Kohlendioxid sparen
Am vergangenen Freitag fand in Tübingen die “Konferenz zu Klimaschutz im Stadtverkehr” statt. Ihr Ergebnis: Mit drei neuen blauen Projekten ließe sich der Kohlendioxidausstoß des Tübinger Berufsverkehrs um mehr als die Hälfte senken. Die Ideen: In einer “Blauen Zone Tübingen” die Innenstadt fußgänger- und radfreundlicher machen. Unter dem Namen “Drehscheibe Blaue Mobilität” den Busbahnhof modernisieren. Und die “Blauen Betriebe” – unter diesem Decknamen sollen die Stadtwerke das Thema “Job-Ticket” wieder aufgreifen und Strategien finden, mit denen noch mehr Pendler in den öffentlichen Nahverkehr gelockt werden. Die restriktiven Maßnahmen dagegen sollen eingeschränkt werden – man “könne nicht pausenlos Instrumente entwickeln, die gegen die Stimmung in der Bevölkerung sind”, so Jochen Flasbarth, der Chef des Umweltbundesamts, in seinen Eröffnungsbemerkungen.
Maut für Tübingen ?
Während der Chef des Umweltbundesamtes auf der Tübinger Klimaschutzkonferenz gegen restriktive Maßnahmen und Gebühren plädierte, denkt OB Boris Palmer nun laut über eine “City-Maut” nach. “Wenn jeder, der nach Tübingen mit dem Auto fährt, einen Euro als City-Maut zahlt, könnten wir uns Kürzungsdiskussionen etwa bei der Kultur sparen”, so Palmer. Es weiß aber auch, dass ihm die Instrumente für eine solche Maut fehlen. Erst müsste ein Landes- oder Bundesgesetz solche Mauten erlauben. Vorerst muss also wohl doch noch ganz normal, wie in anderen Gemeinden auch, gespart werden. Nur eben nicht am falschen Platz.
Sitzblockade im Rathaus
Das Bündnis „Wir zahlen nicht für eure krise“ protestierte am Montag Abend mit symbolisch aufgespannten Schutzschirmen gegen Einsparungen im städtischen Etat. Sie forderten eine Erhöhung der Vermögens- und Unternehmenssteuern, statt den Kürzungen im Sozialbereich oder bei Kulturinitiativen. Nach einer Kundgebung besetzten rund 25 junge Leute den Eingang zum Ratssaal. Sie hinderten den Gemeinderat eine halbe Stunde lang den Saals zu betreten. Die Geimenderatssitzung begann erst eine Stunde später, als geplant. Daraufhin rief OB Palmer den Ältestenrat ein, der wiederum drei Vertreter der Blockierer hinzuzog. Während der Abordnung mit dem Ältestenrat, löste sich die Sitzblockade auf. Die Demonstranten wollen die Nacht nicht in Polizeigewahrsam verbringen.
Großes Tübingen
Tübingen wächst weiter. Die Zahl der mit Hauptwohnsitz gemeldeten Bürger liegt deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres. 2010 wurde erstmals die Schwelle von 88 000 Einwohnern überschritten. Diese Zahl war auch ausschlaggebend für die Zuweisung der Steueranteile. Das bedeutet für die Tübinger Stadtkasse Mehreinnahmen von über einer Million Euro. Tübingen ist die am schnellsten wachsende Stadt in baden-Württemberg. OB Boris Palmer sieht das als Erfolg der Innenentwicklung, zu der eben auch die Zweitwohnsitzsteuer für Studenten gehört.
Flower-Power
Die Klimaschutzagentur sucht Abnehmer für einen neuen Brennstoff, bei dem die gemähte Blumenwiese in Heupellets gepresst wird. Dieser Blumenwiesen-Brennstoff eignet sich zum Heizen und garantiert die Artenvielfalt auf den Wiesen. Die Pflanzen haben mehr Zeit sich auszusäen, da die Wiesen später gemäht werden können. An der Produktion beteiligen sich 15 Landwirte auf der Schwäbischen Alb. Mitbeteiligt ist die Klimaschutzagentur im Landkreis Reutlingen, das Institut für Agrarökologie und Biodiversität Mannheim und der Kreisverband,. Mitgetragen wird das Projekt vom Naturschutzbund Deutschland und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege. Alle zusammen haben sie das Ziel, den Landwirten in der Region eine Alternative zu Biogasanlagen zu bieten und damit ein weitere Grünlandverwertung. Nun müssen Städte und Gemeinden die entsprechenden Brennkessel instalieren, die mit einer modernen Filtertechnik auch in Wohngebieten eingesetzt werden könnten.
