Nachrichten vom 09.08.

Quo Vadis Alte Silcherschule

Seit vielen Jahren sucht das Tübinger Rathaus nach einer Lösung für die einsturzgefährdete Silcherschule an der Kelternstraße. Ganz überraschend haben sich vier Interessenten gemeldet, um das Gebäude zu kaufen und aufwändig zu sanieren. Ein Angebot stammt von der Planungsgemeinschaft „Alte Silcherschule“. Zu dieser Initiative haben sich Tübinger Privatinvestoren zusammengeschlossen, die eine gemischte Wohn- und Geschäftsnutzung anstreben. Die zweite Initiative, „Hollenbach Wohnbau GmbH“, will im Erdgeschoss einen Fahrradladen mit Werkstatt unterbringen. Der dritte Bewerber heißt „Planbau Schwaben“. Der Stuttgarter Bauträger beabsichtigt, den Altbau in ein „Smart-UP“ Kompetenzcenter für Bildung umzuwandeln. Als letztes hat sich die Doktor Rall Immobilien GmbH gemeldet. Der Reutlinger Bauträger möchte nach der Sanierung des Schulhauses im Erdgeschoss einen Laden unterbringen. In den oberen Stockwerken plant er studentische Wohnungen mit Balkonen auf der Südseite. Die Stadtverwaltung will noch bis Ende August warten, um auch noch weitere Bieter zu berücksichtigen.

Rücktrittswelle

Der Reutlinger Ausländerrat steht vor Neuwahlen. 10 von 15 gewählten Ausländerräten treten zurück. Sie wollen mit sofortiger Wirkung von ihrem Mandat entbunden werden hieß es in einem Schreiben ab Bürgermeister Hahn. Eine Entscheidung über die Rücktritte ist aber erst nach der nächsten Sitzung des Ausländerrates am 6. Oktober zu erwarten. Formal müsse für den Rückzug ein wichtiger Grund vorliegen. Die Ausländerräte sehen diesen Grund in der Enttäuschung über die Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Gemeinderat.

Preisgekröntes Engagement

Zwei der vielen Beispiele bürgerschaftlichen Engagements in Tübingen werden mit einem Preis geehrt. Aus 222 Bewerbern wurden 45 Projekte ausgewählt, die durch Dauer, Vorbildfunktion, Ideenreichtum und Einsatz besonders herausragen. Die beiden Tübinger Bürgeraktionen sind die Sonntagsküche, die jede Woche Frühstück und Mittagessen für Bedürftige zubereitet, und die Online-Jugendberatung „Youth-Life-Line“. Hier kümmern sich über vierzig Jugendliche um suizidgefährdete junge Menschen.

Raum für Existenzen

Die Uni Tübingen will es jungen Existenzgründern in Zukunft etwas leichter machen. Im Rahmen des Programms “Räume für Anwendungsideen” bietet die Uni Räume für junge Menschen, die ein Kleinunternehmen gründen möchten und denen ausreichendes Kapital fehlt. Das Programm steht allerdings leider nur Studenten, Absolventen oder Doktoranden offen. Diese können über einen formlosen Antrag dann einen Raum erhalten, in dem sie bis zu zwei Jahre mietfrei arbeiten können. Solange Räume vorhanden und die entsprechenden Institute oder Professoren einverstanden sind, werden alle Anträge, die eine Ideenskizze oder einen Businessplan enthalten, genehmigt werden. Das Programm läuft vorerst bis Mai 2012. Die Uni verspricht sich, dass neugegründete Kleinunternehmen dann widerum die Forschung befruchten werden.

Rottenburger Haus

Das ehemalige denkmalgeschützte Gefägnis Amannhof 11 steh seit Jahren leer. Nun soll es saniert und in Stand gesetzt werden. Der Sülchgauer Altertumsverein (SAV) wird dabei von der Stadt Rottenburg unterstützt.Es soll ein “Rottenburger Haus” entstehen, mit zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten. Es ist eine Begegnungsstätte mit wechselnden Ausstellungen und Verschiedenen Veranstaltungen auch eine Art Heimatmuseum soll einen Platz finden. Die Dachgauben und der alte Brunnen sollen erhalten bleiben, um das Stadtbild zu bewahren.

Cinema Jenin eröffnet

Im Westjordenland wurde am 5. August ein Kino eröffnet. Dazu gab es von 5. bis 7. August ein kleines Festival in Jenin. In den letzten zwei Jahren wurde das Cinema Jenin wieder aufgebaut. Mit Hilfe von Spendengeldern aus aller Welt. Freiwillige Helfer packten beim Bau vor Ort mit an. Die Idee des Projektes kommt von Marcus Vetter, dem Regisseur von “Das Herz von Jenin”, dem preisgekrönten Dokumentarfilm. Der Betrieb des Kinos musste 1987 mit der ersten Intifada eingestellt werden. “Filmvorführer kann diese Stadt besser gebrauchen als Guerillakämpfer”, sagte Fakhri Hamad, der Projektleiter. Nach 23 Jahren flimmern jetzt wieder Bilder über die Leinwand des Kinos.

