sich bei den Befragten häufig um Menschen mit einem höheren Bildngsniveau handelt, da diese sich eher zu ihrer Neigung bekennen. 70 000 gleichgeschlechtliche Paare hat eine Erhebung aus dem Jahr 2008 in Deutschland gezählt. Andrea Buschner schätzt die Zahl eher auf 180 000.
Wassertransport
Die Ergenzinger Feuerwehr rangierte vergangenes Jahr ein Feuerwehrauto aus. Hauptfeuerwehrmann Ekkehard Frank kaufte das Auto für einen Euro, um es persönlich nach Afrika zu bringen. Dort sollte es zum Wasser transportieren dienen. Frank plante mit seiner Frau eine mehrwöchige Reise nach Gambia und suchte Sponsoren. Daimler finanzierte letztendlich Ersatzteile für das Fahrzeug. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit übernahm die Kosten für den Schiffstransport vom Hamburger Hafen nach Afrika. Im Zoll verbrachte das Feuerwehrauto weitere drei Wochen, verbunden mit Papierkram und Behördengängen. Somit dauerte es ein halbes Jahr länger als geplant, bis das Tanklöschfahrzeug hupend in den Dienst genommen werden konnte.

