Cord machts
Der Tübinger Gemeinderat wählte am Montag erwartungsgemäß den bisherigen Stadtsanierer Cord Soehlke zum neuen Baubürgermeister. Zwei der vier Mitbewerber hatten kurzfristig zurückgezogen. Mit 25 zu 14 Stimmen stand das Ergebnis bereits im ersten Wahlgang fest. Soehlke übernimmt das Amt am 1. April von der scheidenden Baubürgermeisterin Ulla Schreiber. Sie hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.
Und es gibt sie doch noch
Die Reutlinger IG Metall hatte Grund zum Feiern: die Arbeiter der Automotive Lighting haben sich eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2015 und die Zusage für neue Produktsionslinien erstreikt. Die Belegschaft war geschlossen gegen die geplanten 130 Entlassungen angetreten – die Streikposten am Werktor hatten nur die Funktion eines deutlichen Symbols. So war die von der Gewerkschaft organisierte Siegesfeier auch eine Feier der Zusammenhalts und der Solidarität.
Vetterleswirtschaft?
Der Rhetorik-Lehrstuhl der Uni Tübingen genießt einen besonderen Symbolwert, da er in dieser Form nirgendwo anders in Deutschland angeboten wird. Umso ärgerlicher ist es, dass das Berufungsverfahren, um einen Nachfolger für Professor Gerd Ueding zu finden, jetzt neu aufgerollt werden muss. Dabei war es schon so gut wie abgeschlossen. Man war sich einig, dass der Rhetoriker Dietmar Till die W3-Professur erhalten sollte. Doch der Berufungskommission wird aus den eigenen Reihen Vetternwirtschaft und Befangenheit vorgeworfen. Dietmar Till war in seiner Zeit in Tübingen Student und Assistent von zwei Mitgliedern des Ausschusses und hat mehrere Arbeiten mit den beiden publiziert. Um gerade solche Vetternwirtschaft zu verhindern, lässt das Landeshochschulgesetz Hausberufungen nur in Ausnahmefällen zu. Es muss nun geprüft werden, ob der Rhetorik-Lehrstuhl, mit seinem besonderen Lehranspruch , ein solcher Ausnahmefall ist.
Festgemietet
Bislang konnten Studenten, die in Wohnheimen des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim wohnten, ihre Zimmer sechs Wochen vor dem Monatsende kündigen. Künftig soll das nun nur noch zum Semesterende möglich sein. Für die Studierenden bedeutet das eine erhebliche Einschränkung, vor allem zum Ende des Studiums oder bei Studienplatzwechseln und Auslandsaufenthalten. Studierendenvertreter fordern die Rücknahme der Regelung. Dass das Studentenwerk mit Austauschstudenten und ihren Mietlängen flexibler umgeht, zeigt, dass man sich dort des Problems durchaus bewusst ist. Warum eine solche Regelung dann überhaupt eingeführt wird, bleibt unklar. Vor allem, da der Auszug während des Semester ja nicht der Regelfall ist.
Früh übt sich
In Gomaringen sorgt der Förderverein Schloss-Schule dafür, daß Kinder mit und ohne migrantischem Hintergrund schon früh sprachliche Fähigkeiten einüben können. Rund 80 Kinder von drei bis fünf Jahren bekommen in kleinen Gruppen Sprachförderung. Der größere Teil der Kosten wird durch Spendengelder des Vereins gedeckt, den kleineren Teil übernehmen Land und Gemeinde. Staatliche Gelder für die sprachliche Früherziehung fließen nur spärlich. In Mössingen übernimmt der Verein mithilfe von Spenden den größeren Teil der Kosten. Aber auch die Gemeinden Mössingen, Nehren, Ofterdingen und Dußlingen bemühen sich umdie Möglichkleit einer sprachlichen Früherziehung.
Weggekauft
Die Stadt Reutlingen hat nach einem Rechtsstreit mit der Bahn nun das Areal des Reutlinger Güterbahnhofs für nur 65.000 Euro gekauft. Eigentlich hatte die Bahn das Gelände für die sehr kleine Summe an eine Tochtergesellschaft weitergeben wollen. Nun musste sie für den gleichen Preis an die Stadt verkaufen, die dort ein Logistikzentrum einrichten möchte, mit – man mag es kaum glauben – einem Containerbahnhof.
Neuer Beirat
Rottenburg hat den ersten Beirat für Menschen mit Behinderung, der aus sachkundigen Bürgern besteht. Dieser unterstützt ihren Vertreter im Sozialausschuss bei der inhaltlichen Arbeit. Es wird nun immer deutlicher, wieviele Aufgaben dem Beirat bevor stehen. Denn es gibt nicht nur die offensichtlichen Barrieren, wie Treppen für Rollstuhlfahrer, sondern auch ganz unscheinbare für Menschen mit weniger sichtbaren Behinderungen. Erstes Ziel des Beirats ist daher eine Bestandsaufnahme der bestehenden Probleme und möglichen Lösungen. Diese wollen sie dann in einem kleinen Ratgeber für Menschen mit Behinderung zusammenfassen.
Billard hinter Gittern
Der Pool Billard Club Nagold bietet im Rottenburger Knast einen Billard-Workshop an. 24 Gefangene dürfen in den kommenden Monaten an drei Billardtischen üben. Beim Billard werde Körperbeherrschung und Geist gefordert meint der Leiter der Gefangenenfreizeit. Die Regeln beim Sport könne man ins Leben übertragen. Es sei Training von Verantwortung und Persönlichkeit. Nach dem Ende des Workshopangebots will der Nagolder Billardclub dem Knast mindestens einen Billardtisch schenken.
Schule macht Theater
Die Schultheater-Aktion „Gewaltige Spiele“ will nach 10 Jahren Bestehen nun noch gewaltiger werden. Im kommenden Jahr möchte man das Reutlinger Projekt ausweiten und international machen: Es soll mit verschiedenen Partnerstädten zusammengearbeitet werden. Zur Zeit läuft die Sponsorensuche, denn das Projekt wird wohl in Zukunft dann auch gewaltigere Summen verschlingen.
Schüler als Sanitäter
Die Burghofschule in Ofterdingen plant nach Ostern einen Schulsanitätsdienst aufzubauen. Dieser soll aus Schülern bestehen, die in der Pausenaufsicht, als Begleitung bei Schulausflügen und als fachkundiges Hilfspersonal bei Sportfesten eingesetzt werden. Ausgebildet werden die Schüler durch Notfallübungen mit Rettungsassistenten des Roten Kreuzes. Mit dem Schulsanitätsdienst soll die soziale Kompetenz der Schüler weiter gefördert werden, die bereits eine große Rolle im Profil der Schule spielt. An der Burghofschule macht man bereits in der fünften Klasse seinen ersten Erste-Hilfe-Kurs.
Mehr Nazi in Rottenburg
Die Ausstellung „Rottenburg im Nationalsozialismus“ ist bis zum 2. Mai verlängert worden. Das Stadtarchiv und das Diözesanarchiv präsentieren die Ausstellung in der Zehntscheuer. Vor allem die kleinen und kaum bekannten Themen finden hier ihren Raum. Persönliche Erinnerungen, Zeitzeugenberichte und neuere Forschungsergebnisse sind ebenfalls vertreten.

