Und Tschüss
Der Mössinger OB Werner Fifka kündigte am Montag seinen eigenen Rücktritt an. Fifka will das Amt zur Halbzeit seiner zweiten Amtsperiode Ende September 2010 vorzeitig abgeben. Diese Entscheidung versetzte die Stadträte in Staunen. Als Begründung nannte er seinen allgemeinen Gesundheitszustand, der nicht gut und stabil sei. Der erst 52jährige Fifka hat eine komplizierte Knieoperation hinter sich. Er will sich künftig außerhalb der Verwaltung und Politik betätigen. Fifka ist seit 1998 OB in Mössingen. Er machte aus dem größten Dorf im Land eine Große Kreisstadt. Ein Ergebnis seiner Stadtentwicklungsplanung mit breiter Bürgerbeteiligung. 2008 kandidierte Fifka auf der Kreistagsliste der Freien Wähler und ist aus der SPD ausgetreten. Mössingen steht also eine größere Zäsur bevor. Nicht nur personell, auch finanziell wird sich einiges ändern. Das Minus in der Stadtkasse wird keine Rekordinvestitionen wie in den vergangenen Jahren mehr zulassen. Bewerber für die Position des Mössinger OB können sich schon mal in Stellung bringen. Fifka hat den 4. Juli als Termin für die außerplanmäßige Neuwahl vorgeschlagen.
Steuerloch
In Tübingens Finanzplanung bis zum Jahr 2013 werden voraussichtlich 90 Millionen Euro fehlen. Bislang ging man von jährlichen Steuerausfällen von ca 7 Millionen Euro aus, nach neuesten Berechnungen werden es eher 18 Millionen pro Jahr sein. Dazu kommt ein Rückgang von ca. 25 Millionen bei den Schlüsselzuweisungen des Landes, sowie Einbußen bei der Einkommens- und Gewerbesteuer. Dieses Loch verschlingt jegliche angelegte Planung. Aus dem Rathaus verlautet bislang nur, daß kein Geld übrig sei für die Kindergarten Bedarfsplanung ab 2010.
Energiefluss
Die Stadtwerke Horb und Tübingen haben eine gemeinsame Energie GmbH gegründet. Wirtschaftliches Ziel sei die Strom-Produktion für 1000 Haushalte aus Wasserkraft. „In Kopenhagen verhandelt man – wir handeln.“ sagte der Horber OB Peter Rosenberger kurz vor Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags. Für OB Palmer steht die neue Firma für drei Schwerpunkte: für Umweltschutz, für Arbeitsplätze und für kommunale Kooperation. Das Fluss-Kraftwerk in Horb soll Ende 2010 in Betrieb gehen. Es verdoppelt die Strommenge, die aus Horber Neckarwasser gewonnen wird. Die Laufzeit des Kraftwerks soll 80 Jahre betragen, nach 20-30 Jahren seien die Investitionen amortisiert. Möglich ist die Millionen-Investition dank der Stromkunden der Stadtwerke Tübingen. Diese bezahlen einen Cent mehr pro Kilowatt-Stunde Öko-Strom.
Werkrealschule beantragt
Der Tübinger Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, sowohl für die Mörikeschule als auch für die Hauptschule Innenstadt eine Umwandlung in eine Werkrealschule beim Regierungspräsidium zu beantragen. Sollte dies genehmigt werden, könnten in beiden Schulen die bisherigen kleinen Klassen, in denen die einzelnen Schüler besser gefördert werden, erhalten bleiben. Die Schulklassen sind auf 20 Schüler angelegt, durch die sogenannten „Rückläufer“ wird die Klassengröße vermutlich eher auf bis zu 25 ansteigen, so daß keine Schüler aus dem Umkreis benötigt würden. Im Kreis kämpfen die Gemeinden gerade allenthalben um den Erhalt ihrer jetzigen Haupt- und künftigen Werkrealschulen.
Barrierefreie Stadt
Das Handlungskonzept barrierefreie Stadt Tübingen stieß auf einhelliges Lob im Sozialausschuss des Gemeinderats. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für den Beitritt zur Barcelona-Erklärung aus: Sie lautet „Die Stadt und die Behinderten“. Ziel ist, Barrierefreiheit herzustellen, damit Menschen in allen Lebenslagen selbstbestimmt und gleichberechtigt am gesellschaftlichen leben teilnehmen können. Das Konzept soll Grundlage für die Planung und Entwicklung Tübingens in den nächsten 15 Jahren sein. Barrierefreiheit bedeutet nach der UN-Behindertenrechtskonvention mehr als das Fehlen räumlicher Hindernisse. Es geht um das Dazugehören, Teilhaben und Mitgestalten – auch in der Schule oder am Arbeitsplatz. Wie es mit dem Handlungskonzept weitergeht, muss jetzt der Gemeinderat entscheiden.
UNESCO Projektschule
Seit 20 Jahren ist die Geschwister Scholl Schule eine von weltweit über 6000 Unesco-Projektschulen. Jedes Jahr stehen die Projekttage der Unesco-Schulen im Zeichen eines gemeinsamen Themas, das die Vereinten Nationen vorgeben. Das können Menschenrechte, nachhaltiger Umweltschutz, Respekt vor dem Anderssein oder die globale Armutsbekämpfung sein. Die Schüler entwickeln dann mit ihren Lehrern individuelle Projekte an Hand der Vorgaben. Das Jubiläum wird begleitet von einer Ausstellung zu den Projektthemen der vergangenen Jahre. Die Schüler beschäftigten sich mit dem Lebenselixier Wasser, der Sklaverei oder der Integration.
