Meisterwahl Bürgerbau
Am 1. März muss der Gemeinderat Tübingen einen neuen Baubürgermeister wählen. Insgesamt 41 Kandidaten und Kandidatinnen haben sich laut der Stadtverwaltung dafür beworben, die Nachfolge von Baubürgermeisterin Ulla Schreiber anzutreten. Bekannt sind nur wenige der Kanidaten. Es ist allerdings mehr als ein Kandidat aus Tübingen dabei und es sind wohl mehr Männer als Frauen aufgestellt. In den nächsten Wochen wird der Gemeinderat mit der Vorauswahl beginnen. Der dritthöchste Posten in der Hierarchie der Stadtverwaltung wird auf fünf Jahre gewählt und bringt dem Inhaber ein Bruttogehalt von etwa 7500 Euro. Der neue Baubürgermeister wird wohl mit einem kleineren Budget für Sanierungen im Stadtbereich Tübingen auskommen müssen.
Bauboom macht Pause
„Das ist doch dumm rausg´schwätzt.“ entfuhr es dem CDU-Fraktionschef und langjährigen Hirschauer Ortsvorsteher Ulrich Latus angesichts der jüngsten Überlegungen des OBs: bis zu einer Million Euro könne man einsparen, wenn man die Ortsteilverwaltungen abschaffen würde. Nachdem aus der Tübinger Verwaltung in den letzten Wochen abwechselnd von Haushaltsloch und Bauvorhaben berichtet wurde (wir erinnern uns: Saniert werden sollen das Sportinstitut, die Chemie, die alte Frauenklinik, das geowissenschaftliche Institut und die Psychiatrie, neu gebaut die Mensa, das molekularbiologische Institut, die neue Augenklinik und die Intensivmedizin im Crona-Zentrum) wurde nun bei der neujährlichen Raschelstunde des Gemeinderats in Sachen Etat mit Kürzungen im Sozialbereich gedroht, zumindest bei der Kinderbetreuung. Die Grünen wollen der Kunsthalle einen Teil ihrer Zuwendungen entziehen. Neues Geld soll die Erhöhung der Grundsteuer bringen. Größere Übereinstimmung gab für die taktisch kluge Vorgehensweise einer „Liste der Grausamkeiten“: man gebe zu unbeliebten Kürzungen noch unbeliebtere, die man nach dem unausweichlichen Protest wegstreicht, um dann zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen. Unser Vorschlag: Vielleicht könnte man ja die zuströmenden Gelder für die Sanierung des Hirschauer Baggersees umleiten?
Es geht voran
Ungefährdet von der Krise schreitet der Umbau des Wohnquartiers an der Königsberger Straße schneller voran als geplant. Seit drei Jahren werden die von sechs Gebäuden gebildeten drei Wohnhöfe schrittweise umgebaut. Die alten Gebäude werden gründlich saniert und durch Neubauten ergänzt, die Höfe werden begrünt und die Dächer mit Fotovoltaik-Anlagen bestückt. Fertiggestellt und zum großen Teil schon bewohnt sind der westliche und der mittlere Hof. Hier gibt es nun Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Sozialwohnungen, Büros, ein Kinderhaus und einen Bürgertreff. Die Gebäude verbleiben zum Teil im Besitz der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG, zum Teil wurden und werden sie verkauft. Für den letzten Block sollen sich Baugemeinschaften bilden.
Vorwärts Vorstadt
Das Förderprogramm für die Tübinger Vorstadt “Lokales Kapitel für soziale Zwecke” profitiert von mittlerweile über 70 Projekten. Nun kommt sein Nachfolger “Stärker vor Ort”. Über 4400 Menschen sollen jetzt mit dem neuzugehörigen Gmindersdorf von den Mikroprojekten einbezogen werden. Ein zweites mal gelang es jetzt Reutlingen in das Förderprogramm des Bundesfamileinministeriums aufgenommen zu werden. Das Programm fördert die soziale, schulische und berufliche Integration junger, benachteiligter Menschen und untersützt beim Wiedereinstieg von Frauen in das Berufsleben.
Vorwärts Vesper
Bedürftige können ab dem 19. Januar in der Rottenburger Vesperkirche eine warme Mahlzeit zu sich nehmen „Jeder zahlt soviel er kann“, lautet auch diesmal wieder das Motto. Um dies realisieren zu können, setzen die Verantwortlichen auch Soli-Esser, die aufgrund ihrer finanziellen Situation etwas mehr Spenden können. Die Arbeit wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern bewältigt. Wer noch mithelfen will kann sich mit dem Rottenburger Gemeindebüro in Verbindung setzen. Laufen soll die Aktion dann bis zum 9. Februar.
Winterfreuden im Rammert
Der viele Schnee ließ nicht nur die Räumdienste aktiv werden. Der Rottenburger Revierförster Lorenz Truffner organisierte eine Loipenmaschine. Zwei Loipen mit einer Gesamtlänge von fast 14 Kilometern sind im Rammert gespurt. Einstieg in die Loipe ist beim Parkplatz Schadenweiler Hof.
