Radlern droht Bußgeld
In der Reutlinger Fußgängerzone ist Rad fahren auch außerhalb der Geschäftszeiten verboten. Fahrradfahrer dürfen in der Fußgängerzone nur in Schrittgeschwindigkeit fahren, ansonsten droht ein Bußgeld. Wer mit dem Fahrrad in der Fußgängerzone erwischt wird, muss zehn Euro Strafe zahlen. Im vergangenen Jahr wurden laut Polizeistatistik 60 Unfälle in der Stadt Reutlingen von Fahrradfahrern verursacht. Der kommunale Ordnungsdienst stützt sich hier auf die Straßenverkehrsordnung. Im Vergleich zu Fußgängern ist der Fahrradfahrer nicht mehr der schwächere, sondern der stärkere Verkehrsteilnehmer. Deshalb müsse in der Fußgängerzone vom Rad abgestiegen werden. Ein Ausnahme gilt für Kinder unter 10 Jahren. Sie dürfen in der Fußgängerzone unter Aufsicht eines Erwachsenen fahren, außer an Markttagen und während des Stadtfestes.
Für Schüler wird es teurer
Der Gemeinderat hat Sparmaßnahmen ergriffen und erhöht die Gebühren für die Betreuung von Grundschulkindern und für das Schulessen. Der Beschluß gilt ab dem kommenden Schuljahr und gilt zuerst für ein Jahr. Die neue Gebührenordnung soll im Juni 2011 durch eine nach dem Nettoeinkommen der Eltern gestaffelte Gebührenordnung ersetzt werden. Wie auch bisher erhalten Geschwisterkinder und Besitzer der städtischen Bonuscard eine Ermäßigung. Zudem hat der Gemeinderat den Zuschuss beim Schulessen auf die Hälfte reduziert. Ursprünglich wollte die Verwaltung die allgemeinen Essenszuschüsse sogar komplett streichen. Doch da machte der Gemeinderat nicht mit.
Oeko-Elektrosprit
Die Stadtwerke Tübingen wollen ein Tankstellen-Netz für Elektrofahrzeuge im Kreis aufbauen. Zunächst gibt es allerdings nur eine Zapfstelle, eine kostenfreie für SWT-Kunden und Mitarbeiter bei der Niederlassung der Stadtwerke. 14 zulassungspflichtige Elektrofahrzeuge gibt es derzeit im Kreis, dazu gehören auch zwei Zugmaschinen für die Straßenreinigung. Aber eigentlich zielen die Pläne der SWT-Leitung eher auf die Elektrofahrräder: die E-Bikes und Pedelecs. Da denkt man an Zapfstellen an den Fahhrradabstellplätzen, in den Parkhäusern und bei den städtischen Bädern. Und um das ganze noch grüner zu machen, sollen die Zapfstellen mit Bluegreen, dem Wasserkraftstrom der Stadtwerke, beschickt werden.
Entscheidung für Abstieg
Die Mühlstraße hat und wird wohl auch noch für eine ganze Weile für Gesprächsstoff sorgen. Dieses Mal diskutierte der Gemeinderat über das mittlerweile liebevoll „Palmer-Loch“ genannte Stück der ehemaligen Hausnummer 3. Mehrere Alternativen standen zur Auswahl, um die Frage zu klären, was damit geschehen solle. Ein Haus bauen, die Stützmauer verlängern, oder noch einen Wettbewerb für Ideen zur Lösung des Problems ausschreiben? Schließlich boxte OB Palmer mit denkbar knapper Mehrheit von 19 zu 18 Stimmen seine Idee durch, dort einer Treppe als Aufgang zum Schulberg zu bauen. Noch vor Ende des Jahres soll das Bauunternehmen abgeschlossen sein. Der Vorschlag der Opposition das Loch als „Palmer-Denkmal“ für den Pfusch in der Mühlstraße einfach so zu lassen, gehört nun wohl der Vergangenheit an.
Entwarnung
Im Kirchentellinsfurter Baggersee dümpelt zwar die Wasserpest, aber die Wasserqualität ist nicht beeinträchtigt. Auch im Hirschauer Baggersee kann man sich unbesorgt vergnügen. Das bestätigten jetzt die mikrobiologischen Untersuchungen. Da beide als Badeseen ausgewiesen sind, werden sie regelmäßig untersucht. Wer sich allerdings im Neckar oder in der Steinlach tummeln will, tut dies gänzlich auf eigene Gefahr.
Nicht gefragt
Um ihre Sparpolitik zu erklären, hatte die Stadt zu einer Infoveranstaltung geladen. Leider ließ die Beteiligung der Tübinger daran doch zu wünschen übrig. Gerade einmal 15 Leute waren gekommen, die nicht zur Stadtverwaltung oder stadteigenen Gesellschaften gehörten. Und die, die da waren hatten wenig Hoffnung, dass ihre Meinung gehört werden würde. Die Sparvorgaben seien bisher nur Vorschläge, die noch durch eine Umfrage in der Bevölkerung präzisiert werden sollen, erklärte OB Palmer. Zusätzlich könnten die Bürger ihre Meinung im Internet kundtun. Die Frage, ob diese berücksichtigt wird, stellten sich jedoch nicht nur die anwesenden Bürger. Das Finanzloch erklärt Palmer durch die gestiegenen Sozialleistungen der Stadt. Verschont von den Sparplänen sind bisher noch das LTT, die Musikschule und das Sudhaus.