Arme Kinder
Es gibt Dinge, über die in der Gesellschaft meist lieber das Siegel des Schweigens gelegt wird- wie zum Beispiel das Thema Kinderarmut. Und die existiert auch hier in Deutschland, wie der Betriebsseelsorger Wolfgang Herrmann aus Stuttgart bei einem Vortrag in Ergenzingen zu verdeutlichen versuchte. So führt also Armut zu ‘sozialer Exklusion’, dem Ausschluss der Betroffenen aus dem gesellschaftlichen Leben. Durch die Lohnherabstufungen der Eltern verarmen die Kinder mit- von 11,4 Millionen Kindern leben bereits 2 Millionen in Hartz-IV-Haushalten. Herrmann nannte 4 Formen von Armut: materielle, kulturelle, soziale und gesundheitliche. Weiterhin erklärte er, dass er von Seiten der Regierung keine wirkliche Lösung dieses Problemes erwarte, wenn zwar das Kindergeld um 20 Euro angehoben werde, aber gerade Hartz-IV-Empfänger davon nichts bekämen. Laut seiner Einschätzung käme aber letztendlich “ohne Bildung niemand aus der Armutsfalle heraus”. Als weiteren wichtigen Punkt zu einer wahren Veränderung sähe er nur die Möglichkeit, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und betonte, dass vor allem anderen ein mentaler Wandel in unseren Köpfen erfolgen müsse- dass wir mehr Verantwortung für einander tragen sollten.
Studieren in Reuttlingen
Fast ein viertel der Studenten in Reuttlingen kommen aus dem Ausland. Insgesamt sind 82 verschiedene Nationen vertreten und die meisten davon auch begeistert von der schwäbischen Stadt. Viele kommen wegen des guten Rufs der Uni, der die Jobsuche danach erleichtern soll. Die Studenten fühlen sich hier aufgrund der Nähe zu den Professoren und des praxisnahen studieren wohl. Das Angebot und die Kooperation der beiden Unis und die deutsche Kultur stellen für die Studenten aus dem Ausland einfach ein unschlagbares Angebot dar. Dies ist das Ergebnis der Umfrage vor Ort gewesen.
Abgeschworen
Auf Einladung von Terre de Femmes kam die Ex-Iranerin Mina Ahadi am Donnerstag in die Begegnunsstätte Hirsch, um aus ihrer Biografie „Ich habe abgeschworen“, vorzulesen. Ihre Aussagen polarisieren. Sie wendet sich gegen eine aus ihrer Sicht falsch verstandene Toleranz gegenüber politisch-religiösen Bewegungen und fordert den Mut, auch eine Minderheit zu kritisieren. Für Mina Ahadi ist der Tschador eine Einzelzelle für die Frau. Sie selbst floh im Alter von 18 Jahren vor einer Zwangsverheiratung nach Teheran, wo sie Medizin studierte. Gemeinsam mit ihrem Mann engagierte sie sich nach dem Sturz des Schahs gegen die Macht der Mullahs. Nach der Ermordung ihres Mannes durch den Geheimdienst kämpfte sie zehn Jahre als Partisanin in einer kurdisch-kommunistischen Bewegung. Allen Anfeindungen zum Trotz kämpft sie auch in ihrem Exil in Köln weiter. Sie engagiert sich gegen die Steinigung und hat den Zentralrat der Ex-Muslime mitgegründet. Religion müsse Privatsache sein, nur in einem säkulären Iran sei die Gleichberechtigung von Mann und Frau möglich, sagt sie. Und: „Auf zehn Haßbriefe erhalte ich hundert Lob-Briefe, das treibt mich voran“.(est)
Mitmachen Ehrensache
Im Rahmen dieses Projektes arbeiteten 65 Schüler und Studenten für soziale Projekte. Ein Tag lag stellten diese ihre Arbeitskraft zur Verfügung um das verdiente Geld den „ Clowns im Dienst“ zu spenden. Die Einnahmen der Studenten geht an das Projekt „ Studieren ohne Grenzen“. 800€ kamen dadurch zusammen. Insgesamt beteiligen sich 22 Landkreise bei Mitmachen Ehrensache.
Welt des Spielzeuges
Spielzeug ist hier bei uns etwas völlig alltägliches- und gerade zur Weihnachtszeit quellen die Schaufenster regelrecht über…aber wie und womit spielen die Kinder in anderen Kulturen eigentlich? Genau darüber hielt der Tübinger Ethnologe Volker Harms in Mössingen einen Vortrag. Fast überall auf der ganzen Welt spielen kleine Mädchen mit Puppen, seien sie nun aus Plastik oder aus in der Natur zu findenden Materialien hergestellt. Lediglich manche Kulturen, in denen sich die Kinder um ihre kleinen Geschwister kümmern müssen, bilden die Ausnahme. Wobei auch zu bedenken sei, dass z.B. in traditionellen afrikanischen Kulturen die Puppe ein Werkzeug zur Durchführung von etwa Fruchtbarkeitsritualen sei und daher einen ganz anderen Charakter habe. Doch auch Arbeit und Spiel schließen einander nicht aus, erklärte Harms. Bewohner von westpazifischen Inseln benutzen beispielsweise Fluchdrachen sowohl zum Angeln als auch als eine Art Geschicklichkeitsspiel: sie fahren mit einem Boot aufs Meer, während sie einen Drachen steigen lassen, an dem eine Schnur mit einem Köder befestigt ist- der so auf der Wasseroberfläche tanzen soll, dass er wie ein fliegender Fisch wirkt und damit potenzielle Beute anlockt. Also spielen- egal wo- nicht nur Kinder, auch Erwachsene nutzen das Spiel als Erholungsmöglichkeit und zum Ausgleich zu ihrer täglichen Arbeit.

