Strompreis steigt
Zum letzten Mal haben die Stadtwerke ihre Strompreise zum 01.01.2009 erhöht. Für die kommende Preiserhöhung macht der Stadtwerke-Geschäftsführer Achim Kötzle die „massiv angestiegenen Beitragszahlungen“ nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz verantwortlich. Die EEG-Umlage wird 2010 um einen Cent pro Kilowattstunde ansteigen, was zur Folge hat, dass sich unteranderem der Arbeitspreis im Grundversorgungstarif um 2,8 Prozent, auf 21,9 Cent pro Kilowattstunde, erhöht. Bei einem Verbrauch von 2300 Kilowattstunden pro Jahr kommen auf den Durchschnittshaushalt also monatliche Mehrkosten in Höhe von 1,15 € zu. Jedoch wird man sich bemühen, diesen Zuwachs „durch einen vorausschauenden Stromeinkauf weitgehend abzufedern“, so Kötzle. Allein an den Kosten für den zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnenen Öko-Strom hat sich nichts grundlegend geändert. Die Stadtwerke verlangen weiterhin einen Aufschlag von 1,19 Cent für den „Bluegreen“. Für den „Energreen“ ist eine Anhebung der Kosten von 4,76 Cent geplant. Um ganze 10,2 Prozent steigen allerdings die Kosten des „TüStrom 2010-2013“, dem Kunden wird im Gegenzug versprochen die Preise die nächsten vier Jahre nicht mehr zu ändern. Ebenfalls kräftig raufgegangen ist der Preis des TüStrom 2010. Er ist um vier Prozent gestiegen.
Als Grund dieser Teuerung, wird die Finanzierung des unumgänglichen Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland genannt.
Verkalkuliert
Wenig begeistert über die Anfrage, der Grünen Aktivistin Sabine Kracht, gesplittete Abwassergebühren einzuführen, zeigte sich Stadtkämmerer Berthold Meßmer bei der letzten Gemeinderatsitzung am Dienstag. „Wir haben eigentlich kein Ausgaben-, nur ein Einnahmen-Problem“, kommentiert Meßmer den Finanzbericht. Laut dem liegt der Jahresverlust der Stadt Rottenburg nämlich bei 308.000€. Hauptverantwortlich für die hohen Unkosten macht die Stadt zum einen das Hochwasser 2008 und die verhältnismäßig kostspielige Entwässerungs-Struktur Rottenburgs. Hinzu kommt, dass das komplette Kanalnetz bis 2013 erneuert werden muss, so der Bericht von Tiefbauamtsleiter Manfred Wanner.
Wir werden in Kürze eine Gebührenerhöhung der Abwasserentsorgung vorschlagen, gibt Meßmer gegenüber dem Gemeinderat bekannt.
Über die Krise hinaus
Auch in schwierigen Zeiten ist kein bemerkenswerter Rückgang auf dem Lehrstellenmarkt in diesem Jahr zu verzeichnen.
Die 3,8 Prozent Rückgang die dennoch von der Reutlinger Handwerkskammer in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen, Zollernalb und Freudenstadt ermittelt wurden, sind daher eher auf die Rückläufigkeit der Lehrstellenbewerber zurückzuführen. Das hängt aber auch mit der immer noch sinkenden Zahl der Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft zusammen. Insbesondere die Anzahl von qualifizierten Lehrstellenberwerben sei laut IHK Rückläufig. 2198 neue Lehrverträge wurden in diesem Jahr abgeschlossen. Für das Jahr 2010 sind es immerhin schon 500. Mit Prognosen für die Kommenden Jahre halten sich Arbeitsamt und IHK aber lieber zurück.
Kleinkunstpreis
Der Tübinger Phillip Weber gewinnt mit seinem Ensemble nicht nur den mit 5000 € dotierten Kleinkunstpreis, sondern wird auch mit einer Lobeshymne seitens der Jury ausgezeichnet.
Seine ersten Auftritte hat der Tübinger vor zehn Jahren im Studentenkabarett und im Vorstadttheater. Bereits 2003 bekommt er „das Passauer Scharfrichterbeil“ und hat Auftritte in ganz Deutschland. Er erhält zahlreiche weitere Auszeichnungen- letztes Jahr gewinnt er sogar den Kleinkunstförderpreis.
Doch nicht nur solo, auch mit seinen zwei Schauspiel Kollegen räumt der ehemalige Biologie und Chemie Student etliche Preise ab. Schon vor zwei Jahren wird das Trio mit der renommierten Kabarettauszeichnung „Salzburger Stier“ für seine hervorragende Arbeit belohnt.
