Nachrichten vom 05.07.2010

Sparen im Museum

Tübingen spart und deswegen muss auch das Stadtmuseum den Gürtel enger schnallen. 50000 Euro will die Stadt nun weniger für das Museum ausgeben, indem der Chefposten von Kulturamtsleiterin Rathe mitübernommen werden. Da der ehemalige Museumsleiter Wiegmann ins Ruhrgebiet wechselt, bietet sich diese Veränderung an. Doch es regt sich bereits Widerstand. So forderte der Vereins-Vorstand der Stadtmuseumsfreunde von den Gemeinderäte keine weiteren Kürzungen zu zulassen, da 1,6 Personalstellen breits jetzt das absolute Minimum sind.Der Verein fordert eine Nachfolge für den Mumseumsleiterposten und will sich an der Finanzierung zum Beispiel durch einen Spendenmarathon beteiligen.

Halbe Sache

Die künftige Werkrealschule in Altingen wird frühestens 2012/13 zur Ganztagesschule. Dies sagte Ammerbuchs Bürgermeister Friedrich von Ow im Gemeiderat auf die Frage der Altinger GAL-Rätin und Vorsitzeneden des Schulfördervereins Elisabeth Schmengler. Eltern überlegen jetzt, wenigstens einen Mittagstisch anzubieten.

Schätzle im Grünen

Einst trafen sich hier die Honoratioren der Stadt Rottenburg. Sie verspeisten die Pfirsiche, Reneclauden und Weintrauben aus dem Garten drumrum, der damals noch viel größer war. Erbaut wurde das Gartenhäuschen in der Sprollstraße 20 im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von der angesehenen Einwandererfamilie Bellino. Seit mehreren Jahren zerfällt das historische Schmuckstück, da sich das staatliche Hochbauamt und das bischöfliche Ordinariat die Zuständigkeit gegenseitig zuschieben. Jetzt hat der Rottenburger Verein „Bauhütte“ das schwindende Schätzle zu seinem Anliegen gemacht. Auch der Sülchgauer Altertumsverein macht sich für das Gartenhäuschen stark. Rottenburg Baubürgermeister würde das Häuschen gerne einem Förderverein übergeben. Fehlt nur noch eines, von dem er sprach: der Geldbetrag des derzeitigen Nutzers (welcher laut Hochbauamt das bischöfliche Ordinariat wäre, laut bischöflichem Ordinariat aber nicht, da selbiges nutzlos), die neunstellige Summe von der Denkmalstiftung sowie einem vergleichbaren Betrag von Sponsoren. Kommentar: Vielleicht sollten die Liebhaber einfach selber die Ärmel hochkrempeln? Aber da ist sicher die eine oder andere Amtsbestimmung dagegen…

Wenig Ferienjobs

Die Zeiten, in denen Studierende gute Möglichkeiten hatten, während der Semesterferien durch zeitliche begrenzte Jobs die schmalen Geldbeutel aufzubessern, scheinen vorbei zu sein. Laut der Agentur für Arbeit sieht es mau aus mit Ferienjobs im Kreis Reutlingen. Zwar sei in den letzten Tagen einiges hereingekommen, der Bedarf sei aber eindeutig unterdeckt, viel mehr noch als in den letzten Jahren. In der Produktion bei Bosch in Reutlingen z.B. gäb es zwar eine Anzahl Jobs, aber die Zahl der vorliegenden Bewerbungen sei bereits so hoch, dass es sich nicht lohnen würde, sich noch zu melden. Möglichkeiten gäbe es noch für Zeitjobs im Dienstleistungssektor, als Reinigungskraft oder Pizzabote. Allerdings sind die Stundenlöhne für diese Jobs deutlich gesunken. Für Schüler sähe es noch viel schlechter aus: Fast jeder Arbeitgeber wolle nur volljährige Jobber einstellen, oft wird auch noch ein Führerschein verlangt. Die besten Chancen habe man, wenn man sich im Freundes- oder Bekanntenkreis nach Möglichkeiten erkundige, so Birgit Jahn, Pressesprecherin der Agentur in Reutlingen.
Gegen den Giftkrieg

Vandana Shiva erhielt 1993 den Alternativen Nobelpreis. Letzten Mittwoch berichtete sie bei Albgold in Trochtelfingen aus dem Giftkrieg der großen Lebensmittelkonzerne, die sich alle Nahrungsstoffe patentieren lassen wollen. Seit der Einführung genmanipulierter Pflanzen werden in Indien 40 % mehr Pestizide eingesetzt. In Zentralindien gibt es jährlich 4000 Selbstmorde von Landwirte – 84% davon sind in die Schuldenfalle des Teufelskreises genmanipulierter Saat und immer neue Herbizide und genmanipulierter Pflanzen geraten. Von 1800 Rupien für Saatgut gehen 1200 an Monsanto für die Patentrechte. In Argentinien sind nach ihren Informationen bereits die Hälfte der Landwirte durch den Einsatz von genmanipuliertem Soja vertrieben worden. Monsantos Kritiker werden in Indien per Gesetz mundtot gemacht. Vandana Shiva sichert Saatgut traditioneller Pflanzen und vernetzt in ihrer Organisation die Bauern.. US Bio-Piraten wollten sich auch die Nährstoffe des indischen Neem-Baums patentieren lassen. Nach elf Jahren Kampf vor Gerichtgelang es ihr, den Neem-Baum als das zu retten, was sein Name übersetzt aussagt: ein freier Baum.