Demokratische Hochburg
Bei den Wahlen in der Tübinger Partnerstadt Ann Arbor konnte sich der demokratische Bürgermeister erneut durchsetzen. Entgegen dem Landestrend gewann er mit sagenhaften 80 Prozent der Stimmen. Die Rezession war in Ann Arbor deutlich geringer als im Rest des Bundesstaates Michigan. Dort gab es denn auch den Wechsel und dait einen neuen Gouverneur. Der Republikaner gewann die Wahl in Michigan mit 20 Prozentpunkten Vorsprung. Der Businessman machte Wahlkampf mit coolen Sprüchen und bezeichnete sich selbst als zähen Streber. Der politische Quereinsteiger Snyder will den Staat wie ein Business führen.
Auschwitzer Mädchenorchester
Letzten Samstag trat im im FranzK die Gruppe Coincedens auf: Esther Bejarano und ihre Kinder spielten alte jüdische Lieder. Esther Bejarano, geb. Löwy hat ihr Akkordeon vor mehr als sechzig Jahren das Leben gerettet. Sie ist eine von zwei Frauen aus dem Mädchenorchester Auschwitz, die heute noch am Leben sind. Sie ist Vorsitzende des internationalen Auschwitz-Komitees und Ehrenvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Vor dem Konzert las sie aus ihrem neuen Buch und erzählte den gebannten Zuhörern aus ihrem Leben. Sie wurde von Auschwitz nach Ravensbrück verlegt, konnte von dort fliehen und wanderte nach dem Krieg nach Palästina aus. Von dort kehrte sie 1962 nach Deutschland zurück. Letzten Dienstag den 9.November jährte sich zum 72.Mal die Reichsprogromnacht, die erste deutschlandweite gewalttätige Ausschreitung der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung.
Festival-TV
12 Masterstudenten aus Straßburg und Freiburg haben sich der filmischen Dokumentation der Filmtage verschrieben. Die Vorbereitungen, wann und wo gefilmt oder interviewt wird, liefen schon einige Tage im Vorfeld. Dementsprechend professionel sollen dann auch die Ergebnisse werden. Es wurden einige Interviews geführt, unter anderem mit dem Regisseur Bruno Dumond, über den ein Beitrag erstellt werden soll. Über die Veröffentlichung der Ergebnisse ist noch nichts bekannt aber bei soviel Einsatz darf man natürlich gespannt sein.
Zaun kaputt
Ein Jahr lang haben Schüler an der Verschönerung einer hässlichen Mauer ihrer Bästenhard Schule in Mössingen gearbeitet. Aus Holz haben die Schüler individuelle bunt angemalte Figuren gestaltet, die wie ein Zaun oberhalb der Mauer befestigt wurden. Zerstört wurde das gelungenen Werk wahrscheinlich in Minuten. Einige Figuren der offensichtlich unstabilen Installation wurden einfach herausgerissen. Der Schulleiter Peter Amann ist davon überzeugt, dass es kein Schüler von der Schule gewesen ist. In Bästenhardt gibt es schon seit langer Zeit Probleme mit zunehmenden Vandalismus.Anm. d. Red Diese Tendenz ist wahrscheinlich der tristen Wohnsituation aus überwiegend Plattenbauten geschuldet, die in einem starken Kontrast zu dem direkt daneben liegenden Neubau Viertel stehen. In einem ähnlichen Kontrast standen auch die Bunten Figuren zu dem grauen Beton der Bästenhardschule. Sie ließen das Schulgebäude noch hässlicher aussehen.
Wunschbaum eröffnet
In Tübingen wurde die Weihnachtssaison eröffnet: auf dem Tübinger Marktplatz steht seit dem 8.11. ein Wunschbaum. Der Tübinger Jugendgemeinderat sammelte fast 300 Weihnachtswünsche bedürftiger Kinder ein. Die Wünsche können unter www.aktion-wunschbaum.de nachgelesen werden. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, kann ein Geschenk kaufen, Geld spenden oder Gebrauchtes abgeben – und zwar bis zum 21 November im Rathaus. Falls es nicht reichen sollte, wird die Stadt etwas drauflegen. Kein Kind soll leer ausgehen.

