BesetzerInnen im Kupferbau mit Räumung gedroht

Die BesetzerInnen im HS25 könnten bald der Staatsmacht gegenüberstehen

Die BesetzerInnen im HS25 könnten bald der Staatsmacht gegenüberstehen

Tübingens Uni-Rektor Engler hat den BesetzerInnen im Kupferbau mit der Räumung gedroht. Bei einem Besuch im Kupferbau sagte er, dass die Ausführung von Lehrveranstaltungen im HS 25 und Kupferbau allgemein durch die studentischen AktivistInnen mittlerweile zu sehr beeinträchtigt sei. Den Prostetierenden wurde ein “Umzug” in die “Alte Physik” hinter der Mensa angeboten. Dort gäbe es einen Hörsaal mit ca. 250 Plätzen, in dem sie den Protest weiterführen könnten. Sollten die Studierenden sich bis heute abend um 24 Uhr nicht entschließen, den Kupferbau freiwillig zu verlassen, sähe Engler sich gezwungen “sein Hausrecht auszuüben”. “Was damit genau gemeint ist, haben sie nicht gesagt, aber das kann sich ja jeder vorstellen”, sagte einer der Protestverantwortlichen zum Lokalmagazin. Heute abend soll im Plenum darüber abgestimmt werden, ob man sich der Drohung der Universitätsleitung beugt und umzieht, oder die Besetzung des großen Hörsaals im Kupferbau aufrecht erhält. Rektor Engler hat sich auch für den heutigen Abend nochmal angekündigt. Die StudentInnen hoffen, dann mit ihm auch über Inhalte des Protests diskutieren zu können. Die Zeichen stehen also mehr als zuvor auf Konflikt in Tübingen.

Der Kupferbau ist seit dem Abend des 5. November von Studierenden besetzt. Sie wollen sich mit der Aktion mit den weltweiten Uni-Besetzungen solidarisieren, die am 20. Oktober in Wien begonnen hatten. Ihre Forderungen umfassen einen besseren Umgang mit Studierengebühren, gegen die sie prinzipiell sind, eine Wiederbelebung einer politischen Studentenvertretung in Form eines AStA und den freien Zugang zu deutschen Unis für alle, die studieren wollen. Mittlerweile sind in Deutschland und Österreich mehr als 20 Universitäten besetzt und die Proteste haben auch auf Osteuropa und die USA übergegriffen, wo Studenten am gestrigen Abend ein Uni-Gebäude auf dem Berkeley-Campus der University of California besetzt haben.

Mehr Infos gibt es auch in einem Interview mit VertreterInnen der Protestierenden vom Abend des 5.11.09 auf der Webseite des Lokalmagazins. Das Interview findet Ihr hier. Wenn Ihr mehr über die Proteste erfahren möchte, könnt Ihr das auf der Webseite der FSVVund auf dem neuen Blog der BesetzerInnen oder beim Bildungsmagazin auf der Wüsten Welle 96,6 tun. Außerdem gibt es laufend Infos bei Twitter (Hashtag #unibrennt@tuebingenbrennt@bildungsmagazin).