Friedensfrauen
Über den französischen Filmtagen leuchtete der Stern Sandrine Bonnaire. Das FilmFest FrauenWelten hat gleich zwei Sterne aufzubieten. Leymah Gbowee gelang es mit ihrem Frauenfriedensnetzwerk den Bürgerkrieg in Liberia mit gewaltlosen Mitteln zu beenden. Christliche und muslimische Frauen brachten gemeinsam nicht nur den Diktator zu Fall, sie sorgten auch dafür, daß Liberia die erste Präsidentin Afrikas erhielt. Ihre Frauenorganisation Wipsen arbeitet inzwischen in ganz Afrika an Friedensprozessen und an der Stärkung der Position der Frauen. Der eindrucksvolle Dokumentarfilm „Pray the Devil back to Hell ist noch am heutigen montag Abend im Kino Arsenal um 18.00 zu sehen. Bei dem anschließenden Podiumsgespräch über die Repräsentation von Kriegsgeschehen in den Medien wird Leymah Gbowee ebenfalls anwesend sein. Das Gespräch findet im Anschluß um 19.00 statt und der Eintritt dazu ist frei. Leymah Gboweeh ist die Heldin einer Dokumentation, heimlich eine Dokumetation gedreht hat Hana Makhmalbaf, die jüngste Tochter des berühmten iranischen Regisseurs Mohsen Makhmalbaf. „Green Days“ dokumentiert die Stimmung in den Straßen Teherans in der Hoffnung auf eine Veränderung der Verhältnisse vor der letzten Wahl im Iran. Beide erhielten am Samstag den Ehrenpreis für „Mutiges Engagement für Menschenrechte von Frauen“ von Terre des Femmes. Zentrales Thema des diesjährigen Filmfestes waren moderne Matriarchate als alternative Gesellschaftsformen, in denen es sich für Frauen und Männer gut gelaunt leben läßt.
Tübingen und Tansania
Die Partnerschaft mit Moshi in Tansania ist einen Schritt weiter. Der Tübinger Gemeinderat sprach sich für Gespräche auf Verwaltungsebene aus. Damit folgt er der Empfehlung der Findungskommission. Ziel ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Das Wohlstandsgefälle berge aber auch Probleme. Partnerschaft gebe es nicht zum Nulltarif. Für den persönlichen Austausch gab es die Empfehlung, einen Fonds einzurichten, aus dem Reisen von Menschen aus Moshi nach Tübingen finanziert werden könnten. Moshi ist Distrikthauptstadt und liegt am Fuße des Kilimandscharo. Die 160 000 Einwohner gelten als “die Schwaben Tansanias”.
Studientag an der Uni
Am vergangenen Mittwoch öffnete die Uni Tübingen ihre Hörsäle für 9000 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Region. Sie konnten sich über die verschiedenen Studiengänge informieren und Schnuppervorlesungen hören. Das größte Interesse zeigten die Schüler an Psychologie, Medizin und den Wirtschaftswissenschaften. Fast 50% der Fragen, die die Schüler an den Infoständen stellten, bezogen sich nicht direkt auf das Studium. Sie fragten nach Einstiegsaussichten in den Beruf und das neue Bachelor- und Master-System, nach Berufseignungstests und dem Wert der neuen Abschlüsse und nach Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Fächer. So gehen die Themen der Bildungsproteste auch an den Schülern nicht spurlos vorbei.
Schlichten statt schlagen
In Nehren soll ein so genanntes Peer-Group-Modell nächtlichen Lärm und Sachbeschädigungen verhindern helfen. Das Konzept von Verwaltung, Jugendpflege und Polizei will Peer-Group-Trainer zur Deeskalation einsetzen. Die etwa gleichaltrigen Trainer hätten ähnliche Lebenserfahrungen und eine gemeinsame Ausdrucksweise. Initiator der Peer-Group-Idee ist der Mössinger Jugendpflegeleiter Thomas Häusler. Er entwickelte seine basispädagogische Vision zu einem förderfähigen Projekt. Die Peer-Group-Trainer haben alle eine Jes-Mentoren-Ausbildung gemacht, sind hochmotiviert und engagiert. Ziel sei, den Jugendlichen an einem Tag der Woche einen festen Ansprechpartner und einen Ort zu geben, gleichzeitig aber auch das Unrechtsbewusstsein zu schärfen.
Wald gegen Gewalt
Sozialpädagoge Andreas Schumschal und Forstwirt Wolf Nowack sind die zwei Initiatioren des Projekts „Gewaltprävention Waldpädagogik“. Letzten Dienstag wurde dieses Projekt an der Forsthochschule in Rottenburg vorgestellt. Die Präventivarbeit besteht aus einem Kompetenztraining welches von den Beiden meisten in der Klassenstufe 6 abgehalten wird. Danach folgt ein zweitägigen Waldaufenthalt in dem ein kleines Überlebenstraining im Team absolviert werden muss. Dazu gehört das Bauen eines Plumpsklos und die Brennholzbeschaffung. Durch fiktivie Szenarien wird am ersten Tag versucht das Vertrauen in der Gruppe zu stärken. Am zweiten Tag wird dann mit scharfen Werkzeugen Forstwirtschaftlich gearbeitet. „In einer Gruppe gibt es immer die, die zuerst was machen und dann denken, und andere, die Ideen, aber nichts zu melden haben“ so die Beobachtung Nowacks.Laut Untersuchung finden sich 65 Prozent der Schüler nach dem Projekt besser in der Klasse zurecht. Und der Andrang der Schulen ist Groß.
