Nachrichten vom 19.02.2010

Prämierte Gäste

Ein bis zwei Mal die Woche wird der Bolzplatz der Aischbach-Schule von kickenden Migrangen bevölkert. Aus nahezu allen Teilen der Welt kommt die multikulturelle Mannschaft, die zum großen Teil aus Schülern des „InFö“ besteht. Das Projekt heißt „Gol“ und wird seit nunmehr zwei Jahren von Ehrenamtlichen des interkulturellen Mehrgenerationenhauses in Tübingen organisiert. Die Idee dahinter: Deutsch-Unterricht ist bei weitem der wichtigste Anteil von Integration. Aber Deutsch alleine reicht nicht aus. Die Migranten sollen sich hier auch wohl fühlen und dazu gehören. Dabei hilft die gemeinsame Fußballmannschaft, bei der auch in Deutschland Geborene mitspielen und die regelmäßig an Hobby-Turnieren teilnimmt. Für dieses Projekt hat nun das InFö bei der Verleihung des Integrationspreises des Deutschen Fußballbundes den dritten Preis erhalten. Immerhin 5000 Euro für die Weiterfinanzierung des Projekts kommen dabei herum. Ob die engagierten Projektorganisatoren vom InFö sich darüber freuen oder lieber den ersten Preis erhalten hätten, das könnt Ihr heute ab 11 Uhr in der Gästestunde des Lokalmagazins erfahren. Dann sind sie nämlich live hier bei uns im Studio.

Gravitationswellen

Eine interstellare Begegnung in der Mensa Morgenstelle führte vergangenen Freitag mitten in die Forschung der Astrophysik. Das aktuelle Sonderforschungsprogramm untersucht Gravitationswellen. Noch hat sie zwar keiner gesehen, aber sie lassen sich aus Einsteins Relativitätstheorie ableiten. Gravitationswellen werden durch Bewegung von Körpern in der Raumzeit ausgelöst. Dadurch sind sie gestaucht oder gedehnt. Ein weiteres Thema der Astrophysiker war die Beobachtung der Galaxien. Von Galileos Fernrohren bis zum Teleskop mit 42 Meter Durchmesser. Der dritte Professor im Bunde berichtete von den Naturgesetzen und verglich sie mit den Moralgesetzen. Die Methode sei, Hypothesen im Experiment scheitern zu lassen. Wer mehr über die Theorien und die Wissenschaftler erfahren möchte, kann auf unserer Webseite lokalmagazin.wueste-welle.de das Interview mit Hans-Peter Nollert nachhören, der am 12. Februar hier im Lokalmagazin zu Gast war.

Ausrangierte Profis

Die Initiative Bürger für Bürger besteht aus ehemaligen Bankern, Rechtsanwälten und Ärzten. Die Mitarbeiter wollen schnell und unkompliziert bei Problemen helfen. Rund 400 Menschen aus Dettenhausen, Weil im Schönbuch und weiteren Ortschaften haben bereits die Dienste in Anspruch genommen. Die Initiative entstand aus einer christlichen Gruppe. Inzwischen arbeiten vier Kirchen gemeinsam an dem Projekt. Vergangenen Samstag wurde nun ein Vertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit und die Aufgaben regelt. Parallel läuft noch das Projekt „Schüler helfen Schülern“, bei dem Kinder mit Lernproblemen von anderen Schülern unterstützt werden. Je nachdem was die Eltern verdienen, bezahlen die Schüler von bis sieben Euro für die Stunde.

Viel Lärm um Nichts

Die voraussichtliche Verkehrszunahme auf der B28 neu zwischen Rottenburg und Tübingen rechtfertigt keine Änderungen der Lärmschutzkonzeption. Das hat das Verkehrsministerium nach einer Verkehrszählung entschieden. Demnach werde der Lärmpegel nur unwesentlich steigen, was eine Neubewertung des Lärmschutzes nicht zulasse.

Intensive Bauarbeiten

Zischen Crona-Kliniken und Medizinischer Klinik soll eine neue Intensivstation gebaut werden. Bestehen wird der Neubau aus einem unterirdischen Technikgeschoss, dem ebenerdigen Intensiv-Zentrum, und einem kleinen Aufbau auf dem Dach, der als Sozialraum für Klinik-Mitarbeiter dienen soll. Durch den Neubau werden eine zentrale Anbindung zum OP, sowie 40 Betten geschaffen. Für dieses Bauunternehmen wurden 10 Millionen Euro vom Fianzministerium zugesprochen. Die alten Räume sind durch die heutzutage immer aufwändigeren intensivtechnischen Apparaturen stärker ausgelastet, da sie zu eng und nicht weiter ausbaubar sind. 2011 könnten die neuen Räume bezugsbereit sein.

Immunisierung

Tübinger Immunologen wollen den weltweit ersten Impfstoff gegen Krebs entwickeln. Der Impfstoff muß für jeden Patienten individuell angepasst werden: er soll das Immunsystem befähigen, Krebszellen zu erkennen und abzutöten. Das Team um Prof. Hans-Georg Rammensee forscht bereits seit Jahren auf dem Gebiet, zur Bereitsstellung des Wirkstoffs ist jedoch das Wissen vieler Abteilungen des Klinikums und der Universität notwendig. In anderthalb Jahren sollen die ersten Patienten geimpft werden. Wenn dies den gewünschten Heilungserfolg erzielt, werden die nächsten Projekte angegangen: ein Impfstoff gegen Lungenkrebs und Leukämie.

Aufstieg über Scheiterhaufen

1665 hatte der Reutlinger Bürgermeistersanwerter Johann Philipp Laubenberger ein probates Mittel zum Aufstieg zur Hand: er vertrieb seinen Konkurrenten Heinrich Efferen, indem er dessen Frau als Hexe denunzierte. Efferen konnte mit seiner Frau entkommen. 23 auf dem Scheiterhaufen verbrannte Frauen verhalfen Bürgermeister Laubenberger jedoch zu hohem Ansehen und dem gewünschten Karriereschub. Die letzte angebliche Hexe wurde 1782 in der Schweiz verbrannt. Bernd Storz, Inge Bausinger und Yvonne Lachmann informierten anläßlich des neuen Stücks über den Hexenprozess gegen Jeanne d`Arc im Theater in der Tonne über die Geschichte der Hexenverfolgung.