Ärger um Türkische Gemeinschaft
Die Türkische Gemeinschaft Organisation Reutlingen, kurz TGO, steht schon länger unter massivem Verdacht, mit den rechtsextremen Grauen Wölfen in enger Verbindung zu stehen. Dies hat sich jetzt in einem Video bestätigt, das auf einem Internet-Portal zu sehen ist. Teile der Gäste einer Versammlung der TGO stehen vor einem Banner der Grauen Wölfe und heben die rechte Hand zum so genannten Wolfsgruß. Dies führte jetzt zur endgültigen Aufkündigung der Zusammenarbeit von Stadt, Landratsamt und evangelischer Kirche mit der TGO. Die TGO sei nicht zu einem Verzicht auf rechtsnationalistiscjhe Symbolik bereit, auch wenn sie sich in einer Stellungnahme zur demokratischen Grundordnung bekenne. Der Verfassungsschutz unterstellt der TGO, sie verfolge Bestrebungen gegen den Gedanken der Völkerverständigung.
Reutlinger Integrationskonzept
Letzten Freitag fand die öffentliche Diskussion des Reutlinger Integrationskonzepts statt. Rund 120 Einheimische und Zweiheimische waren gekommen und vermerkten ihre Vorschläge an den Pinnwänden. Ein Haus der Kulturen wurde unter anderem gewünscht und ein neuer Name für den Ausländerrat: Integrationsrat soll dieser zukünftig heißen. Und daß bei der nächsten Diskussion etwas mehr Frauen auf dem Podium Platz nehmen mögen. Ansonsten war man sich einig: Integration ist eine Aufgabe der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Besonders betont wurde der Bereich Bildung und Sprachförderung. Bürgermeister Hahn versprach dann auch, Sprachkurse weiter zu fördern.
Zuspruch für Arbeiterbildungsverein
Der Verein Arbeiterbildung müsse seine unabhängige und kostenlose Sozialberatung aus finanziellen Gründen einstellen, hieß es im April. Dies führte zu einer großen Resonanz in der Öffentlichkeit mit festen Zusagen für Spenden. Für eine Weiterführung der Beratungsarbeit bis zum Jahresende braucht der Verein 10 000 Euro. Das Ziel sei der Erhalt und sogar der Ausbau der Beratung, weil es in der aktuellen Situation immer mehr Erwerbslose mit Beratungsbedarf gebe.
Hart am Limit
Immer häufiger landen Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Seit einem Jahr versucht das Präventionsprojekt “Hart am Limit” einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Konsum von Alkohol zu vermitteln. Dabei setzt das Projekt nicht nur auf direkte Arbeit mit den Betroffenen. Auch Ansätze auf kommunaler Ebene wie Rahmenvereinbarungen für Vereinsfeste, enge Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeitern und Polizei und die insgesamt stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit sollen den bewussten Umgang mit Alkohol fördern. Das Projekt ist bislang auf zwei Jahre befristet. Bald beginnt die Planung für eine dauerhafte Finanzierung.
100 Jahre Kepi
Das Kepler Gymnasium in Tübingen feierte sein 100 jähriges Jubiläum. Gewürdigt wurde die Schule vor allem für die Leistung im naturwissenschaftlichen Bereich. Zudem bietet das Kepi, mit seinem zweisprachigen Zug, als einziges Gymnasium in Baden- Württemberg die Möglichkeit neben dem deutschen auch das französische Abitur ablegen zu können. Dritter Stützpfeiler bildet Kunst und Musik. Die Haltung und Standhaftigkeit Johannes Keplers selbst in schwierigen Zeiten, will das Kepler Gymnasium laut Schulleiterin Elke Bleier Staudt auch in Zukunft weiterleben.
Spende an Bouaké
Im Zuge der Städtepartnerschaft unterstützt Reutlingen mit 40 000 Euro ein Zentrum für psychisch Kranke in Bouaké. Das Zentrum ist den Anforderungen nicht mehr gewachsen und muss dringend renoviert und erweitert werden. Das Geld stammt aus einer Spende für Bouaké der Firma Danzer, die diese 1993 der Stadt zur Verwaltung übergeben hatte. Ein Teil davon wurde bereits damals für Hilfsprojekte in Bouaké verwendet. Wegen politischer Unruhen und des Bürgerkriegs hielt sich Reutlingen in den Jahren 1998 bis 2004 dan aber mit weiteren Projekten zurück.
