Neuer Wissenschaftscampus
Die Uni Tübingen erweitert sich: In der alten Frauenklinik soll nach der laufenden Sanierung ein neuer Wissenschaftscampus entstehen. Die Psychologen und das Institut für Wissensmedien sollen zukünftig dort beheimatet sein. Die Leibniz-Gemeinschaft wird den Wissenschaftscampus unter dem etwas sperrigen Titel “Bildung in Informationsumwelten” mit einer außerordentlichen Sonderförderung unterstützen. Insgesamt 900.000 Euro verprach dafür der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft bei einem Besuch in Tübingen am vergangenen Dienstag. Der Campus wird mehr als 10 interdisziplinäre Projekte vereinen und soll die Zusammenarbeit mit dem außeruniversitären Institut für Wissensmedien optimieren. Uni-Rektor Engler erhofft sich von dem neuen Campus, dass er auch die Bewerbung Tübingens als Elite-Universität stärken wird.
Lebenskultur für Todkranke
Die Tübinger Initiative “Palliative Lebenskultur” hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität todkranker Menschen zu erhalten. Im Mittelpunkt stehen Patienten, die wegen einer fortgeschritennen Alterskrankheit nur noch eine begrenzte Lebenszeit haben. Das Projekt ist eine Initiative des Paullechler-Krankenhaus. Dabei sollen die Patienten mit einem besonderen Pflegeangebot betreut werden. In einem Notfallplan legt der Betreuer zusammen mit dem Hausarzt, der Pflegeleitung und Angehörigen schriftlich fest, was im Notfall passiert, beispielsweise ob der Patient eine Magnetsonde bei Schluckstörungen wünscht. Die Projektleiterin Eva-Maria Mörike stellt klar, dass in 15 Fällen Patienten so im Heim bleiben und sterben durften. Sie wurden dort palliativ behandelt, oft übernahmen auch ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizvereins sogenannte „Sitzwachen“ bei dem Sterbenden, um das Pflegepersonal zu entlasten. Bis jetzt hat die PLK-Initiative 54 Notfallpläne erstellt, zehn weitere sind in Bearbeitung.
Heizen mit Blumen
Nachdem sich für die Bauern die Produktion von Milch und Getreide kaum mehr lohnt, soll es nun eine Alternative geben: Blumenwiesen-Heupellets. Die Region Reutlingen mit dem Albvorland und der Schwäbischen Alb wurde als eines von bundesweit drei Projektgebieten ausgewählt. Der Landkreis Reutlingen nimmt mit seinem hohen Anteil an artenreichen Wiesen landes- und bundesweit eine Spitzenstellung ein: 40 – 80 % sind das, je nach Lage. Die Verbrennung der Blumenwiesen-Heupellets benötigt allerdings spezielle Anlagen, deshalb kommen vorerst mittlere und größere Abnehmer in Betracht. Der Preis wird leicht über dem für Holzpellets liegen, allerdings dürfen nicht nur die Produzenten, sondern auch die Abnehmer der Neuheit mit einer großzügigen Förderung rechnen. Sobald eine Anbaufläche von 100 bis 150 Hektar Wiesenfläche zusammengekommen ist, wird das Projekt gestartet. Ein gutes Drittel haben die Verantwortlichen bereits aufzuweisen. Interessierte Bauern können sich an den Kreisbauernverband wenden, potentielle Abnehmer an die Klimaschutzagentur des Landkreises.
Tübingen macht fair
Nachdem Rottenburg es bereits geschaft hat, strebt auch Tübingen den Aufstieg zur Fairtrade-Stadt an. Eine Steuerungsgruppe mit Vertretern des Weltladens, der Kirchen, des Handels, des Jugendgemeinderats und der Stadtverwaltung versucht nun zu klären, welche Geschäfte fair gehandelte Produkte anbieten, wo fair ausgeschenkt wird und welche Vereine fair gehandelte Produkte verwenden. Auch wer sich im fairen Handel anderweitig engagiert, kann sich melden. Ansprechpartner ist Winfried Brugger vom Aktionszentrum Arme Welt: telefonisch unter 0 70 71 / 3 12 32 oder per E-Mail an kontakt@weltladen-tuebingen.de . Eitere Informationen gibt es unter www.tuebingen.de/fairtrade .
Bauprojekte der GWG
Die Tübinger Wohnungsgesellschaft GWG setzt die Renovierungsarbeiten ihrer Mietwohnungen fort, gleichzeitig verwaltet sie Eigentumswohnungen. Fast 600 Mietwohnungen sind für Bewohner mit geringem Einkommen reserviert. Die GWG hat aus Klimaschutzgründen und um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben ein bis 2020 dauerndes Modernisierungsprogram gestartet. Als größter Immobilien und Wohnungseigner ist die GWG damit auch eine wichtige Kraft für die örtliche Baukonjunktur.
