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Nachrichten vom 08.02.2010

Tübingen für Haiti

Im Wert von 21 000 Euro wurden letzte Woche Medikamente und medizinische Ausstattung nach Haiti geschickt. Zielort ist das Krankenhaus St. Antoine in Jeremie. Dort treffen täglich mehrere tausend Flüchtlinge aus Port-au-Prince in. Geliefert werden die Arzneimittel von dem deutschen Institut für ärztliche Mission. Zunächst wird die Lieferung in die dominikanische Republik eingeflogen und von dort mit Lastwägen weiter nach Port-au-Printe gebracht. Ab hier übernehmen Angehörige den Transport nach Jeremie.

Kick-Off für den arabischen Film

An diesem Mittwoch startete in Tübingen ein weiteres einwöchiges Filmfestival. Der Tübinger Verein Arabischer Studenten hat es mit wenig Geld, hohem Eigenrisiko und viel Enthusiasmus bereits zum zweiten Mal auf die Beine gestellt. Im Mittelpunkt stehen dieses Jahr kurdische Filme, deren Regisseure in jüngster Zeit einiges Aufsehen erregten. Soziale und politische Spannungen sind auch in allen anderen Filmen von Marokko bis zum Irak ein wichtiges Thema. Insgesamt 30 Filme werden in dieser Woche in den Kinos Arsenal und Museum gezeigt.

Naldo sagt Nein

Aus rechtlichen Erwägungen heraus seien Freifahrttickets nicht tragbar für den Verkehrsverband. Das war eine der Stellungsnahmen des Naldo – Konzerns zu dem offenen Brief von Grünen-Landtagsabgeordneten Ilka Neuenhaus die für kostenlose Monatskarten für die schutzsuchenden Flüchtlinge plädierte. Doch Naldo hätte keinen Spielraum, heißt es, für geschenkte Fahrkarten. Neuenhaus bot selbst an, die Kosten für eine ermäßigte Monatskarte für einen Flüchtling zu übernehmen. Doch nichts tun wollte Naldo dann auch nicht und bot eine Spende von 1500 Euro an, die für etwa 60 Monatskarten ausreichen würde.

Protest gegen Elena

Indect, Swift, Vorratsdatenspeicherung, Fluggastdaten und nun: Elena, der elektronische Entgeltnachweis. Immer engmaschiger und totaler wird die elektronische Überwachung der Bundesbürger. Ein zentraler Standard für Mitarbeiterakten, in denen Fehlzeiten und ähnliches notiert und überwacht werden können, ist nur der neueste Begriff, wenn es um die Speicherung persönlicher Daten geht. Datenschützer sind schon seit Jahren auf den Barrikaden und versuchen durch Demos, verfassungsrechtliche Klagen und Aufklärung das zu verhindern, was seit den 80er Jahren befürchtet wird: den gläsernen Bürger. Am vergangenen Samstag zogen wieder Demonstranten durch Tübingen, die auf den Missstand in unseren Datenschutzbestimmungen aufmerksam machen wollen. Vertreter von Verdi, den Grünen und dem AK Vorrat warfen der Regierung vor, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung mit Füßen zu treten. Ob die Entwicklung zu einem totalen Überwachungsstaat wie England überhaupt noch zu stoppen ist, muss sich zeigen.

Länderübergreifende Solidarität

Vergangen Mittwoch fuhren 130 Metaller nach Italien um dort mit ihren italienischen Kollegen zu streiken. Gemeinsam versammelten sie sich vor dem Konzernzentrale von Magneti-Marelli. Grund für den Streik: Bei Automotive-Lighting in Reuttlingen sollen Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Italiener protestieren gegen die Schließung eines Fiat-Werkes auf Sizilien. Fiat und Magneti-Marelli gehören zum selben Konzern. Bereits am Dienstag fuhren Reuttlingens IG-Metallchef Gert Bauer und der Betriebsratsvorsitzende von AL nach Italien um den gemeinsamen Protest zu organisieren. Beide Protestgruppen forderten den Dialog mit der Konzernleitung, Signor Razelli, welcher sich aber nicht blicken ließ. Trotzdem waren die Demonstranten zufrieden mit ihrer Aktion. „Eure Auseinadersetzung in Reuttlingen ist auch unsere in Corbetta“, meinte der italienische Gewerkschafter Renato Esmeraldi.

