Arbeitskampf in Reutlingen
Bis zu 130 Arbeitsplätze sollen bei Automotive Lightning in Reutlingen wegfallen oder an andere Standorte verlegt werden. Darüber hatten wir bereits berichtet. Der Arbeitskampf nimmt aber nun andere Dimensionen an: Rund 300 Metallarbeiter von Automotive versammelten sich am Dienstag morgen zu einer Kundgebung. Sie kündigten einen zumindesten zweitägigen Streik an, der aber bis heute andauert. „Wir werden kämpfen und uns gehört die Fabrik“ tönte es aus den Lautsprechern. Eskaliert war der Streik, weil den Streikenden die Rettung von 30 Arbeitsplätzen angeboten wurde. Sie aber kämpfen weiterhin für den Erhalt aller 130 gefährdeten Stellen.
Jugend für Café
Was wollen die Tübinger Jugendlichen? Eine Frage die sich der Jugendgemeinderat stellte. Um diese zu beantworten machten sie an den Schulen eine Umfrage. Das Ergebnis: Die Jugendlichen wünschen sich ein Jugendcafé, am besten in der Innenstadt. Außerdem bemängelten sie das zu geringe Angebot für Jugendliche in Tübingen. Die jungen Gemeinderäte wollen jetzt prüfen, wie sie die Chance erhöhen können, dass das Projekt finanziert wird. Vielleicht hat diese Umfrage auch die Stadt aufgerüttelt: viele der Befragten wünschten sich auch mehr Festivals wie das Ract!, dass ja dieses Jahr wohl ausfällt.
Freie Fahrt für Flüchtlinge ?
25 Euro im Monat kostet das Naldo-Busticket für Tübingen im Zusammenhang mit der Tübinger Bonuscard. Die rund 80 Asybewerber, die in einer Unterkunft in Weilheim untergebracht sind, hilft diese Ermäßigung allerdings gar nichts, denn sie müssen mit 40 Euro und 90 Cent im Monat auskommen. Wenn sie also in die Stadt müssen, sei es um Behördengänge zu erledigen oder beim Tafelladen Essen zu erhalten, müssen sie zu Fuß gehen. Diese unhaltbare Situation wollen das Tübinger Zentralamerika-Komitee und die evangelischen Kirchen beendet sehen. Sie beantragten für die Asylbewerber ein kostenloses Ticket für den Tübinger Stadtverkehr. Doch Naldo stellt sich quer: Bei der aktuellen Wirtschaftslage sei im Budget kein Platz für „Sozialtickets“. Und das, obwohl ja für den Nahverkehrsverband kein Schaden entsteht, da die Betroffenen sich das Ticket auf keinen Fall selber leisten könnten. Nun muss der Tübinger Gemeinderat ran: In der kommenden Haushaltssitzung muss darüber diskutiert werden, ob die Stadt die Fahrtkosten übernimmt. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser wenigsten ein Einsehen hat und die Asylbewerber dann bald nicht mehr bei Schnee und Eis von Weilheim zu Pflichtterminen nach Tübingen laufen müssen.
Planspiele in Lustnau
Überarbeiten heisst es für die Sieger des Architekturwettbewerbs in Tübingen. Zwei Architekten haben es ins Finale geschafft beim Wettbewerb um das neue Viertel in Lustnau, dass auf dem Egeria-Gelände entstehen soll. Die Jury konnte sich aber nicht direkt entscheiden, welcher der beiden “besten” Entwürfe der eigentliche Sieger ist. So wurde den tübinger Architekten die Aufgabe gegeben, das Projekt jeweils noch weiter auszuarbeiten, bis dann im März über den einzigen Sieger entschieden wird. Lustnau wächst an den Neckar, doch wie genau, wird sich zeigen.
Gegen Nazis
Die Stadt Rottenburg hat mit einer Gedenkstunde an den 65. Todestag ihres Ehrenbürgers erinnert. Eugen Bolz wurde im Januar 1945 wegen seines Widerstands gegen die Nationalsozialisten ermordet.
Neue Wertschätzung
Durch das Projekt „Potential- Entwicklungsprogramm”, kurz ‘Pep’, soll das Werstoff-Sammeln wieder populär werden. Durch das vom Jobcenter initiierte Programm werden Arbeitslose zwischen 20 und 30 Jahren fit gemacht für den Job. Sie erhalten nicht nur Beratung, Begleitung und Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen sondern auch eine klare Tagesstruktur mit Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die Arbeit in der Holzwerkstatt, Kochen, Einkaufen – und nun auch das Recycling von Alu. Dabei soll vor allem im Vordergrund stehen, etwas Produktives zu tun und der Umwelt zu helfen. Wer Pep unterstützen möchte, kann zuhause sammeln und das Alu am Steinlachwasen 24, hinter dem DRK-Gebäude / im Umweltzentrum Tübingen, Kronenstraße 4/oder in der Retour Gebrauchtwarenbörse in der Lilli-Zapf-Straße 3 abgeben.
