Mehr Professorinnen
Was die Frauenquote unter den Studierenden angeht, liegt die Tübinger Uni weit über dem Bundesdurchschnitt. 59% der Tübinger Studierenden sind weiblich, bei den Erstsemestern sind es gar 62%. Bei den Lehrenden sieht das ganz anders aus. In vielen Fächern liegt der Frauenanteil im Lehrstuhl nur bei rund 20% und grundsätzlich sei der Frauenanteil geringer, je höher die Qualifikation liege, so die Gleichstellungsbeauftragte der Eberhard-Karls-Universität, Schamma Schahadat. Nur rund 30% der berufenen Lehrstuhl-Professoren sind Frauen, obwohl genauso viel Frauen wie Männer promovieren. Durch das „Professorinnenprogramm“ wurden im Land Baden-Württemberg vier neue Lehrstühle für Frauen geschaffen. Weitere sollen in Tübingen nun folgen: Das Rektorat hat die Frauenförderung offiziell einem der zentralen Ziele gemacht.
Ökumenische Universität
Tübingen bewirbt sich zusammen mit Münster und Heidelberg um ein Ausbildungszentrum für muslimische Theologen. Das Zentrum soll mindestens drei Professuren besitzen. Neben Schriftauslegung und Glaubensgeschichte sollen auch Gebiete wie Religionspädagogik und -recht behandelt werden. Uni-Präsident Bernd Engler sieht einen Entscheidenden Vorteil in der Umgebung. So hält er eine mögliche Kooperation mit den beiden Theologischen Fakultäten für einen sinnvollen Austausch. Mit einer Entscheidung über den Standort ist im kommenden Sommersemester zu rechnen.
Neuer Beirat
Multiple Sklerose, spastische Lähmungen und fast vollkommene Blindheit sind nur einige der Behinderungen die die Bewohner im Wohnheim Dätzweg erleiden. Klaus Matulla, der nun sachkundiger Gemeinderatsangehöriger ist, wird tatkräftig bei seiner Aufgabe, Barrieren für behinderte Menschen abzubauen, von den Rottenburgern unterstützt. Erst im Herbst wurde er von allen Betroffenen als deren Vertreter gewählt und war am Samstagabend beim Gemeinderatsausschuss anwesend. Drei bis viermal soll sich der Beirat pro Jahr treffen, das nächste Mal ist am 03.März, vielleicht verbessert sich ja in naher Zukunft der Alltag für alle Betroffenen.
Theater um die 68er
Sieben Schüler und Schülerinnen aus dem Wildermuth-Gymnasiums nennen ihr Theaterstück “68 war Frühling”. Das Thema suchten die Schüler der 13ten Jahrgangsstufe selbst aus. Der Inhalt ist eine Collage aus sieben Wohngemeinschafts-Szenen und Rückerinnerungen, von den Schülern selbst geschrieben. Da gibt es zB die Schülerin Anke, die abgehauen ist, um in eine Berliner Wohngemeinschaft einzuziehen. Dort wohnt auch ihr älterer Bruder, der als großer Theoretiker die Arbeitsklasse politisieren möchte. Aber er verliebt sich ausgerechnet in die Kunststudentin Moni aus bürgerlichem Hause. Sie siezt zu Anfang noch alle WG-Mitbewohner und verfällt dann dem Revoluzzer Lutz. Bei der szenischen Lesung in der Aula Uhlandstraße war auch der Zeitzeuge Uwe Zellmer vom Theater Lindenhof. Er fand das Theaterprojekt sehr eindrucks- voll und irritierend. Für seine Generation sei das Stück eine Besichtigung der eigenen Jugend. Die große Bühnen-Aufführung ist am Montag 17.Mai im Sudhaus.
Mafia-Connection
Ist Tübingen in der Hand der Mafia? Drei Familien der ehrenwerten Gesellschaft soll es in Italien geben, die Camorra um Neapel, die Cosa Nostra in Sizilien und die `Ndrangheta in Kalabrien. Letztere solll sich von der einstmals kleinsten zur größten Organisation gemausert haben. Und von Kalabrien reichen mafiöse Verbindungen bis nach „Tubinga“. So ist es jedenfalls in einem jüngst in Italien erschienen Buch des Soziologen und Mafia-Spezialisten Francesco Forgione zu lesen. Das Landeskriminalamt in Stuttgart jedoch will von solchen Verbindungen nichts wissen. Die Aussagen in dem Buch seien teilweise ungenau, teilweise unzutreffend und teilweise veraltet.