Trotzdem Reisen

Auf einem 4-Sterne Bauernhof am Bodensee wird erstmals ein neues Konzept des Reisens angeboten. das Deutsche Rote Kreuz Reutlingen macht es möglich, das Menschen mit Demenz und deren Betreuungsperson entspannt in den Urlaub fahren können. Für Pflege und Betreuung der Demenzkranken wir zuzüglich zu den Reisekosten ein Pauschalpreis von 700 Euro fällig.Diese Pauschale könnte von den Krankenkassen als “Stundenweise Verhinderungspflege” übernommen werden. Die “Erholungs- und Therapie Reise” bietet auch für Angehörige die Möglichkeit selbst zu entspannen und sich von der schweren häuslichen Pflege zu erholen.Branchenkenner schätzen die Zukunft der “Betreuten Reisen” sehr optimistisch ein. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung verfügen die über 60-Jährigen über rund ein Drittel der Kaufkraft in Deutschland. Ganz oben auf der Liste der Begehrlichkeiten steht bei den Rentnern das Reisen.

Rechtsanwalt auf Kaffeefahrt

Eine offizielle Gewinnbenachrichtigung über 5000 Euro lockte auch den Rechtsanwalt Rainer Mang auf eine Kaffeefahrt der Firma Kaiserplus Reisen. Er wollte sicherstellen, dass das Unternehmen die gesetzlich geregelte Gewinnzusage leistet und die gewerberechtlichen Bestimmungen einhält. Zu einer Überprüfung durch die deutsche Polizei kam es allerdings nicht, weil die Kaffeefahrt in die Schweiz ging. Dort sind solche Veranstaltungen nicht genehmigungspflichtig. Ebensowenig verboten ist der Verkauf von überteuerten oder sinnlosen Produkten. In diesem Fall ging es um so genannte Magnetmatten zum Preis von knapp 1000 Euro, die angeblich der Vorbeugung von Schlaganfällen dienen. Hinter den Kaffeefahrten steckt meist ein undursichtiges Geflecht mehrerer Firmen, denen juristisch schwer beizukommen ist. Reiner Mang versucht jetzt gegen den Geschäftsführer persönlich vorzugehen. Am Montag, den 16. August berichtet er bei uns im Lokalmagazin über seine Erlebnisse bei der Kaffefahrt.

Über das Erinnern

In der letzten Woche war Wilfriend Setzler Gastredner an der Tübinger Someruniversität. Er hielt einen Vortrag mit dem Titel „Vom Erinnern und Gedenken,  der schwierige Umgang mit der Vergangenheit“. In dem Vortrag geht es um die Inschriften von Gedenktafeln und den Umgang mit der Vergangenheit. Setzler erwähnte die Denkmäler in Weilheim und Kilchberg und ihre Inschrift. Er erläuterte, dass die Sprache auf den Gedenktafeln manipulativ und nicht gut formuliert sei. So wird oftmals nur ein einseitiges Bild der Vergangenheit aufgezeigt. Setzler kritisierte außerdem, dass die Gedenktafeln oft an Stellen angebracht sind, die kaum jemand aufsuche.

Kinder-Comic-Kurs

In einem Kurs an der Volkshochschule lernen neun Kinder bei Carola Dewor. Die Künstlerin betreibt eine private Kunstschule, das Kunstlabor Dewor in Tübingen. In der Stuttgarter Comicademy unterichtete sie figürliches Zeichnen und Perspektive.Der Comic-Workshop wurde mit der Integrationsbeauftragten Susanne Omran ausgeschrieben, und fand im Rahmen des vhs-Sommerprogramms statt. Den Teilnehmern können ihre eigenen ideen einbringen. Sie lernen Wie Figuren plastisch wirken, ein Bild Tiefe bekommt,und wie man natürlich einen Comic zeichnet.

Blumen und Bienen

Die Firma Syngenta will wohl etwas für ihr Image tun. Eigentlich verdient sie ihr Geld mit Spritzmitteln. Eben jenen, die die Monokulturen auf dem Acker auch als solche erhalten. Genau diese intensive Landwirtschaft raubt den Bienen aber ihre Lebensgrundlage: jetzt im Hochsommer finden sie zu wenig Blühpflanzen, um ihre Eiweißgrundlage, die Pollenversorgung, zu gewährleisten.Über 900 Saatgutportionen für je einen Hektar habe die Firma deutschlandweit verschenkt. Saatgut für Blühpflanzen wohlgemerkt. Ein Landwirt bei Kressbach wird diese Blühmischung nun testen. Dass Saatgut für 60 E pro Hektar stellt Syngenta. Vom Land gibt es seit diesem Jahr eine Subvention für Blühmischungen von 500 € pro Hektar. Ein Imker wird überprüfen, was davon bei den Bienen ankommt.