Interkulturelles Schachspiel
In der Entringer Grundschule haben 25 kinder und Jugendliche aus Mazedonien, Serbien, Eritrea, Albanien und der Türkei einen Schachclub gegründet. Sie erhielten dabei Unterstützung von den Ammerbucher Schachfreunden, welche von der Baden Würtemberg-Stiftung in ein Projekt namens “JUNIK”( Jugendliche im interkulturellen Kontext ) aufgenommen wurden. JUNIK soll Erkentnisse im Bereich der Integration der verschiedenen Kulturen in unsere Gesellschaft hervorbringen. Für Schulleiter Kessel ist die Schach-AG eine gute Möglichkeit, die Kinder von Killerspielen fernzuhalten, jetzt gibt es in den Klassenzimmern auch noch eine PC-Version des Brettspielklassikers. Die Schach-AG bietet laut Manfred Köhler und Heinrich Uhlig auch einen Raum um persönliche Interessen zu bereden. Die Resonanz ist sehr positiv, die Schüler finden Gefallen an einem Spiel, dass “Jeder mit Jedem” spielen kann.
Arisierung der Pausa
Die Zwangsenteignung der Pausa 1936 war am letzten Donnerstag Thema in der Mössinger Stadtbücherei. Darin verstrickt waren Gottlieb Rühle, der nach 1945 Bürgermeister blieb und Richard Burkhart, der 1957 zum Ehrenbürger ernannt wurde. Im Vorjahr waren die Kinder der Pausa-Firmengründer Artur und Felix Löwenstein nach 73 Jahren zum ersten mal wieder in Mössingen. Die Brüder hatten 1919 eine Buntweberei übernommen und zu einem der führenden Stoffdruckunternehmen entwickelt. Die Löwensteins wurden 1936 dazu genötigt, den Betrieb weit unter Wert zu verkaufen. Diese “Entjudung” der Wirtschaft lief als formaljuristisch genehmigtes Verfahren ab, es gibt jedoch genug Hinweise die ein Interessensgeflecht auf der “Täterseite” bezeichnen. Der Kreditgeber der Sparkasse in Rottenburg, Alfred Chromann nahm die 30 000 Reichsmark Schulden bei der Bank zum Anlass, auf einen Verkauf zu drängen. Am Verhandlungstisch saßen außerdem Friedrich Bernloh, der als Sachbearbeiter des Gauwirtschaftsberaters für Württemberg-Hohenzollern schon viel Arisierungserfahrungen gesammelt hatte und Gottlieb Bühle, späterer Bürgermeister und Parteimitglied, welcher aus Angst vor künftigen Boykotten jüdischer Unternehmen zum Verkauf drängte. Der glückliche Käufer der Pausa, Textilunternehmer Richart Burkhart aus Wannweil war im engen Freundeskreis der SS und ein förderndes Mitglied.Bei den Entnazifizierungsverhandlungen nach dem Kreig schoben sich die Involvierten gegenseitig die Schuld zu. Richard Burkhart musste 1957 eine Vergleichszahlung von 175 000 Mark leisten.
Udo L. und Hermann H.
Udo Lindenberg war am vergangenen Samstag in Tübingen unterwegs. Bereits am Nachmittag schaute der bekennende Hesse-Fan am Holzmarkt im Antiquariat Heckenhauer vorbei. Dort machte Hermann Hesse damals seine Buchhändler-Ausbildung. Heute will der Inhaber das Antiquariat in eine Hesse-Gedenkstätte umwandeln und hofft auf die finanzielle Unterstützung von Udo Lindenberg. Dessen eigene Stiftung hilft Kindern in Afrika und die Hesse-Stiftung hat in Tübingen den Panik-Preis verliehen. Er soll deutsche Nachwuchs-Bands für eigenwillige Texte auszeichnen. Knapp dreitausend Gäste verfolgten das Konzert von Udo Lindenberg in der Paul-Horn-Arena.
Matschige Weißwurst
Drei Tage lang feierten die Tübinger Wagenburgen Kuntabunt und Bambule am vergangenen Wochenende ihre alljährlichen Kulturtage. Für jung und alt war reichlich Programm geboten. Neben der klassischen Abend-Unterhaltung mit Live-Bands auf der Bühne bieten die Wagenburgen auch Skurriles. Im Workshop mit den Freunden der Sperrtechnik öffnet man Schlösser auch ohne Schlüssel. Im spannenden Kuh-Lotto kürt der fallende Kuhfladen den Gewinner, der auf dieses Feld gewettet hatte. Und beim Weißwurst-Frühstück trinkt man sein Weißbier auch in der Wagenburg am Sonntag schon vor 12 Uhr.
Rottenburg kann´s
Unter dem Otto „Rottenburg rockt, rappt und swingt“ traten letzten Samstag sieben jugendliche Musikgruppen zum 1. Rottenburger Band Contest an. Darunter waren sogar zwei Bigbands zweier Gymnasien, die einen brachten Swing und Jazz, die anderen Filmmusik zu Gehör. Darauf folgten junge Vertreter von Musical, Hiphop und Indierock. Alle sieben Nachwuchsbands waren so gut, daß das Preisgeld von 700 € zuletzt auf drei erste und vier zweite Plätze verteilt wurde. Viel dürfte davon dann nicht mehr übrig geblieben sein, aber am allerwichtigsten war der Spass – und den hatten sowohl die Wettbewerber als auch die Passanten an diesem umsonst und draußen- Ereignis auf dem Rottenburger Marktplatz.