Seltene Symptome
An der Tübinger Kinderklinik ist das größte deutsche Caps-Zentrum. Caps ist eine genetisch bedingte Krankheit, die in verschieden starken Ausprägungen vorkommt. Zu den Symptomen gehören chronische Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Fieberschübe, aber auch Ekzeme, Augenentzündungen sowie Gehörschäden und Nierenschädigungen. Da für die Pharma-Industrie seltene Krankheiten nicht rentabel sind, wurde durch die Unterstützung der EU in Tübingen ein Medikament entwickelt. Daß allerdings 30 der in Deutschland bekannten 80 Fälle im Umkreis der Tübinger Caps-Spezialisten leben, deutet daraufhin, daß die Dunkelziffer sehr viel höher ist als bislang angenommen. Ärzte-Fortbildungen sollen nun dazu führen, daß viel mehr Menschen als bisher mit dem neuen Medikament geholfen werden kann.
Container nach Jenin
Mit Hilfe des Tübinger Filmemachers Marcus Vetter und Spenden aus ganz Europa wird in Jenin ein zerstörtes Kino wiederaufgebaut. Im Tübinger Kulturamt wurde ein Schreibtisch für “Cinema Jenin” eingerichtet. Es gibt ehrenamtliche Helfer in Deutschland, und das Kino der Flüchtlingsstadt bezahlt mitlerweile drei Mitarbeiter. Gut erhaltene Büromöbel, sowie ältere Computer und Lampen sollen Ende der Woche auf den Weg nach Jenin geschickt werden. Wer für das Kinoprojekt etwas abzugeben hat, kann sich unter 07071/ 36 81 63 melden, oder eine email schreiben an Annette.Burchard@web.de
Museum sucht Raum
Das kleine Steinzeit-Mammut von der Alb und seine Zeitgenossen sollen dabei helfen, dass der lang gehegte Wunsch nach einem eigenen Uni-Museum endlich verwirklicht wird. Ein Museum, das sowohl die Geschichte der Universität als auch die Vielfalt ihrer Wissensgebiete und die wichtigsten Daten lokaler Forschungsgeschichte präsentieren soll. Ernst Seidl, zukünftiger Leiter dessen, hätte am liebsten ein Museum im ‘Museum’, denn dort wäre seiner Meinung nach der ideale Platz für einen Museums-Neubau. Er möchte eine sichtbare Verknüpfung von Geschichte und Campus bewirken, dabei aber die einzelnen Sammlungen möglichst institutsnah belassen. So bedürfe es dringend entsprechender Präsentationsräume, z.B. für die Paläontologische Sammlung- und es sei auch gar nicht abwegig,so Seidl, die Mensa Wilhelmstraße zu Ausstellungszwecken zu nutzen.
Im Fußballfieber
An der Universität Tübingen sind derzeit 23 Studenten und -innen aus Südafrika zu Gast. Sie kommen aus den Universitäten Stellenbosch, Zululand, Western Cape und Durban und nehmen an einem interkulturellen Programm teil. Egal ob sie nun Fußballfans sind oder nicht, an einem Thema kommen sie derzeit nicht vorbei: der Fußballweltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Südafrika ausgetragen wird. Und sie haben einiges zu berichten aus ihrer Heimat: vom „Soccer Friday“ zum Beispiel, zu dem seit September selbst Geschäftsleute im Trikot zur Arbeit gehen. Die Ticket-Preise werden lebhaft diskutiert. Die 15.- € für die billigsten Ränge wird sich wohl keine von ihnen leisten, stattdessen werden sie die Public-Viewing-Möglichkeiten in Anspruch nehmen. Und natürlich wird die Weltmeisterschaft Vorteile bringen: der Tourismus wird angekurbelt und die Bahnverbindungen sind jetzt schon besser geworden. Na dann steht der interkulturellen Weltmeisterschaft ja nichts mehr im Wege.
Mit sechzig noch die Hundert
Im Alter noch fit? Alfred Gross ist in diesem Alter fitter, als alle anderen in seinem Alter in Deutschland. Mit 60 ist er Deutscher Meister in der Klasse M60 über 100km geworden. Im Oktober lief er diese Distanz zum ersten Mal und brauchte knapp über 9 Stunden. 4 Monate lang bereite sich der Athlet, welcher eigentlich klassischer Pianist ist, vor. Ins Fitnessstudio geht er aber nicht gerne. „Da fehlt der Spaß“, meint Gross.
Was man draus macht
“Männer altern anders” – Das ist der Titel des neuen Buchs von Altersforscher Professor Dr. Eckart Hammer. Er beschreibt, dass Männer, wenn sie in ihr drittes Lebensalter kommen, also den Ruhestand, oft in ein depressives Loch fallen können. Soziale Kontakte, Karriere und das Alltägliche Leben würde sich auf einmal ändern, und das sei, so Hammer, gefährlich für die Psyche. Männer die in den Ruhstand übergehen, sollten sich vielleicht nach neuen Perspektiven umsehen und ihre Lebensschwerpunkte neu setzen. Dazu könnte das beaufsichtigen von möglichen Enkelkinder zählen, oder einfach nur das Spazieren gehen mit nachbars Hund.

