Nachrichten vom 26.02.2010

Alternative Energiepolitik

Weil die Einspeisevergütung für Solarstrom bis zum 1.April stark gekürzt werden soll, ging Panik durch Tübingens Bewohner. Seit dem Informationsabend der Stadt, Anfang Februar ist ein enormer Anstieg der Fotovoltaik-Module auf Dächern zu merken. Jeder will noch Einsteigen, solange es eine höhere Rendite, immerhin von fast 10%, gibt. Tübingen liegt derzeit in der Solarliga sogar noch hinter Reutlingen. Auch Vertreter der Stadt haben angekündigt, mehr städtische Gebäude mit Solarzellen auszustatten.

Nehren ist halbblau

Der Gemeinderat in Nehren hat beschlossen, künftig den Strombedarf zu 50 Prozent mit Ökostrom zu decken. Eine neugegründete Servicegesellschaft wird dafür eine sogenannte Bündelausschreibung europaweit anbieten. Das Mehr an Ökostrom bedeutet für Nehren 3000 Euro höhere Kosten pro jahr.

Höfe ans Netz

DSL ist in Deutschland mittlerweile der Standard für die schnelle Anbindung von privaten Haushalten an das Internet. In den äußeren Tübinger Stadtteilen Bühl, Hagelloch und Hirschau ist das allerdings noch keine Selbstverständlichkeit. Um die Abdeckung mit schnellem DSL in diesen Teilorten zu vervollständigen, hatte Tübingens Finanzbürgermeister Michael Lucke im letzten Herbst Bundesmittel beantragt. Diese sind nun bewilligt worden. Die Tübinger Stadtverwaltung will und muss schnell reagieren, denn die Kosten müssen schon im Herbst diesen Jahres mit dem Bund abgerechnet werden. Bis dahin müssen also die neuen Kabel liegen und die angrenzenden Ortsteile mit einer schnellen Internetanbindung versorgt sein.

Flucht aus Rottenburg

Rottenburg verliert seine Einwohner. Obwohl die Stadt attraktive Angebote für junge Familien hat, ziehen die meisten weg, und neue kommen auch nicht hinzu. Die Verwaltung bezuschusst und begünstigt Bauplätze für junge Familien. Trotzdem wollen nur wenige in Rottenburg Fuß fassen. Die Stadtverwaltung will jetzt prüfen, wie sie die Neubaugebiete noch attraktiver gestalten können.

Sportpolitik

Eine Gruppe von zehn Tübinger Langzeitarbeitslosen will jetzt das Sportabzeichen 2010 machen. In fünf Disziplinen müssen die Teilnehmer je nach Alter und Geschlecht bestimmte Zeiten, Höhen oder Weiten erreichen. Dafür trifft sich die Gruppe jetzt regelmäßig zum Training im SV 03 Stadion. Mit dabei ist die Landtagsabgeordnete der Grünen Ilka Neuenhaus. Sie vermittelte einen Zuschuss und Rabatte beim Laufschuhkauf, denn bei Hartz IV sind ganze 7,64 Euro im Monat für neue Schuhe vorgesehen. Gemeinsam gehen sie jetzt der Herausforderung des Sportabzeichens entgegen.

Von Hunden und Werten

Am vergangenen Wochenende fand das zweite „Wertewelten“-Kolloquium an der Universität Tübingen statt. Das Projekt steht unter der Leitung vom Prof. Dr. Jürgen Wertheimer in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Heinz-Dieter Assmann. Zwei der Veranstaltungen waren auch der Öffentlichkeit zugänglich: Am Donnerstag eröffnete der frühere Bundesverfassungsrichter Prof. Winfried Hassemer die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Bedingungen der Toleranz. Tags drauf diskutierten drei Wissenschaftler und eine Autorin über die Polarität von Normen und Kreativität. Die recht unterschiedlichen Ergebnisse sollen in einer Dokumentation veröffentlicht werden.

Offene Jugendarbeit

15 Zivildienstleistende aus dem Kreis Tübingen haben den Modelllehrgang „Offene Jugendarbeit“ abgeschlossen. In mindestens 40 Stunden ging es um rechtliche Grundlagen der Jugendarbeit, um Erlebnispädagogik, Aufsichtspflicht, Jugendschutz und Gewaltprävention. Für den Lehrgang bekamen die Zivis die bundesweit einheitliche Jugendleiter-Card. Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, dass mehr junge Männer den Weg in soziale Berufe finden. Sieben bis 10 Zivis haben im kreis Tübingen einen Platz in Jugendhäusern.

