Nachrichten vom 18.01.10

Vorstand schließt aus

Der Vorstand der Filmtage Tübingen hat einstimmig den Ausschluss von drei Vereinsmitgliedern wegen anhaltend vereinsschädigenden Verhaltens“ beschlossen. Die Ausgeschlossenen können dagegen schriftlich Widerspruch einlegen. Sollten sie das tun, wird die nächste Mitgliederversammlung darüber entscheiden. Als Gründe für den Ausschluss wurde die Verletzung der Verschwiegenheitspflicht eines ehemaligen Vorstandsmitglieds genannt. Michael Gerner habe vertrauliche Informationen an Dritte weitergegeben. Die anderen beiden hätten den amtierenden Vorstand beim Staatsministerium des Subventionsbetrugs bezichtigt. Diese diffamierende Behauptung hätte den Vereinsinteressen schwer geschädigt. Der Ausschluss werde trotz Widerspruchsrecht mit sofortiger Wirkung vollzogen, so der Fimtagevorstand.

Künstlername gesucht

Das Gymnasium in Rottenburg mit dem kreativen Namen „Zweites Städtisches Gymnasium“ soll nun endlich einen richtigen Namen bekommen. Pünktlich zum Zehnjährigen Jubiläum soll durch ein Wettbewerb ein neuer Name das Schild der Schule schmücken. Jeder kann seinen Vorschlag anonym einreichen, um die maximale Chancengleichheit zu sichern und um Interessenkonflikten aus dem Weg zu gehen. Kein geographischer Name soll es sein. Aber einer mit historischer Wirksamkeit und breiter Anerkennung über die politischen Grenzen hinweg , der gleichzeitig einen Bezug zum neuen Kunst-Profil der Schule herstellt. Wer also hierfür einen spontanen Einfall hat, sollte seine Idee beim Hauptamt oder im noch ZSG einreichen.

Vogelschule für Kids

Das Vogelschutzzentrum Mössingen hat seit kurzem eine Vogelschule für Umweltbildung. Das Angebot für Vorschulkinder richtet sich an kleine Federviehfreunde ab drei Jahren, es gibt Kurse für Schüler bis zur sechsten Klasse: „Lerninhalte werden dabei an einem Vormittag altersgerecht und spielerisch vermittelt, sehr abwechslungsreich gestaltet, aber immer mit Bezug zum Thema. Wir lassen die Kinder die Natur mit allen Sinnen hautnah erfahren, damit sie ein Gespür für natürliche Zusammenhänge entwickeln können“. So sagt es Karin Kilchling-Hink, beim Vogelschutzzentrum zuständig für Umweltbildung. Ein großes Anliegen sei es ihr, neben dem Wissen über die Vögel auch etwas von der Faszination zu vermitteln, die von den Piepmätzen ausgehe. Mehr über die Vogelschule Mössingen kann man im Internet erfahren, unter www.vogelschutzzentrum.de

Taler und Talente auf den Härten

In den siebziger Jahren wurde der erste in einem Gebiet hoher Arbeitslosigkeit gegründet. In Tübingen funktioniert es schon seit vielen Jahren – jetzt soll auch auf den Härten ein Tauschring gegründet werden. Tauschringe sind gemeinnützige Vereine, deren Mitglieder Dienstleistungen und Waren austauschen. Die Währung basiert dabei auf Zeit, in Tübingen sind das Taler, andernorts spricht man auch von Talenten. Tauschringe bieten über die ökonomischen Vorteile hinaus gehend die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, sich gegenseitig zu unterstützen und – eben die eigenen Talente zu entfalten. Mit Unterstützung des Tübinger Tauschrings möchte die Härtenliste in Kusterdingen nun einen neuen Tauschring organisieren. Zuständig hierfür ist Michael Stadelmann. Wer in Tübingen mehr über die Möglichkeiten des Tauschrings wissen möchte, kann unter www.tuebinger-tauschring.de nachschauen oder wendet sich an das Büro Aktiv.

