Nachrichten vom 13.01.2012

Musikschule gerettet

Mit der Gewährung eines zinslosen Darlehens von 300 000.- € hat der Tübinger Gemeinderat die Insolvenz der Musikschule vorerst abgewendet. Bereits im Dezember sicherte ein Zuschuss von 50 000.- € die anstehende Zahlung der Gehälter. Eine teure Doppelspitze und Altersteilzeitvereinbarungen hätten die Notlage verursacht, hieß es. Die Doppelspitze wurde inzwischen abgeschafft, OB Palmer erwartet jedoch auch, daß die Angestellten der Musikschule auf bisherige übertarifliche Ferientage verzichten. Einige der Betroffenen prozessieren aus diesem Grunde derzeit vor dem Reutlinger Arbeitsgericht. Schulleiterin Anette Tinius-Eltze betonte jedoch, daß 80 Prozent der Mitarbeiter die Veränderungen mittragen wollten. Die Eltern der Schüler haben bereits eine Erhöhung der Beiträge akzeptiert. Eine weitere Erhöhung würde den Zugang auf Kinder von besser Verdienenden einschränken.

Forschungspreis

Elisa Izaurralde, die Direktorin des Max-Planck- Instituts, erhält den Ernst Jung- Preis in Höhe von 150.000 Euro. Diese Auszeichnung bekommt die Leiterin der Abteilung Biochemie für ihre Forschung über molekulare Mechanismen der Genregulation. Sie ging der Frage nach, wie genau die genetischen Informationen, die sich in jedem Zellkern befinden, über die RNA weitergegeben wird. Diese Informationen sind auch wichtig für die Entstehung von Krankheiten und ihre Forschung wird nun ein Anhaltspunkt für die therapeutischen Ansätze sein. Das ist nicht der erste Preis den Frau Izaurralde für ihre Arbeit erhält. Schon vor fünf Jahren erhielt sie den Leibniz-Preis.

Schülerzeitung ausgezeichnet

Die Schülerzeitung des Eugen-Bolz-Gymnasiums Rottenburger heißt „Simsopolitan“. Im Dezember wurde sie vom Kulturministerium Baden-Württemberg als zweitbeste Schülerzeitung in der Kategorie Gymnasien ausgezeichnet. Bewertet wurden Schulbezogenheit, Themenvielfalt, journalistische Stilformen, sowie journalistisches Niveau und die Gestaltung. Die jungen Redakteure Larissa Novak, Paula King und Sebastian Halle bekamen von Ministerialdirigent Konrad Horstmann eine Urkunde und ein Preisgeld von 250 Euro überreicht. Dieter Fritz vom Südwestrundfunk Stuttgart überreichte eine weitere Urkunde und einen Workshop- Gutschein, mit dem die jungen Redakteure in den Fernsehjournalismus hineinschnuppern können.

Schulpsychologie

Tübingen ist Sitz eines neuen Kompetenzzentrums für Schulpsychologie. Die Aufgaben reichen von der Aus- und Weiterbildung von Schulpsychologen bis zur Entwicklung von Trainingskonzepten. Die besonders enge Zusammenarbeit von Psychologie und Empirischer Bildungsforschung ist die Schnittstelle von Forschung und Praxis. Die Uni Tübingen setzte sich mit diesem innovativen Lehr- und Forschungskonzept in der Ausschreibung für die Konzeption und Begleitung des Ausbaus der Schulpsychologie durch. Das Kompetenzzentrum ist eine der präventiven Schlussfolgerungen auf den Amoklauf von Winnenden.

Spendenparlament

Seit zwölf Jahren fördert das Reutlinger Spendenparlament soziale Projekte gegen Armut, Ausgrenzung und Not. Eines der geförderten Projekte ist „Weltladen macht Schule“, das dieses Jahr mit 2 500 Euro unterstützt wurde. Im Auftrag des „Eine-Welt-Vereins“ informiert Rainer Schwarzmeier entweder direkt im Reutlinger Weltladen oder er geht in Schulen. Ziel des Projektes ist es ein Bewusstsein für die globalen Zusammenhänge zu schaffen. Aufgeklärt wird nicht nur die Ungerechtigkeit im Welthandel, sondern auch die Gegenseite mit der Fair-Trade-Produktion. Am Weltmarkt haben fair gehandelte Produkte einen Anteil von unter einem Prozent. Die Macht der Großkonzerne ist zu groß, als das es eine große Chance für einen gerechten Welthandel gibt. Aber den Fair-Trade-Anteil auf bis zu 20 Prozent zu steigern, sei machbar, sagte Schwarzmeier. Dafür müsste sich allerdings das Konsumverhalten drastisch ändern, denn in den meisten Fällen wird nach dem billigsten Produkt gegriffen. Mit Hilfe aus Reutlingen werden mittlerweile 5 000 Kaffeebauern in Bolivien deutlich besser bezahlt, als in Kooperation mit den Großkonzernen.