Projekte im Freien Radio
Die Wüste Welle wird demnächst mit mehreren Projekten von sich reden machen. Im Februar starten zwei Sonderaktionen rund ums Freie Radio. Das Fasnet-Radio aus Rottenburg läuft in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Suchtprophylaxe. Die Jugendlichen Redakteure werden bei der Fasnet genau hinschauen und über ihre Erfahrungen berichten. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Alkohol und dem exzessiven Konsum bei der Fasnet. Nebenbei lernen die Jugendlichen bei einem Workshop am 7. Februar den Umgang mit dem Reportageset, den digitalen Schnitt und die Studiotechnik. Anmelden könnt Ihr Euch bei der Abteilung Jugend der Stadt Rottenburg. Am 20. Februar startet der Workshop für die neue interkulturelle Redaktion des Freien Radios. IntegRadio ist grenzenlos und überschreitet Ländergrenzen, Sprachgrenzen, soziale, inhaltliche und formale Grenzen. IntegRadio heißt Interkulturelle Kommunikation unabhängig von der Herkunft, Sprache, Geschlecht, Bildung oder sozialem Status. Anmeldungen bitte übers Büro der Wüsten Welle.
Kultur eines Kontinents
Das Afrika-Festival in Reutlingen ist seit 3 Jahren eine vielbesuchte, allseits beliebte Form des Kulturaustauschs. Nun soll ein solches Festival im Juni auch in Tübingen die Menschen zusammenbringen. Dabei soll der Festplatz hinter der Paul-Horn-Arena als Plattform dazu dienen, Vorurteile abzubauen und ein bisschen afrikanische Lebensfreude auf die Besucher überschwappen zu lassen. Wie auch in Reutlingen soll es einen afrikanischen Markt geben, auf dem man von Kunstgegenständen über Schmuck bis hin zu Büchern alles mögliche erstehen kann. Zusätzlich stehen verschiedene Programmpunkte auf dem Plan, also Theaterstücke, Lesungen, Filmvorführungen, Live-Performances und vieles mehr. Und wenn man sich die Beine genug vertreten hat, werden natürlich auch allerhand Essenstände mit afrikanischen Spezialitäten locken.
Mittelalterliche Gärten
Christoph Steiner zeigt seine Bilder. Detailverliebtheit, kräftige Farben und mittelalterliche Motive zeichnet der Gärtner des Botanischen Gartens und stellt diese unter altertümlichen Klängen mit Dudelsack und Schellenkranz im Schauhaus des Botanischen Gartens der Universität Tübingen aus. Die Besonderheit seiner Werke stellt die unglaubliche Vorstellungskraft des Malers da, denn jedes Motiv bringt Steiner lediglich aus seinem Gedächtnis zu Papier. Noch bis 30. April kann man seine Ausstellung bewundern und sich an seiner Kunst erfreuen.
Gesund leben
Bereits seit 2003 erforschen die Medizinische Uni-Klinik und die Experimentelle Radiologie, wie sich eine gesunde Ernährung auf Menschen mit erhöhtem Diabetes-Risiko auswirkt. In einer neuen Studie wurde festgestellt, dass die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron das Risiko eines Diabetes-Erkrankung beeinflussen können. Sehr wichtig sei dabei vor allem die durch ein schützendes Protein gesteuerte Bio-Verfügbarkeit dieser Hormone, dessen Wert zum Beispiel durch eine verfettete Leber herabgesetzt wird. Durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung kann man den Wert dieses Proteins positiv beeinflussen und das Diabetes-Risiko senken. Mithilfe der Studie wurde also deutlich, dass der Wert des SHGB-Proteins Aufschluss über ein mögliches Diabetes-Risiko geben kann.
Matto Barfuss
Vergangenen Samstag lud Matto Barfuss zu einem Vortrag in die Gomaringer Kultur – und Sporthalle. Im Rahmen der Reihe „ der Natur auf der Spur“ zeigte Barfuss Bilder von seinem Leben mit Berggorillas und seiner Barfuß-Überquerung der Alpen. Der Abenteurer zog seine Zuhörer mit Angst einflößenden Erlebnissen aus dem Kongo in seinen Bann. Seit 2002 arbeitet Barfuss an einer Langzeitstudie über Gorillas deren Gene zu 98,4% mit den Menschlichen identisch sind.
Weltwärts
Tübingen hat seit 2006 eine neue Partnerstadt: Villa el Salvador in Peru. Die Stadt südlich von Lima gibt es tatsächlich auch erst seit ca. 40 Jahren. Trotzdem hat sie bereits rund 400.000 Einwohner. Wenn eine Stadt so schnell wächst, bleibt vieles liegen. So gibt es dort kaum Infrastruktur und auch Schulen werden erst nach und nach aufgebaut. Zwei Tübinger Abiturienten vom Uhland-Gymnasium haben nun begonnen, dabei zu helfen: Im Rahmen des Partnerstadt-Projekts „Weltwärts“ sind sie nach ihrem Abitur für ein Jahr nach Peru gegangen, um dort in einer Schule einen Freiwilligendienst abzuleisten. Das „Colegio Fey y Alegria“, was auf Deutsch so viel heisst wie „Glaube und Freude“, bemüht sich, Schüler und Schülerinnen konstruktiv auf den schwierigen Alltag in dieser Region Perus vorzubereiten. Das Schulmotto lautet „Gemeinsam baut ihr ein besseres Peru auf“ und danach läuft auch der Schulalltag. Die Schüler erhalten eine breitgefächerte Bildung und auch Kurse in Werken oder erster Hilfe. Durch finanzielle Hilfe der Eltern befindet sich die Schule mittlerweile in einem halbwegs modernen Zustand und kann den Kindern Woche für Woche Gemeinschaftlichkeit vermitteln. Daniel Wais und Christian Haardt vom Tübinger Uhland-Gymnasium sind seit August 2009 in Villa el Salvador und freuen sich, dort noch ein weiteres gutes halbes Jahr aushelfen zu können.

