Preis für Raser
Wie stark Fische Elektrizität erzeugen können, wie empfindlich der menschliche Tastsinn ist oder womit sich das Auge mit Leichtigkeit täuschen lässt, sind nur ein paar der Experimente, die die Schüler der Klasse 4c der Tübinger Winkelwiese Grundschule im Laufe ihrer Forschungsexpedition gelernt haben. Zusammen mit Lehrerin Ursula Müller-Rieker fahren die kleinen Forscher vor den Sommerferien mit dem Wissenschaftszug durch die Region. Ein Highlight dieser Reise ist ohne Zweifel die Fahrt mit Einsteins Rad, dass es den Kindern ermöglicht hat, mit 99 Prozentiger Lichtgeschwindigkeit durch Tübingen zu rasen. Das Projekt „Forschungsexpedition Deutschland“ ist ein Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Möglich gemacht haben dieses Projekt der Stiftverband für die Deutsche Wissenschaft, die Robert Bosch Stiftung, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und „Wissenschaft im Dialog“. Am Freitagnachmittag überreichte Oberbürgermeister Boris Palmer den Kindern Urkunden und Bücher Gutscheine. Auch Jungen und Mädchen des Uhland- und des Carlo-Schmid-Gymnasiums haben bei der Expedition mitgewirkt und wurden ebenfalls geehrt.
Preis für Künstler
Der Künstler Jochen Gewecke wurde für sein Foto-Projekt „Kommt zusammen“ ausgezeichnet. In Berlin erhielt er Urkunde und Medaille des Europäischen Bürgerpreises von Europaparlaments-Präsident Jerzy Buzek. Europaweit gibt es 37 Priesträger darunter elf aus Deutschland. Gewecke hatt unter anderem in verschiedenen Gotteshäusern fotografiert.
Gegen die Herrschaft der Wissenschaft
Dietrich Eberhard Sattler, der Herausgeber der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe hat den Hölderlin-Preis Tübingens erhalten. Was ist nun das so monumental Neue und Revolutionäre dieser fast verhinderten Ausgabe? Sattler entziffert in in textgenauer und -getreuer Umschrift die fotografierten Faksimiles. Und das auch noch ohne die allergeringste akademische Denk- und Redeerlaubnis, kein Dr. und kein habil zieren ihn. Nein, Sattler ist Buchgrafiker von Beruf. Solcherlei Affront konnte sich die unfehlbar herr-liche Wissenschaft in Gestalt ihrer renommierten Vertreter nicht bieten lassen, schließlich hatte das Ganze damit angefangen, daß dem selbstdenkerisch aufmüpfigen jungen Sattler eine Unstimmigkeit in seiner Hölderlinausgabe eines der besagten renommierten Größen aufgefallen war. So wurde das international revolutionierende preisgekrönte Werk schlußendlich nur durch die Risikobereitschaft des linken Verlegers KD Wolff der entzückten Leserschaft zugänglich. Von 1975 bis 2008 erschien die Schritt für Schritt das Entziffern der Originale dokumentierende Arbeit in seinem Verlag „Roter Stern“. Sattler hat zwar seit 1985 den Ehrendoktortitel der Universität Hamburg, trotzdem mußte sich das Tübinger Komitee nach allem was man hört, zur Preisvergabe durchringen. Der Verleger KD Wolff wurde nur am Rande erwähnt – dafür erhielt er aber dieses Jahr gemeinsam mit Sattler den Antiquaria-Preis für die Förderung der Buchkultur anläßlich der Antiquariatsmesse in Ludwigsburg..
Wohin mit dem Mammut?
Ab dem 10. Januar 2010 soll die Eiszeit-Ausstellung, die derzeit in Stuttgart tagt, nach Tübingen umziehen, so Ministerpräsident Günther Oettinger im September. Es wird erwartet, dass die vor 30000-40000 Jahren von Höhlenmenschen geformten Gegenstände auf völkerumfassendes Interesse stoßen werden. Nun sucht die Stadt nach einem geeigneten Platz für die Ausstellung. Das Museum Schloss Hohentübingen kommt dafür nicht infrage- es ist zu abgelegen und deshalb nicht gut erreichbar für Menschen mit körperlichem Handicap. Jetzt wird fieberhaft nach einem geeigneten Standort gesucht. Zur Diskussion stehen bislang die Villa Köstlin an der Rümelinstraße, das Stadtmuseum im Kornhaus, die alte Aula oder das „Kommödle“. „Wir sind in Zugzwang“, gibt Bernd Engler zu. „Keine Durchgangssituation, sondern Endpunkt eines beschwerlichen Aufstiegs“, ergänzt Tourismus-Chefin Gabriele Eberle vom Bürger- und Verkehrsverein die Aussage des Uni-Rektors. In einem Punkt sind sich jedoch alle einig, egal wie die Standort Suche verläuft, Tübingen wird bald um ein paar Publikumsmagneten reicher sein.
