Palmer und BP
Tübinger Oberbürgermeister Palmer rief anlässlich der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Autofahrer auf, die zum BP-Konzern gehörenden Araltankstellen zu meiden. Er ist der Meinung, dass Kundenstreik jetzt mehr bewirken kann als Politik. Ölkonzerne sind die am besten verdienenden Unternehmen der Welt, die drei größten haben zusammen in einem Jahr 100 Mrd. Dollar Gewinn gemacht. Am besten wäre es natürlich sich ganz vom Öl zu verabschieden. Bis dahin ist ein Boykett wirkungsvoll, weil Umsatz und Gewinne einbrechen werden, so Palmer. Mindestens bis das Loch gestopft ist, und das BP-Management zurück getreten ist, sollten die Tübinger die Tankstellen meiden. Ob die Stadtverwaltung selbst derzeit noch Öl von BP bezieht, lässt Palmer gerade prüfen. Der Deutsche Konzernchef von BP kommentierte, dass unter einem Boykett nur die Tankstellenbetreiber und Mitarbeiter leiden werden.
Neue Außenstelle
Das preisgekrönte Mössinger Firstwaldgymnasium will zwei Außenklassen in Kusterdingen einrichten. 430 Schüler verlassen jeden Tag Kusterdingen und seine Teilorte. Wenn es gelingt die finanziellen Hürden zu nehmen, wird der Unterrichtsstart im Schuljahr 2011/12 sein. Wie das Regierungspräsidium signalisierte, könnte das Genehmigungsverfahren für eine staatliche Förderung allerdings mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Verfahrensfehler
Nach gut 4 Jahren steht an der Walter-Erbe-Realschule wieder ein Schulleiterwechsel ins Haus. Es ist die dritte Neubesetzung innerhalb der letzten 6 Jahre. Eltern kritisieren das Verfahren zur Neubesetzung des Postens aus zwei Gründen. Zum einen sei die Besetzung des Postens zum dritten Mal in Folge durch eine Versetzung geregelt worden. Die Eltern empfinden dies als intransparent und wenig demokratisch. Zum anderen machen sie sich Sorgen um das Konzept der Schule, denn in der Ausschreibung des Amtes wird nicht auf das reformpädagogische Profil eingegangen und keine Kompetenz in diesem Bereich vorrausgesetzt. Eltern fordern in einem Brief das Regierungspräsidiums auf, den Ausschreibungstext zu ändern.
Jugendreferent für Ammerbuch
Ammerbuch bekommt einen Jugendreferenten. Der 26-jährige Johannes Kraus wird, sobald er sein Studium in München abgeschlossen hat, seine erste Stelle antreten. Erfahrung im Bereich Jugendarbeit hat er dennoch schon gesammelt. Er engagierte sich ehrenamtlich in seiner Kirchengemeinde und war jahrelang Schiedsrichter im Jugendfußball. Und genau im Fußball sieht er eine gute Chance, um eine Brücke zu den Jugendlichen zu schlagen. Weiterhin möchte er eng mit den Schulsozialarbeitern und den Vereinen in Ammerbuch zusammenarbeiten.
5. Jugendpflege berichtet
Einen Überblick über die vielen Formen der Kinder- und Jugendarbeit lieferte der Leiter der Mössinger Jugendpflege Thomas Häußler bei der Präsentation des Berichts fürs Jahr 2009 im Gemeinderat: offene Jugendarbeit im Jugendhaus “M”, mobile Jugendarbeit im Stotzenhof, Kooperationen bei der Projektarbeit. Treffs werden betreut, Projekte begleitet, Selbstverteidigungskurse angeboten, Peergroup-Trainer eingesetzt, Schulen unterstützt. Häußler ließ das Jahr 2009 durch Presseberichte Revue passieren: Das Jugendhaus “M” feierte sein zehnjähriges Bestehen mit großem Programm und einem Fest auf drei Ebenen. Der Stotzenhof wird nach einem Umzug ins Don-Bosco-Zentrum aufgegeben. Als Beispiel für die Kooperation mit Schulen erinnerte der Sozialpädagoge an die von Oberstufen-Schülern ausgerichtete Party für Jüngere. Einen festen Platz im Jahresplan hat auch der Streitschlichterkongress. Der Bau der Dirt-Bike-Anlage neben der Sportanlage in Belsen ist weit vorangeschritten. Bis zum 3. Oktober soll sie fertig sein. Dann kann sie zusammen mit der aufwendig umgebauten Sportanlage eingeweiht werden.