Prominenz gegen das Vergessen

Eine Gedenkstätte soll an das KZ Außenlager Hailfingen Tailfingen gemahnen. Da aber die Zuschüsse aus Stuttgart, Berlin und Brüssel fehlen, reicht das Budget der Gemeinde Gäufelden gerade für die Ausstellung im Erdgeschoss des Tailfinger Rathauses, nicht aber für einen Seminarraum. Hilfe bekam jetzt der Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie“ von prominenter Seite: die Schauspielerin Iris Berben kam letzten Dienstag zu einer Benefiz-Lesung in die Herrenberger Stadthalle. Sie las aus dem Buch „Jeder Mensch hat einen Namen“ von Volker Mall und Harald Roth. Die beiden Mitglieder des Vereins haben darin die Lebens- und Leidengeschichten ehemaliger Häftlinge des KZs dokumentiert. Iris Berben selbst hat mit 18 Jahren in Israel Holocaust-Überlebende getroffen, zwei Dokumentationen gedreht und Schüleraustausche organisiert. Auf vielfachen Wunsch trug sie auch aus ihrem eigenen Buch „Frauen bewegen die Welt“ eines von 24 beeindruckenden Frauenprtraits vor: das einer Frau in Ruanda, die im Genozid ihre Familie verliert, eine Witwenorganistaion gründet, ein Buch verfasst und als Traumatherapeutin arbeitet.

Mafia-Connection

Ist Tübingen in der Hand der Mafia? Drei Familien der ehrenwerten Gesellschaft soll es in Italien geben, die Camorra um Neapel, die Cosa Nostra in Sizilien und die `Ndrangheta in Kalabrien. Letztere solll sich von der einstmals kleinsten zur größten Organisation gemausert haben. Und von Kalabrien reichen mafiöse Verbindungen bis nach „Tubinga“. So ist es jedenfalls in einem jüngst in Italien erschienen Buch des Soziologen und Mafia-Spezialisten Francesco Forgione zu lesen. Das Landeskriminalamt in Stuttgart jedoch will von solchen Verbindungen nichts wissen. Die Aussagen in dem Buch seien teilweise ungenau, teilweise unzutreffend und teilweise veraltet.

Spielraum für die Kleinen

Die Rudolf-Leski-Schule in Tübingen eröffnete am Donnerstag ihr neues Spielzimmer. Hier soll das Lernen mit Spaß verbunden werden. Realisiert werden konnte das Projekt durch den Gewinn bei dem Wettbewerb „Spielen macht Schule“. Das Konzept beinhaltet die Aufteilung des Raumes in verschiedene Bereiche, um den Kindern ein möglich breites Angebot zu geben.

Weihnachten im Februar

Trotz der viel beschworenen Krise ließen sich die Bürger der Region im just vergangenen Jahr nicht lumpen: die Weihnachtsspendenaktion des Schwäbischen Tagblatts verzeichnete 2009 das drittgrößte Ergebnis. Rund 41 000 € gingen an die Tübinger Vesperkirche, gute 27 000 € an das Patenschaftsprojekt „LeiTa“. 751 Spendeneingänge verzeichnte das Tagblatt, die meisten gaben 50 oder 100 €, es gab aber auch einige größere Sponsoren. Da bleibt nur noch, den Empfängern für das Weihnachtsgeschenk im Februar zu gratulieren!

Erst ein halbes Jahrhundert lang

Von Kilo zu Mega zu Terra zu Petabyte. Die gewalten Datenmengen brauchen Platz. Im Serverraum der Universität in Tübingen steht er, der Hochleistungsrechner der alle fünf Jahre fast komplett ersetzt wird. 1500 Kilometer Kabel stecken hinter den Aluminiumgehäusen. Professor Thomas Walter, Professor für Informationsdienste leitet die Zentrale des digitalen Gehirns. 50 Jahre, das ist in der Geschichte der Uni ein kleiner Abschnitt doch in der Sparte der elektronischen Welt ein Entwicklungsjahrtausend. Am Freitag trafen sich zum Halbjahrhundertlichen Jubiläum einige Lehrprominente wie beispielsweise Professor Wilfried Juling vom Karlsruher Institut für Technologie und Professer Martin Leitner vom Hochschul-Informations-System Hanover. Wer weiß wie lange wir Menschen noch die entwickelsten Denker sein werden, wenn jetzt schon rund 35000 Rechner, über 400 W-Lansysteme und etwa eine Millionen Emails pro Tag mit dem Hochleistungsrechner verarbeitet werden.

Autor: mike

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