Kein kraftvolles Zubeißen

Frisches Obst und Gemüse soll Europas Grundschülern schon in jungen Jahren zu gesunder Ernährungsweise verhelfen. Damit die Frischkost auch nachhaltig wirkt, nuß das Gratisobst mit pädagogischem Begleitprogramm verabreicht werden. So zumindest sieht es das Europäische Schulobst-Programm vor. 20 Millionen € stellt die Europäische Gemeinschaft dafür für Deutschland zur Verfügung, 2 Millionen davon würden in Baden-Württemberg ankommen. Dieses schmackhafte Angebot aus Brüssel hatte für die Schulen im Kreis allerdings einige Flecken: 50% der Kosten müßten sie selbst tragen, mal ganz abgesehen von den nötigen Nachweisen und pädagogischen Aufwendungen. So verzichtet nun nach Tübingen und Mössingen auch Rottenburg auf eine Teilnahme. Aber vielleicht gibt es außer den finanziellen auch andere Gründe: an einer Rottenburger Schule gab es schon mal Gratis-Pausen-Äpfel, die Aktion wurde aber wieder eingestellt, „weil“, so der geschäftsführende Direktor „überall Butzen herumlagen.“

Jugend forscht

20 Schüler von Tübinger und Reutlinger Gymnasien nehmen an dem Projekt „Jugend forscht“ teil. Zwei Schüler haben ein Felgenantrieb erfunden, der die Elektromotoren für Fahrräder um weiten übertrifft. Auch andere Spannende Projekt sind am Start. Gesponsert werden die bisherigen Kosten von den Reutlinger Rotariern, weitere Kosten müssen über Spenden gedeckt werden. Die Jury besteht aus Profis aus Industrie und Wirtschaft. Sind wir mal gespannt, wie weit unsere Teilnehmer kommen.

Die Wirklichkeit der Träume

Es gibt Menschen, die die Kraft und die Hartnäckigkeit besitzen, ihre Träume zu verwirklichen, auch wenn die Hürden groß wie ein Berg erscheinen. Die 15jährige Lea Melcher ist so ein Mensch. Mit 11 begann sie an einer Geschichte zu schreiben – nicht gerade unüblich, mag man meinen, aber daß sie mit 15 nun eine Trilogie veröffentlicht hat, das erfordert schon eine Menge Disziplin und Leidenschaft. Das Manuskript ihres Fantasy-Romanas „Meerblau – das Leben der Yoori,“ wurde prompt von dem Verlag, an den sie es geschickt hatte, abgelehnt. Nun, zur Kraft zu Träumen und der Disziplin kommt nun noch ein drittes und das ist Unterstützung. Mit der Hilfe ihres Vaters gründete sie einen Verlag und veröffentliche ihr Buch selbst. Die ersten beiden Auflagen sind bereits vergriffen.

Freundschaftlicher Breakdance

Sportlich ging es zu am vergangenem Samstag im Rottenburger Jugendhaus „Klause“. Ein besonderes Element der Hip-Hop-Kultur wurde gepflegt: Der Breakdance. Mit vielen Teams aus der Deutschland und der Region, aber auch aus dem europäischen Ausland, so zum Beispiel aus Rumänien, veranstaltete das Jugendhaus den „Breakdance-Jam“. Organisator Michele Grasta aus Tübingen erklärte, dass ein solcher Jam ein rein freundschaftliches Ereignis ist. Es gibt keine Regeln und keinen Wettbewerb. Lohn und Gewinn der Teilnehmer sind der Spass an der Sache und der Applaus des Publikums.

Franzfunk

Die Wüste Welle ist zwar das einzige Freie Radio in der Region, aber nicht der einzige Veranstalter von medienpädagogischen Projekten. Elf Grundschulkinder von der französischen Schule machen in einem Projekt ein wöchentliches Internet-Radioprogramm namens „Franzfunk“. Sie senden immer mittwochs das Pausenradio mit den verschiedensten Themen, die sie selber aussuchen und vorbereiten. In der Radio-AG arbeiten die Kinder seit September letzten Jahres zusammen und zu hören sind sie auf www.sound-nezz.de. Wer als Kind nicht das Glück hat, auf die französische Schule zu gehen, aber trotzdem gern selbst Radio machen möchte, kann das auch bei uns tun. Es gibt bei der Wüsten Welle mittlerweile 4 verschiedene Kindersendungen und auch Workshopangebote in den Schulferien. Mehr Informationen darüber gibt es im Büro des Freien Radios wochentäglich von 13-16 Uhr unter 07071-760337.