US-Übungsplatz

Die US-Armee hat 2011 fünf Mal Felder bei Wendelsheim für Sprungübungen genutzt. Das ergab eine kleine Anfrage von Heike Hänsel beim Bundesverteidigungsministerium. Über künftige Absprungpläne der US-Armee gebe es allerdings „keine belastbare Auskunft“, ebenso wenig über eine Beteiligung des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr aus Calw. Laut Bundesleistungsgesetz reicht es, wenn die militärischen Einrichtungen die zivilen Stellen drei Wochen vor den Kriegsübungen informieren. Eventuelle schädlichen Umweltfolgen würden durch einenBenutzungs-, Maßnahmen- und Pflegeplan geregelt. Umweltschutzbeauftagte würden prüfen, ob die Bestimmungen auch eingehalten werden.

Aktives Altern

Der Kreisseniorenrat hat 10.000 Euro Fördergeld für einen Projektvorschlag zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“ erhalten. Es geht um die „Vorbereitung auf die nachberufliche Lebensphase als Aufgabe betrieblicher Personalfürsorge und als Werbeplattform für das Bürgerschaftliche Engagement“. Das Projekt möchte mit innerbetrieblichen Maßnahmen frühzeitig Perspektiven für angehende Senioren bieten. Damit können sie ihre Potenziale für später besser nutzen und möglichen Orientierungskrisen beim Renteneintritt entgegenwirken. Ziel ist ein Konzept zur Gestaltung eines aktiven und sinnstiftenden Ruhestandes in der nachberuflichen Lebensphase.

Persönlichkeitsentwicklung

Immer mehr Kinder auch ohne Migrationshintergrund haben Sprachprobleme, stellten die Verantwortlichen der Gomaringer Schloss-Schule fest und beschlossen, Abhilfe zu schaffen: mit dem Projekt „Flüstertüte“, bei dem es mituinter recht laut werden kann. Die Theatertrainerin Helga Kröplin arbeitet inzwischen das zweite Jahr einmal pro Woche mit Vorschul- und Grundschulkindern. Durch das Theaterspielen wird ihre Sprachkompetenz und ihre Persönlichkeit gestärkt. Zu Beginn des zweiten Jahres wurden auch die Eltern der Kinder einbezogen. Am Ende des Schuljahres mündet die gemeinsame Arbeit dann in einer Aufführung.

Gute Praxisbeispiele

Das Tübinger Umweltzentrum stellte am Mittwoch zusammen mit der Stadtverwaltung im Stadtmuseum zwei gute Bespiele für umweltbewusstes Energiesparen vor in Form von LED-Leuchten. Diese Leuchtröhren wirken modern und geben weißes Licht ab. Sie verbrauchen statt 75 Watt, wie es herkömmliche Leuchtstoffröhren tun, 22 Watt. Der private und gewerbliche Bedarf ist immernoch zu groß, als dass ihn erneuerbare Energien decken könnten. Um aber die Umwelt zu schonen sollte man die Möglichkeiten nutzen die der Verbrauch einem bietet. Hier wäre es ein einfacher Austausch der alten Leuchtmittel durch umweltfreundliche Energiesparlampen. Die nun neu entwickelten Lampen lassen sich nicht nur im Haushalt sondern auch problemlos in Büros oder größeren Räumen integrieren. Ein gutes Beispiel ist hier das Tübinger Stadtmuseum, welches für die letzte Ausstellung diese neuen LED Röhren nutzte. Wer neugierig geworden ist kann sich gerne bei Manuel Haus im Umweltzentrum über die neuen Röhren beraten lassen.

Grenzen des Schönbuch

Der älteste und kleinste Naturpark Baden-Württembergs feiert dieses Jahr 40jähriges Bestehen. Nachdem der Bau eines Groß-Flughafens im Schönbuch Ende der 60er Jahre durch Proteste verhindert werden konnte, wurde am 27. März 1972 der Naturpark Schönbuch gegründet. Mit 86 Prozent ist er auch der waldreichste Naturpark des Landes. Die Wünsche des Böblinger Landrates Roland Bernhard, ihn um das Heckengäu westwärts zu erweitern, werden jedoch bis auf weiteres nicht in Erfüllung gehen. Die drei Landräte aus Böblingen, Reutlingen und Tübingen sowie der erste Landesbeamte des Kreises Reutlingen entschieden sich auf ihrem Schönbuchgipfel in Bebenhausen im vergangenen Jahr lediglich für kleinere Erweiterungen durch angrenzende oder vom Schönbuch unschlossene Gebiete, die sich dadurch Fördergelder erhoffen können. Doch diese Überlegungen gilt es erst noch mit den betroffenen Gemeinden zu klären. Fest stehen bislang über 80 Veranstaltungen zum Jubiläum. Eines davon wird am 3 Oktober in Bebenhausen stattfinden: hier soll mahnend der großen Metzelei des Königs Friedrich im Jahre 1812 gedacht werden, als dieser zwischen Lustnau und Bebenhausen von über 200 Hofjägern 800 Tiere töten ließ.