Nachrichten vom 19.03.2010

Busticket statt Zeitung

Die Flüchtlinge aus Weilheim bekommen jetzt doch einige Monatstickets von der Stadt Tübingen. Dafür bezahlen die Fraktionen künftig ihr Abo des Reutlinger Generalanzeigers selbst. Der vom Gemeinderat verabschiedete Antrag soll rund 1500 Euro im Jahr für Bustickets und Fahrräder bringen. Das Asylzentrum und die Grünen hatten die Aktion“Mobilität für Flüchtlinge“ gestartet. 70 Asylbewerber sind in Weilheim untergebracht. Ursprünglich hatte das Asylzentrum beantragt, dass die Stadt allen Flüchtlingen kostenlose Monatstickets zur Verfügung stellen solle.

Bahn frei

Grenzüberschreitendes Reisen wird bald auch zwischen regionalen Verkehrsverbünden mit einer einzigen Fahrkarte möglich. Neun Verkehrsverbünde in der so genannten Metropolregion Stuttgart wollen ab dem kommenden Jahr zusammenarbeiten. Das Nahverkehrsticket der Bahn soll dann auch für Busse und Bahnen in den Städten gelten. Die Mehrkosten sollen alle Bahnkunden solidarisch mitfinanzieren, egal, ob sie den Service vor Ort nutzen oder nicht. Die Nutzer des Metropoltickets können dagegen sparen. Der Aufpreis auf das Bahnticket soll nur 85 Cent betragen. Vorerst sind allerdings nur Einzeltickets vorgesehen, die Bahn sträubt sich noch gegen die attraktiveren Tagestickets.

Rottenburg handelt fair

Jetzt ist’s amtlich: Rottenburg ist die erste „Fair Trade“-Stadt Baden-Württembergs. Am vergangenen Sonntag nahm OB Neher vom Kölner Verein Transfair die Auszeichnung entgegen. Damit waren die Rottenburger den Heidelbergern um eine Nasenlänge voraus. Heidelberg wird wohl die nächste Fair Trade Stadt im Land werden.

Bioenergie

Der Ortschaftsrat von Stockach ist sich einig: Stockach soll ein Bioenergiedorf werden. Die Entscheidung am vergangenen Wochenende fiel einstimmig aus. Was das eigentlich ganz genau heißt, weiß keiner so genau. Sicher ist: Die Stockacher wollen bei Wärme und Strom Selbstversorger werden und mindestens 100% ihres Energiebedarfes so selber decken. Überschüssige Energie können sie dann verkaufen. Die Umsetzung wird noch etwa drei Jahre in Anspruch nehmen, aber die Verträge sollen bald abgeschlossen werden.

Windenergie

Das Wirtschaftsministerium will die Stromerzeugung durch Windenergie bis 2020 vervierfachen. Dafür warb der Referatsleiter Joachim Sautter vor dem Planungsausschuss des Regionalverbandes Neckar-Alb in Mössingen. Der ist nämlich dafür zuständig, neue Standorte für Rotoren auszweisen. Ende April wird der Ausschuss über ein neues Energiekonzept entscheiden.

Gefährliche Wasserkraft

Dem Ausbau der Wasserkraftwerke droht der Unmut der Horber Fischer. Die Stadt Horb möchte gemeinsam mit den Tübinger Stadtwerken für 4 Millionen € eine Wasserkraftanlage bauen. 2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr soll die neue Turbine erzeugen. Eine Häcksel-Turbine mutmaßen die Horber Fischer, die ihre Aale shredddert. Außerdem wird befürchtet, daß die Stauwirkung den Flussfischen den Lebensraum nimmt. Tatsächlich werden in Tübingen die wandernden Aale in einen Müllcontainer gesaugt. In der neuen Anlage sollen jedoch die Fische, die im Rechen vor der Turbine landen, stattdessen über eine Schwemmrinne rutschen. Und die neue Turbine, so die Stadtwerke, schlucke so viel Wasser, daß der Fließcharakter des Flusses eher wieder hergestellt würde.

Ende einer Amtszeit

Anstatt sich verabschieden zu lassen, nahm sie die Sache selbst in die Hand, statt diverser Reden hielt sie selbst eine Abschiedsrede und verteilte symbolische Abschiedsgeschenke: Am letzten Montag verabschiedete sich Ulla Schreiber vom Tübinger Gemeinderat. Am ? wird die ehemalige Baubürgermeisterin im Lokalmagazin Rückschau halten auf ihre Amtszeit in Tübingen.