Böser Bello

Die Hunde am Neckar sind glücklich. In den idyllischen Grünflächen zwischen Hirschau und Rottenburg können sie ihrem Jagdtrieb freien Lauf lassen. Weniger glücklich sind die Bodenbrüter. Die Bestände von Feldlerchen, Kiebitzen und Braunkehlchen gehen zurück – aber das sind nur einige von vielen. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung beschneidet ihre Lebensräume – und die verbliebenen müssen sie sich mit erholungssuchenden Menschen und ihren Vierbeinern teilen. Im Minutentakt durchstreifen die Raubtiere das Gelände und nur selten gelangt ein Überlebender eines solchen Massakers durch einen reumütigen Hundebesitzer in die rettenden Hände der Vogelschützer. Die Vogelschützer bitten inständig, die Hunde wenigstens in der Brutzeit von März bis Mitte Juni anzuleinen.

Wohnprojekt für Squaws

Vor fünf Jahren ging das Frauenwohnprojekt „Seniora“ in Planung. Fünf Jahre später, nach vielen Hindernissen, abgesprungenen Interessentinnen und einem Bauortwechsel, gibt es jetzt das Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Wigwam“, die Kurzform für „Wohnen In Gemeinschaft Wertschätzendes Achtsames Miteinander“. Die übrig gebliebenen Initiatorinnen Sibylle Höf, Ulrike Droll und Kirsten Levene planen es auf einem knapp tausend Quadratmeter großen Grundstück in der Hans- Reyhing- Straße in Reutlingen zu realisieren. Doch dazu fehlen ihnen weitere Mitbewohnerinnen. Erst mit sechs bis sieben Bauwilligen, die ein Startkapital von 50 000 Euro mitbringen, kann das „Wigwam“ mit zehn Wohnungen gebaut werden. Es soll barrierefrei sein und die neusten Energiestandards erfüllen. Vorteile in dieser Art des Wohnens sehen die drei Initiatorinnen vor allem in der nachbarschaftlichen Hilfe und auch dem kosten sparenden Synergieeffekten, wie Car-Sharing, gemeinsames Einkaufen und Kinderhüten. Auch gemeinsam eine Pflegeschwester zu engagieren, wenn es so weit ist, sehen sie als eine Möglichkeit an. Eine Info-Veranstaltung zu diesem Projekt findet am Mittwoch den 14. Juli um 19.30 im Alten Rathaus Reutlingen statt.

Sammeln für den Sommer

Die Lindhöfler wollen im Juli und September ein Sommertheater in Zusammenarbeit mit der Stadt Mössingen in der Bogenhalle der Pausa aufführen. Leider fehlt es ihnen an Startkapital, nachdem die Landesstiftung ihre finanzielle Unterstützung absagte. Doch wenn einem keiner hilft, dann muss man sich eben selbst helfen. So spielte das Lindenhof Ensemble ohne Gage in der Aula des Quenstedt-Gymnasiums. Unter dem Motto „Mir könnet faschd älles“ ging es am Abend quer durch die erfolgreichsten Programme der Lindenhöfler. Mit dabei waren unter anderem die Musiker der Poliakoffs Eventkapelle und die Damen vom Ehrenamt, verkörpert durch Dietlinde Ellsäßer und Ida Ott. Auch die Poesie war durch Sebastian Blaus heimatverliebte Gedichte an diesem Abend vertreten.

Cinderella im Naturtheater

“Cinderella”, das Märchen um das deutsche Aschenputtel der Gebrüder Grimm, ist das Kinderstück des Naturtheaters Reutlingen in dieser Saison. Am Freitag war Premiere auf der Freilichtbühne im Wasenwald. Insziniert hat die Aufführung der neue Regisseur Ambrogio Vinella, der auch für die Bühnenfassung gesorgt hat. Die Musik hat Alexander Reuter komponiert.

Schüler Gegen Rechts

In einem Theaterkurs der Klasse zwölf am Carlo-Schmid-Gymnasium in Tübingen entstand die Idee für einen Tag gegen Rechtsextremismus. Am Dienstag kamen Experten, darunter vom Verfassungsschutz, ins Carlo-Schmid-Gymnasium zu Vorträgen, Workshops und Austellungen. Theater machten die Schüler selbst.

Ins Heilige Land

Schüler und Schülerinnen des Mössinger Quenstedt-Gymnasiums berichten vom Austausch mit Isreal. Im April diesen Jahres verbachten sie 2 Wochen in Katzir bei Haifa. Der Austausch stand im Zeichen der Analayse der unterschiedlichen Berichterstattung des Nahostkonfliktes. Der Reise nach Israel war der Besuch eine Gruppe israelischer Schüler in Mössingen vorrausgegangen. Die Schüler untersuchten während der zwei Begnungen in der Heimat und in Israel die Berichterstattung und bekamen ein Verständnis für die Macht der Medien. Da sie in der Lage sind ein gewünschtes Bild durch gezieltes Weglassen oder Betonen zu kreieren. Erschrocken waren sie über ihre israelischen Austauschpartner, von den sie sagen, dass sie ein festes Feindbild im Kopf haben. Deshalb habe man versucht politische Themen zu vermeiden, um gut miteinander auszukommen.
Malen für einen guten Zweck

In einer Kooperation haben die Kinderhilfs-Initiative „Lillebror“ und die Toys-Company, eine Übungsfirma zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser im Landkreis Reutlingen einen Malwettbewerb für Kinder bis zu 12 Jahren ausgeschrieben. Die besten 12 Bilder sollen zu einem Kalender zusammengefasst werden, dessen Erlös dann Lillebror zugute kommt. Beiträge können noch bis zum 15.8. an die Inititiative eingesandt werden. Die einzige Bedingung: Die Bilder müssen im Querformat sein. Die GewinnerInnen erhalten jeweils einen Eintrittsgutschein für den Erlebnispark Sensapolis.