Werkstatt feiert Jubiläum
Seit 25 Jahren wird in der Kulturwerkstatt gefilmt, musiziert, produziert, geschnitten, geprobt, geklickt, gesurft, gespielt, gelernt und und und… Wenn da nicht für jeden Jugendlichen was dabei ist. Die Teilnehmerbeiträge sind mit 10 bis 30 Euro im Monat moderat. Soviel kostet in der Regel auch ein Discobesuch und der hält eventuell die Kids weniger davon Scheiße zu bauen. Ursprünglich 1984 als Musikwerkstatt gegründet konnte aufgrund des Zulaufs die Kulturwerstatt übernommen werden und ins Haus der Jugend in der Museumstraße 7 ziehen. Was Jugendkultur angeht war die Kulturwerkstatt in vielem ein Vorreiter. Schon 1997 wurde die Domain www.kulturwerkastatt.de gesichert. Musik produziert wurde schon mit dem damals noch aktuellen Atari und einer der ersten Cubase Versionen. Bei sowiel Zeitgeist wundert man sich auch nicht, dass dort schon die einen oder anderen erfolgreichen Musiker unterschlupf gefunden haben. Ein Aktuell erfolgreiches Projekt sind die Soulhossas die zusammen mit 4 weiteren Bands bei der Jubiläumsfeier am Samstag live spielen werden. Ab 14.00 gibt es bereits die Möglichkeit einen Einblick in verschiedenen Workshops zu bekommen.
Kino macht blau
Das Waldhorn-Kino in Rottenburg ist seit dem 1. November offiziell klimaneutral. Der CO2-Ausstoß des Kinobetriebs wird mit einem Aufforstungsprojekt in Uganda kompensiert. Dafür kaufen die Betreiber Emissionsminderungszertifikate. Das Geschäftsjahr 2008 ergab einen CO2-Ausstoß von 80 Tonnen für das Kino. Dazu zählen nicht nur der Verbrauch von Strom und Heizöl, sondern auch die Anfahrtswege der Kinobesucher, Mitarbeiter und Filmtransporte. Jetzt ist das Waldhorn-Kino das erste klimaneutrale Filmtheater in Deutschland.
Kollektives Erinnern
Am 9. November 1938 war die Progromnacht. Es brannten die Synagogen und jüdische Geschäfte wurden zerstört. Der braune Mob übte sich in Plünderungen und viele Juden kamen in so genannte Schutzhaft. Im gesamten Sendegebiet gab es Gedenkveranstaltungen. In der ehemaligen Baisinger Synagoge gestalteten Schüler eine Gedenkstunde mit jüdischen Weisen und mahnenden „Stolpersteinen“. In der Hechinger Synagoge erinnert die Fotoausstellung „Verschwundene Welt“ an den Alltag im Shtetl. Geschichten jüdischer Autoren und musikbeispiele jüdischer Komponisten rundeten die Gedenkveranstaltung in Hechingen ab. In Tübingen weist jetzt ein Wegweiser auf der Neckarbrücke zum Synagogenplatz in der Gartenstraße. Dort gedachten etwa 60 Menschen der Opfer und stellten sich der Vergangenheit. Die Bau- und Zerstörungsgeschichte der Tübinger Synagoge ist jetzt in einer Broschüre erschienen. Erst auf private Initiative war dort Platz für ein Denkmal. Es war ein mühseliger Weg vom Ort des Vergessens zum Ort der Erinnerung.