Protest gegen Elena
Indect, Swift, Vorratsdatenspeicherung, Fluggastdaten und nun: Elena, der elektronische Entgeltnachweis. Immer engmaschiger und totaler wird die elektronische Überwachung der Bundesbürger. Ein zentraler Standard für Mitarbeiterakten, in denen Fehlzeiten und ähnliches notiert und überwacht werden können, ist nur der neueste Begriff, wenn es um die Speicherung persönlicher Daten geht. Datenschützer sind schon seit Jahren auf den Barrikaden und versuchen durch Demos, verfassungsrechtliche Klagen und Aufklärung das zu verhindern, was seit den 80er Jahren befürchtet wird: den gläsernen Bürger. Am vergangenen Samstag zogen wieder Demonstranten durch Tübingen, die auf den Missstand in unseren Datenschutzbestimmungen aufmerksam machen wollen. Vertreter von Verdi, den Grünen und dem AK Vorrat warfen der Regierung vor, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung mit Füßen zu treten. Ob die Entwicklung zu einem totalen Überwachungsstaat wie England überhaupt noch zu stoppen ist, muss sich zeigen.
Barcelona in Tübingen
OB Palmer hat am Montag die die Barcelona-Erklärung unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die Stadt barrierefrei zu werden. Soll heißen: Allen Einwohnern und Besuchern soll ein selbstbestimtes und freies Leben innerhalb der Stadt ermöglicht werden. Zwei Jahre hat die Ausarbeitung des Konzeptes gedauert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Bereiche Bildung und Arbeit gelegt. „Das ist der Schlüssel zur Inklusion“, meinte die Vorsitzende der Lebenshilfe, Ingeborg Höhne-Mack. Die Barcelona Erklärung stammt aus dem Jahr 1995 und stoß damals einen Prozess für mehr Barrierefreiheit in den Kommunen an.
Kick-Off für den arabischen Film
An diesem Mittwoch startete in Tübingen ein weiteres einwöchiges Filmfestival. Der Tübinger Verein Arabischer Studenten hat es mit wenig Geld, hohem Eigenrisiko und viel Enthusiasmus bereits zum zweiten Mal auf die Beine gestellt. Im Mittelpunkt stehen dieses Jahr kurdische Filme, deren Regisseure in jüngster Zeit einiges Aufsehen erregten. Soziale und politische Spannungen sind auch in allen anderen Filmen von Marokko bis zum Irak ein wichtiges Thema. Insgesamt 30 Filme werden in dieser Woche in den Kinos Arsenal und Museum gezeigt.
CO²-Kontrolle
KlimAktiv, so heisst die Tübinger Firma von Stephan Schunkert. Im Internet kann sich nun jeder Bürger seine eigene CO²-Billanz errechnen mit dem neuen, von Schunkert selbst entwickelten, CO² Rechner. Der Durchschnittsbürger pulvert pro Jahr circa 11 Tonnen Kohlendioxid in die Luft, doch der Klimaschützer ist schon bei nur 9 Tonnen. Das kommt daher, dass er zum Beispiel so oft er kann den Bus nimmt und seinen Wäschetrockner nicht mehr nutzt. Er wünscht sich ein Umdenken in den Köpfen aller Menschen und kann vielleicht seinen Traum, mit einem Wasserflugzeug über Afrika zu fliegen, bald umsetzen. Das Klima geht uns alle an, wäre es da nicht mal langsam an der Zeit, wirklich was zu tun?
Sorge ums Salz
3500 Tonnen Salz und 250 000 Liter Sole,also flüssige Salzlösung wurden bisher im Landkreis Tübingen verteilt. Im letztem Jahr, waren es im ganzen Winter 2500 Tonnen Salz und 250 000 Liter Sole. Jetzt wird das Salz knapp. Am Montag konnten die Vorräte nocheinmal aufgefüllt werden. Reichen soll es bis zum kommenden Wochenende. Wenn Salz und Sole tatsächlich ausgehen sollten, müssen Autofahrer auf einer Schneedecke und vorallem entsprechend vorsichtig fahren, sagte Kreissprecher Egon Betz.

