Atomkraft nein Danke
Am Samstag versammalten sich rund 70 Demonstranten vor dem Rathaus. Mit Badetüchern, Luftmatratzen, Liegestühlen und Sonnenschirmen wurde gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken protestiertet. Gegen die Pläne der Bundesregierung soll Annette Widmann-Mauz stimmen und “richtig abschalten”. Unter den Demonstranten waren auch Grüne, Bund-Aktivisten und Gewerkschaftler. Die Kampagne war Teil eines bundesweiten Protesttages, organisiert von Kampagnen-Netzwerk Campact. Am 18. September soll eine Großdemonstration folgen.
Aix-Roma Siedlung
Auch in der Tübinger Partnestadt Aix en Provence hat die Polizei eine Romasiedlung geräumt. Die Beamten zerstörten die Wohnwagen mit Baggern. Fast 50 Roma hatten auf dem städtischen Gelände gelebt. Jetzt hat die Bürgermeisterin die Ankündigung von Präsident Sarkozy in die Tat umgesetzt. Allen Roma ohne Papiere droht aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit die Ausweisung.
Der Rotstift jault
Das „ Projekt 10 Prozent“ ist eine Einsparmaßnahme der Tübinger Stadtverwaltung. Sie will mehr als sechs Millionen Euro kürzen. Auch im Kulturbereich werden Abstriche gemacht. Betroffen sind Landes- und Zimmertheater, Musikschulen und die Kunsthalle. Der geforderte Betrag kann damit aber noch nicht abgedeckt werden ohne große Verluste in Kauf zu nehmen. Deshalb gibt es jetzt 2 Vorschläge, wie man trotzdem einsparen Kann: Es könnte Jeder Zuschussnehmer seinen Beitrag um eine Bestimmte Summe kürzen lassen. Damit würden Kleinere Vereine wie „Afrobrasil“ keine städtischen Gelder mehr bekommen. Bei Vorschlag zwei würden drei Zuschussnehmer auf null gesetzt werden. Betroffen sind hierbei die „ Gesellschaft Kultur des Friedens“ das „Friedensplenum“ und das Kammerorchester. Das Kulturnetz will nach der Sommerpause mit einem Podium zum Thema „ Kommunale kulturpolitik“ reagieren.
Neubau geplant
Das Musikschulgebäude in der Frischlinstraße befindet sich in einem schlechten Zustand. Jedes Jahr bezahlt die Musikschule 100.000 Euro allein für die Heizung in dem maroden Gebäude.Eine Sanierung ist aber derzeit nicht finanziell eingeplant. Statt dessen soll zwischen Altem Botanischen Garten und Wilmhelmstraße eine neue Musikschule gebaut werden. Die Lage sei zentral und gut mit den öffentlichen Stadtbuslinien erreichbar. Die neue Musikschule soll in etwa genauso groß sein wie bisher. Zusätzlich soll ein Saal für 450 Personen entstehen, der vermietet werden kann. Ob es allerdings so weit kommt, sei noch nicht spruchreif, so Baubürgermeister Cord Soehlke. Die Musikschule ist nicht der einize Interessent an dem Grundstück.
Bauen am Bahnhof
Der Tübinger Haupt-Bahnhof wird Barrierefrei. Rollstuhlfahrer oder Reisende mit Fahrrädern können dann problemlos alle Geleise erreichen. Es werden die lang geforderten Rampen und insgesamt 3 Aufzüge gebaut. Im Moment müssen die Fahrgäste ein paar Unannehmlichkeiten wie einen erhöhten Lärmpegel oder verengte Bahnsteige durch Baugerüste in Kauf nehmen.Das Projekt startete im Juni diesen Jahres. Damit Alles rechtzeitig im Sommer 2011 fertig wird, arbeiten die Bauarbeiter in Tag und Nachtschichten.
Tübinger gegen Stuttgart 21
Der Protest gegen Stuttgart 21 bekommt immer mehr Unterstützung aus Tübingen. Bei der letzten Montagsdemonstration wetterte auch OB Boris Palmer vor über 10 000 Demonstranten gegen das Milliardenprojekt. Er nannte die bekannten Argumente gegen Stuttgart 21: Engpässe für den Zugverkehr, explodierende Kosten oder die Entmündigung der Bürger. Die angeblich demokratisch legitimierte Entscheidung für Stuttgart 21 lässt Palmer nicht gelten, weil sich Sachlage geändert habe. Gutachten seien geheim gehalten worden und ein Bürgerentscheid wird verweigert. OB Palmer empfiehlt anhaltenden Protest und eine Friedenskonferenz für ein Moratorium.
Solidarische Plakate
Die Kirchentellinsfurter Gemeinde zeigt solidarität mit den Beschäftigten der Firme Einhorn. Seit Montag hängen vier Transparente im ganzen Ort, denn der Produzent der Textilindustrie musste Insolvenz anmelden. Mit der plakataktion möchte die Bürger zeigen, wie wichtig Einhorn für sie ist. Beschlossen wurde die Aktion bei einem Treffen mit Einhorn- Betriebsrat, Bürgermeister und Gemeinderäten. Aufgehängt wurden die Plakate von Lacks Bauhofmitarbeitern. Vor drei Jahren stand die Firma schon einmal kurz vor der Pleite, und wurde damals von Münchner Finanzinvestor Aurelius übernommen. Mit der Insolvenz verlieren rund 80 Mitarbeiter ihre Arbeit.
Länger im Jugendtreff
Der 22-Jährige frischgebackene KFZ-Mechatroniker Mustafa Özgür ist ehrenamtlich im Bodelshausener Jugendhaus tätig. Er unterrichtet Breakdance und ist dafür verantwortlich, dass sich die Jugendlichen auch nach 22.00 dort treffen können. Denn die zwei Sozialpädagoginnen die sich eine 50-Prozentstelle im Jugendtreff teilen, können das nicht leisten. Mustafa Ozgür hat sich außerdem mit einer eigenen KFZ-Werkstatt Selbstständig gemacht und beschäftigt einen Lehrling. Mustafa will den Jugendlichen in einem Dorf wie Bodelshausen eine Alternative Bieten. Er sagt, dass die Jugendlichen einen Ort brauchen, an dem sie sich treffen können.Wenn dieser nicht gegeben ist, gehen sie zu REWE um sich Getränke zu kaufen und bleiben dann dort.
Parken kostet
Tübingen und Reutlingen haben im Frühjahr die Parkgebühren in den Innenstädten erhöht und die kostenpflichtigen Parkzonen vergrößert. Dabei verfolgen die beiden Städte unterschiedliche Ziele. Während Reutlingen sich Mehreinnahmen von 600.000 Euro pro Jahr erhofft, steht für die Stadt Tübingen der Umweltaspekt im Vordergrund. Vor allem für Pendler sollen Bus und Bahn somit attraktiver werden. Sechs Euro kostet mittlerweile die Tagespauschale im Tübinger Stadtkern. Für eine Stunde kostet das Parken zwei Euro. Nur noch bei den Universitätskliniken am Straßenrand und auf dem universitären Schieberparkplatz in der Wilhelmstraße sei das Parken noch kostenfrei. Gunter Koch, Chef der städtischen Verkehrsplaner, erklärt dass diese Maßnahmen bereits dazu geführt hätten, dass viele Autos aus dem Tübinger Stadtbild verschwunden sind.