Schulprojekt informiert
Das neue Schulprojekt „Verrückt – na und?“ möchte an Tübinger Schulen über psychische Krankheiten informieren. Diese kommen zwar immer häufiger auch unter Jugendlichen vor, wirklich Bescheid weiß aber keiner. Daher möchten die Initiatorinnen zum einen über Krankheiten wie Depressionen und Schizophrenie informieren und den Schülern zum anderen Raum für ihre Fragen geben. Besonders an diesem Projekt ist auch die Begegnung mit einem Betroffenen, der den Schülern Fragen beantworten wird. Diese Erfahrung soll mehr Offenheit und Toleranz im Umgang mit psychisch Kranken schaffen.
Müllprobleme
Verkehrte Welt auf dem Reutlinger Marktplatz. Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste, die normalerweise Müll zusammenklauben, legten ihn am Donnerstag aus. Zu Demonstrationszwecken taten sie das. Denn die drei Männer, die sich da nebst Kehrmaschine und Info-Pavillon im Herzen der Fußgängerzone postiert hatten, sind so etwas wie Botschafter – Botschafter des besseren Benimms. Ihre Mission: Passanten für die ärgerlichen und kostspieligen Nebenwirkungen ausgelassenen Feierns zu sensibilisieren. Vor allem mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft haben die Technischen Betriebsdienste jetzt eine Kampagne gestartet, die freudentaumlige Fans darauf aufmerksam machen soll, dass Scherben nicht zwangsläufig Glück bringen. Zerbrochene Flaschen in Massen bewirken nämlich glatt das Gegenteil. Sie behindern die Stadtreinigung und führen zu Verletzungen. Und: Sie verursachen erhebliche Kosten.
Planie 22 in Gefahr
Eine Entmietung im Hauruck-Verfahren? Für die Initiative lebenswerte Oststadt kommt sie nicht infrage. Nicht für die Planie 22, nicht ohne Not, vor allem aber nicht ohne klare Konzeption. Das wäre nachgerade »fatal« finden die Aktivisten, die sich seit bald einer Dekade für den Erhalt des Heinzelmann-Areals und seiner seit den 1990er-Jahren gewachsenen Mischnutzung verkämpfen.
Regionale Datenbank
Eine neue Internetplattform bündelt regionale Sozial, Bildungs- und Wirtschaftsdaten und erlaubt regionale Vergleiche innerhalb Deutschlands. So auch über den Arbeitsmarkt, zur dessen Analyse der Arbeitsmarktmonitor bereits im Großraum Stuttgart eingeführt wurde und nun auch im Arbeitsamt Reutlingen zur Verfügung steht. Dieser Computer und die Plattform machen es möglich, die Arbeitsmarktsituation vor Ort und ihre Entwicklung zu analysieren. Daraus lassen sich langfristige Beschäftigungsstrategien für die Region Neckar-Alb entwerfen. Für die Zukunft wird vor allen Dingen ein Kampf um Nachwuchskräfte prognostiziert. Da sich der Arbeitsmarkt dynamisch und regional entwickelt, sind passgenaue Strategien von Nöten. Das Instrument kann allerding nur Probleme der Region aufzeigen, ohne gültige Lösungen anzubieten. Es geht aber nicht nur um Arbeitsmarktpolitik sondern auch um die Enticklung bildungspolitischer Strategien und famielnfreundlicher Wohn- und Arbeitsorte.
Projekt Leihgroßeltern
2006 initiierte Helga Wollf vom Reutlinger Kinderschutzbund das Projekt Leihgroßeltern. Seither hat sie großelternlose Enkel und enkellose Großeltern zusammengebracht. Einmal die Woche oder ganz spontan treffen sich Leih-Oma oder -Opa und Wunsch-Enkel oder -Enkelin und haben Spaß mit einander. Die vergangenen vier Jahre haben eine Menge positiver Erfahrungen gebracht – aber auch viel mehr potentielle Wunschenkel als Leihgroßeltern. Zukünftige Wunsch-Omas oder Opas können sich unter der TelNr. 07121 / 5 27 81 an Helga Wolff wenden. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, die Leihgroßeltern sind jedoch über den Kinderschutzbund versichert.
Frauenbilder in den Medien
Petra Zellhuber-Vogel ist ARD-Programmbeiratsvorsitzende. Nominiet wurde sie von katholischen und evangelischen Frauenverbänden. Am letzten Dienstag sprach sie im Rottenburger Domgemeindehaus auf Einladung des katholischen Frauenbundes über die Frauenbilder in den Medien. Dabei machte sie verschiedene Trends aus. Einerseits würde den jungen Mädchen der TopModell-Schönheitswahn eingeimpft, als Idealbild gelte die durchgestylte Geschäftsfrau a la Heidi Klum. Andererseits gibt es aber auch durch die Tatort-Kommisarinnen ein breites Spektrum an Frauenbildern. Sie empfahl Müttern und Töchtern, über die TV-Frauenbilder zu diskutieren und wünschte sich außerdem weiterentwickelte Männer.