Gestürmt und geklungen

Das Sturm Und Klang-Festival am vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg. Schon Nachmittags beteiligten sich etwa 100 Jugendliche am reichhaltigen Workshopangebot. Wer wird deutsche Stammtischmeister? – dieser Workshop hinterfragte die platten Ideologien hinter rechter Globalisierungskritik. Mach meine Freundin/meinen Freund nicht an! Im Anti-Diskriminierungsworkshop ging es um praktische und konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung im Alltag. Weitere Themen waren der Klimawandel, Bildungssystem, kreative Aktionsformen oder die Landlosenbewegung in Brasilien. Wichtig ist dem Organisationsteam die Verbindung von Politik mit Spaß. Darum feierten die Jugendlichen nach den Workshops noch bis in den frühen Morgen.

Firstwald im Finale

Das evangelische Firstwald-Gymnasium in Mössingen hat es ins Finale des Deutschen Schulpreises geschafft. Schon über diese Auszeichnung freut man sich bei der Schule. Denn unter den 15 besten bundesweit zu sein, das ist schon eine respektable Leistung. Die Kriterien, nach denen die Schulen von einer Jury beurteilt wurden, sind Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Eine zehnköpfige Delegation wird zur Preisverleihung am 9. Juni nach Berlin fahren. Ob sie dann den Hauptpreis von 100.000 Euro gewinnen oder nicht: Die Mössinger Schüler und Lehrer fühlen sich auch schon so als Gewinner.

Kinderhospiz

Der Ambulante Hospizdienst Reutlingen plant eine neue Abteilung aufzubauen. Es soll ein ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst eingerichtet werden. Bundesweit leiden 30 000 Kinder und Jugendliche an lebensverkürzenden Krankheiten. Ihnen bleibt es verwehrt ein langes Leben zu führen und ihre Eltern zu überleben. Diese Tatsache belastet auch die Familie sehr. In betroffenen Familien gibt es eine überproportional hohe Scheidungsrate und gesunde Geschwister geraten oft aus dem Blickfeld. Allein im Landkreis sind 100 Familien betroffen. Der ambulante Hospizdienst möchte diese Familien bei ihrem harten Schicksal unterstützen. Nicht nur im Haushalt, sondern in allen Belangen um Leben, Sterben und Tod. Man möchte versuchen ihnen diese schwere Zeit ein wenig zu erleichtern. Dafür werden jetzt ehrenamtliche Helfer gesucht, die eine stabile Persönlichkeit haben und mit dem Thema Tod umgehen können. Geschult werden sie über 3 Monate einmal die Woche von Mitarbeitern des ambulanten Hospizdienstes Reutlingen. Interessenten können sich gerne telefonisch beim Ambulanten Hospizdienst Reutlingen melden.

Wein gegen Sonnenbrand?

Mediziner der Universitätsklinik-Hautklinik Tübingen haben getestet, ob man Sonnencreme durch Rotweingenuss ersetzen könne. Rotwein enthält sogenannte Polyphenole. Diese Stoffe produzieren beispielsweise auch Pflanzen, um sich vor Licht zu schützen. Es durften sich also 15 glückliche Mediziner zu Forschungszwecken betrinken und anschließend die Haut verbrennen lassen. Leider ohne gute Nachrichten. Ein 80 Kilo schwerer Mensch muss in 40 Minuten einen halben Liter Rotwein trinken, um einen Lichtschutzfaktor von 1,19 zu erreichen. Eine schwache Sonnencreme hat zum Vergleich einen Lichtschutzfaktor von 6. Man muss also doch weiter cremen und den Rotwein nebenher genießen.

Die Stadt als Sportplatz

Eine Sportausrüstung und Hallenmieten können teuer sein. Warum also nicht das nutzen, was schon da ist und dazu noch umsonst. Die Stadt. Diese haben auch zehn Jungs aus Reutlingen für sich und ihren Parkour-Sport entdeckt. Beim Parkour überwinden die Traceure springend und klettern Hindernisse auf Straßen und Plätzen. Die Lieblingsplätze der Reutlinger Jungs von “Airflow” sind das Bowling-Center und das Rathaus. Aufmerksam geworden sind sie auf diesen neuen Trendsport durch Videos auf YouTube.