Radau und Rabatz auf dem Marktplatz

Das für den 17. Juli vorgesehene Singer-Songwriter-Festival auf dem Tübinger Marktplatz will neben hochkarätiger internationaler Popmusik vor allem auch mit einem punkten: sanfteren Klängen. Radau und Rabatz Club-Macher und Organisator des Festivals, Holger Kesten, möchte neben einigen bekannten Headlinern auch unbekannteren Lokalbands die Bühne überlassen- und verspricht, dass ab 22 Uhr wieder Ruhe für die Anwohner einkehren soll. Deshalb soll das Festival schon mittags starten und nach 22 Uhr dann auf verschiedene Altstadtkneipen verteilt werden- eine richtige kleine Live-Nacht sozusagen. Die Eintrittspreise sollen zwischen 25 und 35 Euro rangieren. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Festival den Beweis dafür liefert, dass Radau und Rabatz auf dem Marktplatz die vorgegebene 70- Dezibel-Grenze nicht unbedingt überschreiten müssen.

Top Ten Terror

Stop Ten, das ist der Name der Bürgerinitiative der Anwohner der Großraumdiskothek Top Ten in Tübingen. Müllansammlungen in Vorgärten, Vandalismus an Zäunen, wummernde Bässe die ganze Nacht. Darauf hat hier keiner mehr Lust. Kürzere Öffnungszeiten fordern die rund zwanzig Kernmitglieder der Bürgerinitiative. Unter der Woche bis um 2 Uhr und am Wochenende bis um 3 Uhr, dass sei vertretbar, denn ob eine Diskothek diesen Kalibers überhaupt in der Südstadt rechtens ist, dass wollen die engagierten Bürger erst mal prüfen lassen. Aber so einfach ist das nicht, denn nicht nur die Diskothek profitiert von den etwa 2000 Partygänger pro Veranstaltungstag sondern auch alle Supermärkte, Tankstellen und der nahegelegene McDonalds. Ob die Rebellion von der Blauen Brücke bis zum französischen Viertel erfolg hat, bleibt vorerst abzuwarten.

Kinderkino

Kino Waldhorn, darauf freuen sich viele Darsteller und der Regisseur des Kinderkrimis “Der rote Reißnagel”. Denn vom 18. bis zum 20. Januar wird der Film im Waldhorn gezeigt. Jeweils um 16 Uhr beginnen die Vorstellungen und im Anschluß sind Schauspieler und Macher des Films für Gespräche und Informationen vor Ort. Gejagt wird im Krimi ein böser Bub, der die anderen beklaut und schwer zu fassen ist. Detektivisch arbeiten die Kinder an dem Fall und eine spannende Verfolgungsjagd durch Rottenburg und ein geschicktes Vorgehen der beiden Hauptdarsteller überführt schließlich den Miesen Burschen.

Zeugnisse aus dem Spitzbubenland

„Spitzbubenland“ wurde der deutsche Südwesten Ende des 18. Jhrdts. genannt. Das lag nicht allein an der Massenarmut, die viele Menschen nach einer alternativen Erwerbsmöglichkeit suchen ließ. Die Kleinstaaterei mit ihren vielen Grenzen machte es leicht, vor den Häschern des einen Hoheitsgebiets ins nächste zu fliehen. Erfolgreichster Vorläufer der heutigen Kommisare war dabei der Oberamtmann Jacob Georg Schäffer. Er entwickelte schon damals Methoden wie die verdeckte Ermittlung und eine Vorform der Rasterfahndung . Der berühmteste Räuber bleibt aber bis auf den heutigen Tag der schwarze Vere. Nicht aufgrund seiner Taten, zu denen ihn wie viele andere wohl die Teuerung der Hungerjahre von 1816 und 1817 getrieben hat. Nein, spektakulär war sein Ende: Er wurde im Gefängnisturm vom Blitz erschlagen. Noch mehr Spannendes und Erstaunliches aus dem Spitzbubenland gibt es seit letzten Mittwoch im Sumelocenna-Museum in Rottenburg zu entdecken. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar täglich außer Montags geöffnet.