Kirche und Moschee
Es war eine gut 70-köpfige, gemischt religiöse Gruppe, die sich am Samstagvormittag zum gegenseitigen Besuch zuerst in der Rottenburger St. Moriz-Kirche und danach in der Moschee des Deutsch-Türkischen Freundschaftsvereins traf. Diakon Wolfgang Urban hatte ein komprimiertes Überraschungspaket geschnürt, das er öffnete, indem er die Anwesenden in St. Moriz auch mit einem „Salam Aleikum“ begrüßte. In seinem Vortrag betonte er einige Besonderheiten des katholischen Christentum, hob vor allem aber die Gemeinsamkeiten beider Religionen hervor. In der Moschee , die in den ehemaligen Produktionsräumen der Schäftefabrik Ruckgaber beim Bahnhof untergebracht ist, nahm Ümit Arslan, der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Freundschaftsvereins, einige der von Urban so sauber ausgelegten Fäden auf und erläuterte nochmals einige muslimische Rituale, wie etwa den Fastenmonat Ramadan oder auch die Fleisch- oder Geldspende, die beim Opferfest Ende November an Bedürftige verteilt wird.
Von der Wiege in die Villa
Am Dienstag wurde die Kindervilla Alexanderpark offiziell eröffnet. Anwesend waren rund 80 Eltern und Kinder sowie unser Oberbürgermeister Boris Palmer. Rund 800 Krippenplätze gibt es jetzt in Tübingen. Das sind 36,5 Prozent der bis zu 3-jährigen. Damit baut Tübingen seinen Spitzenplatz in der Kinderbetreuung aus. Entworfen hat den Umbau des ehemaligen Militärgebäudes der Architekt Siegmar Lenz. 80 Prozent der Auszuführenden Arbeiten wurden von kleinen Tübinger Firmen besetzt. Untergebracht sind in dem Gebäude jetzt 5 Gruppen. Besondere Angebote geben auch zeitlich unflexibleren Berufstätigen die Möglichkeit, ihren Alltag zu Bewältigen, dazu gehört die Möglichkeit, bis zu vier mal im Monat sein Kind auch über Nacht betreuen zu lassen oder auch an Samstagen. Nach den zwei Millionen Euro für Umbau und Sanierung des Gebäudes falle jährlich ein Zuschuss von 600 000 Euro an. bei den „von Berlin angeordneten Steuerausfällen“ lasse es sich nur halten, wenn die beispiellosen Einnahme-Einbrüche anderweitig kompensiert würden. Zum Beispiel über eine höhere Grundsteuer und höhere Parkgebühren beteuerte Palmer.
Kinderkunst K´furt
Die Kirchentellinsfurter haben sich in Sachen Kinderferienprogramm was einfallen lassen: 14 Künstler der Gemeinde betreuten für zwei Wochen im Sommer und eine Woche im Herbst rund hundert Kinder von 6 bis 16 in künstlerischen Workshops. Das Projekt des Kinder-Künstlerdorfs ist auf drei Jahre angelegt. 49 100 € gab´s dafür von der Stiftung „Kinderland Baden-Württemberg“. Letzten Freitag war große Werkschau im Rittersaal des Schlosses.
Frauen auf der Flucht
Für den heutigen Freitag, den 13.11. plant das FrauenfluchtNetz Reutlingen/Tübingen für Tübingen eine Aktion, um auf das Thema “Frauenflucht” aufmerksam zu machen. Am 27.11.09 soll diese Aktion auch in Reutlingen durchgeführt werden. Das FrauenFluchtNetz wurde im Frühjahr 2001 als Arbeitsgruppe zur Unterstützung des Istanbuler Frauenrechtsbüros „Rechtliche Hilfe für Frauen, die von staatlichen Sicherheitskräften vergewaltigt oder auf andere Weise sexuell missbraucht worden sind“ gegründet. Inzwischen wurden die Aktivitäten erweitert um die Themengebiete Frauenfluchtgründe und Traumatisierung, Situation in den Heimatländern der betroffenen Frauen und Begleitung für Asylbewerberinnen. Die Aktionen sollen jeweils um 15.30 h stattfinden. Dafür werden noch Frauen gesucht, die bereit sind, für fünf Minuten auf dem Tübinger bzw. Reutlinger Marktplatz ein rotes T-Shirt zu tragen. Aufgedruckt auf den T-Shirts ist das Wort „Frauenflucht“ und die verschiedenen Gründe dafür: Krieg, Gewalt, politische Verfolgung, Zwangsverheiratung, Homosexualität, Genitalverstümmelung usw.. Treffen ist jeweils eine halbe Stunde vorher. Unterstützerinnen wenden sich an FrauenFluchtNetz@yahoo.de oder an die Tel. 0178-5291622, weitere Infos gibt´s unter www.frauenfluchtnetz.de.