Besetzung dauert an
Auch nach der landesweiten Demo in Stuttgart am vergangenen Samstag, bei der etwa 4000 Demonstranten für bessere Bildungspolitik auf die Straße gingen, dauert die Besetzung im Tübinger Kupferbau an. Das Plenum vom Sonntag abend bekräftigte noch einmal den Willen der Besetzer, den Hörsaal 21 im Kupferbau in ihrer Hand zu behalten. Währenddessen läuft die inhaltliche Arbeit auf Hochtouren. Am kommenden Mittwoch sollen der Landesregierung Forderungen der Studentenschaft übergeben werden. Zur Zeit koordinieren sich die Besetzer aller Unis in Baden-Württemberg bezüglich der Formulierungen. Das Fortschreiten der Proteste soll ab der nächsten Woche auch in einer eigens herausgegebenen “Kupferbau-Zeitung” dokumentiert werden. In den letzten Tagen sind auch die Studierenden in Frankreich aufgewacht und auch dort ist eine Welle von Besetzungen zu erwarten. Die Gesamtsumme der weltweit besetzten Universitäten beträgt nun mehr als 80.
Abwasser in der Schule
Die Aischbach-Schule und das nahe gelegene Kinderhaus heizen ihre Räumlichkeiten von nun an mit einer Technik, die in B-W bisher einzigartig ist. 120 Liter Abwasser verbraucht jeder pro Jahr und schickt dieses mit 20° in den Kanal. Diese Energie wird nun durch eine neuartige Technik nutzbar gemacht. In Kombination mit der neu angebrachten Wärmedämmung in der Schule, können so pro Jahr 60 Tonnen Kohlenstoffdioxid gespart werden. Die Effizienz wurde durch eine Machbarkeitsstudie, welche von den Stadtwerken in Auftrag gegeben wurde, geprüft. Die Kosten von rund 110 000€ übernehmen zum Großteil die Stadtwerke, das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 30%.
Assistenzbedarf im Krankenhaus
In der Uni-Klinik in Tübingen sorgen Menschen mit Behinderung für frisch bezogene Betten. Im Mai startete das Pilotprojekt zwischen der Klinik und dem Freundeskreis für Menschen mit Behinderung aus Gomaringen. Die fünf festen Mitarbeiter haben inzwischen ihre anfänglichen Schwierigkeit überwunden und sind aus dem Krankenhaus fast nicht mehr wegzudenken. Auch ersetzen sie nicht, wie anfänglich befürchtet, bereits existierende Jobs. Das Projekt wurde seit der Einführung noch einmal überarbeitet. Zu Beginn arbeiteten dort Menschen mit psychischen Erkrankungen, diese hatten aber zu große Probleme mit der Flexibilität. Mittlerweile sind Menschen mit einer geistigen Behinderung für die Betten zuständig.
Auswärtige benachteiligt
Die Stadt Tübingen will mehr Geld für die Betreuung auswärtiger Kinder von deren Heimatkommunen. Diese haben der Universitätsstadt eine Vertrag vorgelegt in dem die Summe der bisher bezahlten Betreuungspauschale pro Kind erläutert wird. Tübingens Finanzbürgermeister sagte jedoch dass die berechnete Pauschale zu gering sei und einige wichtige Faktoren, wie zum Beispiel gebäudebezogene Kosten, nicht berücksichtigt werden. Je nach Betreuungsart müssten deshalb jährlich zwischen 1750 und 4800 pro Kind drauf gezahlt werden. Deshalb sollen die Nachbarkommunen für einen vollen Kostenausgleich sorgen. Es soll nun im geprüft werden welche Kosten in die Berechnung mit aufgenommen werden dürfen. Die Stadtverwaltung wird deshalb jetzt für alle 112 Kinder die Betreuungskosten ermitteln.
Gewusst wie
Nach der Abwrackprämie kommt jetzt die Bildungsprämie. Das Ministerium für Bildung und Forschung zahlt Zuschüsse für die berufliche Weiterbildung. Mit einem Prämiengutschein übernimmt der Bund die Hälfte der Kosten bis zu einem Betrag von knapp 150 Euro. Berechtigt sind Berufstätige bis zu einem gewissen Einkommen und Menschen in Elternzeit. Die Bildungsprämie ist noch kaum bekannt. Darum wirbt die Volkshochschule Tübingen jetzt für ihr Beratungsangebot. Ein solches Beratungsgespräch ist Voraussetzung für den Bildungsprämiengutschein. Infos gibt’s bei der Volkshochschule.