Halbe Portion

Was tut man, wenn man hungrig ist und sich- wie Lisa Fricke und Mona Vitt aus Horb- etwas gönnen möchte? Richtig, man geht essen. Dass daraus ein Ärgernis werden kann, zeigt sich an ihrem Beispiel ebenfalls. Die beiden Damen trafen die Entscheidung, nach sorgfältiger Wahl eines Gerichts dasselbige auf zwei Teller aufgeteilt separat servieren zu lassen. Natürlich, denn es erschien nur logisch, dass diese Option für beide sowohl sattmachend als auch preisgünstig sei. Eine halbe Portion für jeden, somit auch halber Preis für beide und alle wären zufrieden. Doch da hatten sie die Rechnung ohne die Mitarbeiter des Restaurants ‘Museum’ gemacht- denn diese wurde prompt angehoben. Der daraufhin von Frau Vitt und Frau Fricke verfasste Leserbrief im Tagblatt hatte eine ganze Flut von Antworten zur Folge. Während einige Gastronomen den Preisaufschlag für völlig legitim halten, gibt es auch einige, die sich der ansteigenden Empörung der Konsumenten anschließen. Und die Moral von der Geschicht? EIN Gericht auf ZWEI Tellern bestell dir nicht!…oder zumindest haben wir nun daraus gelernt, dass es wohl ratsam ist, sich zuerst über eine mögliche Preiserhöhung zu informieren.

Zentrum für Biosphäre

Mitte des Jahres soll das Biosphärenzentrum in Münsingen fertig sein. Dann wird es neben den Geschäftstellen von Biosphärengebiet und Geopark auch eine permanente Ausstellung beherbergen. Das Zentrum auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen soll die zentrale Anlaufstelle für die Besucher/innen des Biosphärengebiets werden. Biosphärengebiete sind eine Initiative der Unesco, die nach Modellen sucht, eine intakte Natur- und Kulturlandschaft mit der wirtschaftlichen Nutzung durch den Menschen zu vereinbaren. Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb rund um Münsingen und das Lautertal wurde im Mai vergangenen Jahres von der Unesco anerkannt und ist das erste in Südwestdeutschland. Die Bedeutung des Gebäudes für das Biosphärengebiet sei immens, betonte Leiterin Petra Bernert am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zu den Baufortschritten im Alten Lager. Das Haus sei „Teil des Gesichts“, sagte sie. Dort werde das Biosphärengebiet für Interessierte „erlebbar, besuchbar und begreifbar“. Und trotzdem: „Das Biosphärengebiet ist in uns allen.“

Station Leben

Krebskranke Kinder zwischen 9 und 20 Jahren haben zusammen mit gesunden Kindern das Theaterstück „Station Leben“ entwickelt. Vergangen Freitag war nun die Premiere in der Tübinger Uniklinik. Fast alle Vorstellungen am Wochenende waren ausverkauft. Die Akteure zeigen ihren Leidensweg aus ihrer Sicht, mit nervenden Ärzten, überforderten Freunden und den zermürbenden Klinikalltag. Die Darsteller hatten bei der Gestaltung der Szenen sehr freie Hand, wodurch ein authentisches Stück entstanden ist. Gefördert wird das Projekt „Hoffnung Unlimited“ von der Diözese Rottenburg-STuttgart .

Eiserne Lunge atmet weiter

Bis zum 28. Februar ist die aktuelle Ausstellung des Museums der Universität im Tübinger Schloss verlängert worden. Sie heißt Körperwissen – Erkenntnis zwischen Eros und Ekel. In sieben Abteilungen kann der Besucher aus unterschiedlichen Perspektiven Blicke auf den menschlichen Körper werfen. Beginnend mit Körperbildern folgen Körperteile, Körper und Geist, der Körperwandel, Körperkult und Körperpolitik bis hin zum Fremdkörper. Das hervorstechende Ausstellungsstück in dieser Abteilung ist eine eiserne Lunge aus den 50er Jahren. Ein über zwei Meter langes zylinderförmiges Objekt aus grünlich emailliertem Eisen, Edelstahl und Plexiglas. In dem luftdicht geschlossenen Metallkorpus konnten Menschen über lange Zeit hinweg beatmet werden. Mittels Unterdruck wurde automatisch Luft durch den Mund des Patienten in seine Lungen eingesogen.