40 Jahre Presseclub
13 Mitglieder gründeten vor 30 Jahren den Presseclub Tübingen. Alle waren Hauptberuflich als Redakteure für Zeitung, Funk, Fersehen oder Presseagenturen tätig. Zum Präsident wurde damals der Chef des Südwestfunk-Studios Hubert Locher gewählt. Auch seine Nachfolger Reiner Rinker, Martin Born, und der amtierende Vorsitzende Andreas Narr waren und sind vom Südwestfunk-Studio auf dem Österberg.
In den Ersten Jahrzehnten ging es in dem Verein eher um Geselligkeit und gemeinsame Ausflüge. Während in den letzten Jahren. Der Journalismus auch in der Vereinsarbeit einen wichtigere Rolle spielte. Der Verein leistete viel Öffentlichkeitsarbeit für Stadt Tübingen und war ein gern gesehenes PR-Instument. Dies sorgte am 30. Jubiläum vor 10 Jahren für Diskussionsstoff. Im letzten Jahr organiesierte der Verein 40 Termine mit Wissenschaftlern, Behörden-Vertretern und Politikern.
böse Erinnerung
Bei der Veranstaltungsreihe 71 Jahre Reichsprogromnacht stellte Donald Frankenberg die Biografie seines Vaters vor: „Richard von Frankenberg – Mit Vollgas durchs Leben“ Richard von Frankenberg war einer der erfolgreichsten Autorennfahrer der Nachkriegszeit. Er wohnte in der Gartenstraße 34, als die Progromnacht am 9. November 1938 auch in Tübingen wütete. Der damals 16-jährige wurde Zeuge, wie NSDAP Parteimitglieder die Synagoge ansteckten. Von Frankenberg machte heimlich Fotos. Für die Nazis war er ein Mischling zweiten Grades, der schon 1933 nicht mehr ins Tübinger Freibad durfte. Nach der britischen Kriegsgefangenschaft war er als Autorennfahrer und Sportjournalist erfolgreich.
Tischlein deck dich
Am vergangenen Samstag konnte die Tübinger Sonntagsküche im Schlatterhaus ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Jeden Sonntag seit einem Fünfteljahrhundert gibt es dort frisches Essen für Bedürftige. Das Besondere an dieser Sonntagsküche ist ihr Stil, es gibt jeden Sonntag bis 11 Uhr Frühstück, danach wird zum Mittagsessen umgebaut, das den nichtzahlenden Gästen an den Tischen serviert wird. Einen „Armutnachweis“ muss man hier auch nicht vorweisen, die Erhaltung der persönlichen Würde gehört für die Veranstalter einfach dazu.Gekocht wird aus dem, was gespendet wird, infofern steht erst Samstag abend überhaupt fest, was gekocht werden wird, wenn die Bäckerspenden eingegangen sind.
Aber bisher ist es den vier sich abwechselnden Teams wohl noch immer gelungen, ein gutes Mahl mit Nachtisch und Kaffee auf den Tisch zu bringen und es ist immer jede und jeder satt geworden. Was nicht verkocht wurde, dürfen die Gäste mit nach Hause nehmen. Hoffen, wir, dass es noch 20 Jahre so weitergehen kann. Herzlichen Glückwunsch, Tübinger Sonntagsküche!
Festmahl für Obelix
Die „Wilden Wochen“ in Reutlingen wollen für den Verzehr von Wildbret werben. Die Kreisjägervereinigung und einige Gastronomen starteten diese konzertierte Aktion, die auf den Wildgeschmack bringen soll. „Denn alle sprechen heute über Wildfleisch, aber trotzdem ist es nicht in aller Munde“ so Inke Meyer vom Kreislandwirtschaftsamt. Pro Kopf und Jahr essen die Deutschen weniger als ein Kilo Wild. Es herrsche eine Scheu vor der Zubereitung von Wildfleisch. Außerdem sei die Vermarktung von Schwarzwild schwierig, von dem es ein Überangebot gebe. Über 1500 Wildschweine mit bis zu 200 Kilo sind im Jagdjahr 2008/2009 erlegt worden. Damit füllen die Jäger ihre Gefrierschränke. Wer beim Jäger oder Förster kaufen will, muss auch gleich ein größeres Stück nehmen. Der Kleinverkauf ist ihnen verboten. Also braucht es Wildbretgemeinschaften für den gemeinsamen Einkauf, eine neue Gefriertruhe oder – eine Einladung an Obelix zur nächsten Wildschweinparty.