Radstation ausgebremst
Das Reutlinger Fahrrad- Parkhaus und der Laden “Piquadrat” mit Werkstatt neben dran wurden geschlossen. Es war die erste Radstation in der Region. 96 von 200 Radparkplätzen waren fest vermietet. Im kommenden Frühjahr wollte Klaus Kümmler die ausgediente Expresshalle der Bahn anmieten. Eröffnete wurde das Parkhaus im Oktober letzten Jahres. Aufgeben musste er die Radstation aus privaten Gründen. Der Mietvertrag mit Fair-Energie, der Eigentümerin des Gebäudes ist beriets gekündigt. Dabei ist der Reperatur-SErvice und der Fahrad-Verleih gut gelaufen und der Badarf in Reutlingen sei groß. “Wenn sich ein Mitbewerber reinsetzen möchte, dann tut er Reutlingen etwas Gutes”, meinte Klaus Kümmel.
Papa ante portas
Eine Studie zweier Wirtschaftswissenschaftlerinnen ergab nun, dass immer mehr Männer eine Elternzeit nehmen. Allerdings ist diese meist auf wenige Monate beschränkt und deutlich kürzer als vor der Elterngeld-Reform.Das ist eine Bestätigung auf eine ältere Umfrage. Aus dieser ging hervor,dass Männer, die mehr verdienen als ihre Partnerin weniger Elternzeit in Anspruch nehmen.Wenn ein Vater eine hohe Familienorientierung hat, und viel im Haushalt mit hilf,geht er eher in Elternzeit.Die bisher schwachen Effekte der Reform lassen die Forscherinnen trotzdem nicht an ihrer Wirkung zweifeln: Seit der Elternzeit-Reform gehen Väter seltener davon aus, dass sich diese “Auszeit” aus dem Beruf als Karriere-Killer entpuppen könnte.
Protest gegen Jugendtreff
Ein großes Schild in der Rommelsbacher Straße zeigt, was aus dem derzeit noch völlig verwilderten Grundstück in Zukunft werden soll: Ein Platz für Jugendliche. Die Anwohner in der Frankfurter Straße 2 befürchten eine hohe Lärmbelästigung. Auch jetzt schon sei die Lärmbelastung gewaltig. Der Treffpunkt, befürchtet Max Diener, wie auch einige andere der von einem dreiköpfigen Hausbeirat vertretenen Bewohner, verlagert dieses Problem. Vor zwei Jahren hatte sich in Rommelsbach ein runder Tisch gebildet um die Jungendlichen zu beschäftigen. Es wurde ein Platz gesucht, an dem sich die jungen Leute versammeln können. Dass der Treff entstehen wird, ist eingentlich beschlossene Sache. Die Orschel-Hagener Hausgemeinschaft in der Frankfurter Straße 2 hat aber noch Hoffnung, dass es nicht dazu kommt. Auf dem Rathaus sind bereits einige Anrufe eingegangen. Im August oder September wird es nun ein Gespräch mit dem Hausbeirat geben. Im Herbst folgt dann eine Informationsveranstaltung für die beteiligten Anwohner.
Stammzellenspendeverbot
Ein Häftling des Rottenburger Gefängnisses wollte Stammzellen für ein leukämiekrankes Kind spenden. Das darf er nicht, weil er zu einer so genannten Risikogruppe gehört. Gefangene dürfen bis vier Monate nach der Haft keine Stammzellen spenden. Die Bundesärztekammer hat noch weitere Ausschlusskriterien parat. Schwule sind generell ausgeschlossen. Menschen mit Partnern aus Schwarzafrika dürfen ebensowenig spenden wie Drogenkonsumenten oder Prostituierte. Infektionskrankheiten wie Hepatitis seien der Grund für die Sperre, nicht die sexuelle Orientierung. Der diskriminierende Spenden-Ausschluss sei gerechtfertigt, um ein möglichst risikoarmes Arzneimittel zu bekommen, so der Leiter des Zentralen Knochenmarkspender-Registers Deutschland.
Krebsmedikament schlägt an
Das neue Medikament der Firma “Immatics” kann das Leben von Patienten mit Nierenzellkrebs um bis zu 2 Jahre verlängern. Impfstoffe gegen andere Krebsarten sind in der Entwicklung. IMA901 heißt der Wirkstoff. Er ist eine neue Möglichkeit den Chemotherapie-resistenten Nierenzellkrebs zu behandeln. Die Studien haben bereits gezeigt, dass der Wirkstoff den ursprünglichen Tumor nicht verkleinert, ihn aber merklich daran hindert, neue Metastasen zu bilden. Die Therapie hat kaum Nebenwirkungen. Jetzt wird das Medikament noch einer letzten Testphase unterzogen, bevor es auf den Markt kommen darf. Hierfür werden noch Geldgeber gesucht.
Kunstsprachentreffen
Die Anhänger der Kunstsprache Ido treffen sich gerade auf einer internationalen Konferenz in Tübingen. Ido ist eine Plansprache, die leicht zu lernen ist. Die Grammatik ist einfach und der Wortschatz greift vor allem auf die weit verbreiteten romanischen Sprachen zurück. Ido ist ein vereinfachtes Esperanto, die Mutter aller Kunstsprachen. Sie sollen die Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft erleichtern. Ido sei im Gegensatz zu Englisch politisch neutral. Die Teilnehmer der Ido-Konferenz hoffen, dass Ido einmal zu einer Weltsprache wird. Auch wenn sie bisher kaum verbreitet ist und nur 20 Teilnehmer zur Ido-Konferenz anreisen.