BUKO-Kongress
Am Abend des gestrigen Donnerstags begann im Tübinger Sudhaus der 33. bundesweite BUKO-Kongress. Die Themen sind “Commons, Gemeingüter und Allmende” zum einen und “Wir in Europa – Europa in der Welt” zum anderen. Ca. 500 Besucher erwarten die Organisatoren, die von unzähligen Initiativen kommen, die sich politisch mit dem globalen Süden befassen. In vielen Workshops, Podiumsdiskussionen und anderen Veranstaltungen wollen die Besucher des BUKO sich informieren und untereinander austauschen sowie neue Kontakte knüpfen und alte pflegen. Unter dem Motto “Nach den Sternen greifen – Kollektive Aneignung statt globaler Enteignung” sind in diesem Jahr ganz explizit auch die Jüngeren angesprochen. Vom Bildungsstreik bis zu globalen sozialen Rechten reichen die Themen, mit denen sich vor allem junge Leute auf dem Kongress befassen. So geht es zum Beispiel in einem Planspiel von 10-16 Uhr am Samstag um das Gemeingut “Wasser”. Der Kongress endet am Sonntag, dem 16. Mai. Das Freie Radio Wüste Welle überträgt am heutigen Freitag und morgigen Samstag noch jeweils acht Stunden live direkt vom Kongress. Weitere Informationen, Beiträge zum Nachhören und Livestreams gibt es auf buko.wueste-welle.de
JGR zum Bildungsstreit
Der Reutlinger Jugendgemeinderat hat in der letzen Sitzung darüber diskutiert, ob er den Bildungsstreik am 09. Juni, vor dem Regierungspräsidium in Tübingen, unterstützen soll. Dieser richtet sich gegen G 8 und das dreigliedrige Schulsystem. Zudem fordern die Schüler kleinere Klassen und mehr Mitspracherecht. Das Streik-Team will -dieses Jahr parteiunabhängig- wieder ein Zeichen dafür setzen, dass auch Reutlinger Schüler mit dem Bildungssystem nicht einverstanden seien.
Bildungspatenschaften
Der Reutlinger Bundestagsabgeordnete Ernst-Reinhard Beck ruft Patenschaftsprojekte für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Region auf, sich am Aktionstag “Bildungspatenschaften direkt” der “Aktion zusammen wachsen” zu beteiligen. Sie unterstützt bestehende Patenschaftsprojekte für junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund und regt die Gründung neuer Projekte an. Darüber hinaus sollen Bürger, aber auch potenzielle Unterstützer von Patenschaften überzeugt werden. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen und so die Intergration von Zuwandererfamilien in Deutschland zu fördern.
Bilanz der Bücher
Allen Unkenrufen zum Trotz wird wieder mehr gelesen. Nicht nur in Tübingen auch inb der Stadtbücherei Pfullingen sind die Ausleihzahlen gestiegen: 2009 waren es 11% mehr als im Vorjahr. Liebe und Vampire führen die Leseliste an – und Hape Kerkelings Trend-Wanderbuch „Ich bin dann mal weg“. Zurückgegangen sind dafür die Haushaltsmittel, die wurden um 10 000 € gekürzt. Also muß gespart werden, nach Möglichkeit nicht an den Medien, die immer wieder aktualisiert werden müssen, sondern beispielsweise am Strom: um 500.- € konnte die Stromrechnung im letzten Vierteljahr bereits gesenkt werden.
Remstal-Rebell
Der Sohn macht Polit-Karriere, der Vater hat es in 300 Wahlkämpfen in kein Amt geschafft, dafür öfter vor Gericht wegen Beleidigung und ähnlichen Delikten. Fünf Jahre nach dessen Tod will Boris Palmer seinem Vater Helmut Palmer, auch bekannt als „Remstal-Rebell“, ein Denkmal setzen: sein Wohnhaus in Geradstetten im Rems-Murr-Kreis soll unter Denkmalschutz gestellt werden, um dort das Helmut-Palmer-Archiv unterzubringen. Dazu hat er mit dem SPD-Aktivisten Hermann Scheer und dem Grünen-Politiker Rezzo Schlauch einen Verein gegründet. Des weiteren untersucht der Historiker Jan Knauer an der Tübinger Uni, wie Helmut Palmers unkonventioneller Politikstil im Land aufgenommen wurde. Rezzo Schlauch, der Helmut Palmer als Anwalt zur Seite stand, nennt ihn einen „schwierigen Menschen“, mit dem ihn, wie er sagt, aber ein „inniges Verhältnis“ verband.
Honigflaute
Die Imker im Landkreis sind dieses Jahr doppelt beunruhigt: Regen und Kälte wollen nicht aufhören. Einige haben im Winter überdurchschnittlich viele ihrer Honigbienen verloren. Grund dafür ist vor allem der häufige Befall der Bienen durch die Varroa- Milbe. Da die Bienen beim derzeitigen Wetter nicht fliegen können fürchten die Imker um ihre Ernte. “Es bleibt abzuwarten was der Mai noch bringt.” sagte der Vorsitzende des Rottenburger Imkervereins Robert Augustin- König.

